Run­ter vom Gas! Lie­bes­tol­le Igel sind unterwegs

Igel. Foto: Pixabay/Alexa

Streif­zü­ge der Sta­chel­rit­ter auf den Stra­ßen und durch hei­mi­sche Gär­ten – jetzt Gar­ten igel­freund­lich gestalten

Auf den Stra­ßen und in den Gär­ten des Frei­staats herrscht der­zeit Hoch­be­trieb: Igel­männ­chen sind unter­wegs, um eine Part­ne­rin zu fin­den. Dabei wan­dern sie in einer Nacht bis zu fünf Kilo­me­ter. „Beson­ders im Sied­lungs­be­reich soll­ten Autofahrer*innen des­halb jetzt den Fuß vom Gas neh­men und so den Igeln die gefähr­li­che Wan­de­rung über die Stra­ßen erleich­tern“, emp­fiehlt LBV-Igel-Exper­tin Dr. Ange­li­ka Nel­son. Zur Unter­stüt­zung der Jun­gen­auf­zucht kön­nen Gartenbesitzer*innen Unter­schlupf­mög­lich­kei­ten und aus­rei­chend Nah­rung im natur­na­hen Gar­ten anbie­ten. „Jetzt ist die per­fek­te Zeit, den belieb­ten Tie­ren im Stra­ßen­ver­kehr und im hei­mi­schen Gar­ten zu hel­fen“, so die Bio­lo­gin wei­ter. Wer einen leben­di­gen oder toten Igel ent­deckt, kann die­sen dem LBV mel­den unter www​.igel​-in​-bay​ern​.de oder über die App „Igel in Bayern“.

Auf der Suche nach einer Igel­da­me muss das Igel­männ­chen bis zu fünf Kilo­me­ter pro Nacht zurück­le­gen. Dabei ist er eini­gen Gefah­ren aus­ge­setzt, denn der Sied­lungs­raum, in dem sich Igel bevor­zugt auf­hal­ten, ist von Stra­ßen zer­schnit­ten. Die­se zu über­que­ren ist nicht leicht für den Igel, der nur unscharf und ver­schwom­men sehen kann und sich bei Gefahr am lieb­sten ein­rollt. „Igel ori­en­tie­ren sich haupt­säch­lich über den Geruchs- und Gehör­sinn. Doch bis sie ein her­an­na­hen­des Auto als Gefahr erken­nen und orten, ist es oft zu spät“, erklärt Ange­li­ka Nel­son. Des­halb soll­ten Autofahrer*innen gera­de ab der Abend- bis zur Mor­gen­däm­me­rung beson­ders auf­merk­sam und vor­aus­schau­end fahren.

Ein wei­te­res Pro­blem für den Igel sind feste Zäu­ne zwi­schen den Gär­ten. Igel kön­nen zwar über­ra­schend gut klet­tern, doch meter­ho­he Beton­sockel oder Holz­zäu­ne stel­len auch für die klei­nen Gar­ten­be­woh­ner unüber­wind­ba­re Hin­der­nis­se dar. Immer mehr Zäu­ne und Mau­ern ver­klei­nern so die Flä­che, die Igeln zur Ver­fü­gung steht. „Wir kön­nen ihnen das Leben etwas erleich­tern, indem wir die Bar­rie­ren zwi­schen unse­ren Gär­ten besei­ti­gen. Löcher in oder unter Gar­ten­zäu­nen und Mau­ern hel­fen bereits, damit der klei­ne Igel hin­durch­krie­chen kann“, emp­fiehlt die LBV-Igel-Expertin.

Hat das Igel­männ­chen ein Igel­weib­chen siche­ren Fußes erreicht, kann er nicht gleich zur Sache kom­men. Er muss oft das Igel­weib­chen erst stun­den­lang umkrei­sen, bis sie zur Paa­rung bereit ist. „Die­ses ‚Igel­ka­rus­sell‘ wird oft als Kampf zwei­er Igel fehl­ge­deu­tet, da das Weib­chen laut­stark faucht und ihn immer wie­der weg­stößt. Die Paa­rung läuft dann über­ra­schen­der­wei­se mühe­los ab, weil das Weib­chen ihre Sta­cheln ganz flach anlegt“, sagt Ange­li­ka Nel­son. Nach einer Trag­zeit von 35 Tagen wer­den meist vier bis fünf blin­de und tau­be Igel­ba­bys mit einem Gewicht von 15 bis 20 Gramm gebo­ren. „Für die ersten drei Wochen der Kin­der­stu­be braucht das Igel­weib­chen einen geschütz­ten Platz, an dem sie ein Nest aus Laub und Zwei­gen für die Jun­gen baut“, so die LBV-Bio­lo­gin. Gartenbesitzer*innen kön­nen hel­fen, indem sie natur­be­las­se­ne Ecken schaf­fen und der Igel­da­me im undurch­dring­li­chen Gebüsch ihre Ruhe las­sen. Das Igel­männ­chen hat sich bis dahin schon lan­ge wie­der auf wei­te­re Streif­zü­ge gemacht.

Der LBV ruft auf, in den näch­sten Wochen im Gar­ten oder auf der Stra­ße ent­deck­te Igel zu mel­den – ganz ein­fach online unter www​.igel​-in​-bay​ern​.de oder über die App „Igel in Bay­ern“. Lebend- und Tot­fun­de hel­fen den LBV-Artenschützer*innen Gefah­ren­stel­len für den Igel auf­zu­spü­ren und den Sied­lungs­raum igel­freund­li­cher zu gestalten.

LBV-Igel­te­le­fon: Kom­pe­ten­te Bera­tung zu Fra­gen rund um den Igel

Infor­ma­tio­nen und Tipps zum Schutz von Igeln, der rich­ti­gen Füt­te­rung und der Gestal­tung eines igel­freund­li­chen Gar­tens bie­tet der baye­ri­sche Natur­schutz­ver­band ab sofort kosten­los am LBV-Igel­te­le­fon an. Sie errei­chen uns das LBV-Igel­te­le­fon Mon­tag bis Frei­tag von 9 bis 16 Uhr unter 09174/4775–5001.

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