Pot­ten­stei­ner Erleb­nis­mei­le wird um Frei­licht­büh­ne rei­cher – Bau­ar­bei­ten haben begon­nen – Pot­ten­stei­ner Faust-Fest­spie­le star­ten im Juni 2022

Foto: Uwe Vogel steht auf der Wiese wo die Zuschauertribühne aufgebaut wird und zeigt auf den Platz wo die Naturbühne (zwischen Felsen links und großem Baum rechts) entstehen wird. Unmittelbar darüber verläuft der Frankenweg der Teil der Bühne wird. links seine Frau Liliane, die auch Schatzmeisterin des Festspielvereins ist. Foto: Thomas Weichert

Foto: Uwe Vogel steht auf der Wie­se wo die Zuschau­er­tri­büh­ne auf­ge­baut wird und zeigt auf den Platz wo die Natur­büh­ne (zwi­schen Fel­sen links und gro­ßem Baum rechts) ent­ste­hen wird. Unmit­tel­bar dar­über ver­läuft der Fran­ken­weg der Teil der Büh­ne wird. links sei­ne Frau Lilia­ne, die auch Schatz­mei­ste­rin des Fest­spiel­ver­eins ist. Foto: Tho­mas Weichert

Pot­ten­stein. Die Pot­ten­stei­ner Erleb­nis­mei­le wird ab näch­sten Jahr um eine Attrak­ti­on rei­cher. Und zwar um das Frei­licht­thea­ter an der Schüt­ters­müh­le im Klum­per­tal unweit der Teu­fels­höh­le. Eigent­lich hät­ten die Faust­fest­pie­le des gleich­na­mi­gen inzwi­schen ein­ge­tra­ge­nen Ver­eins „Faust­fest­spie­le Pot­ten­stein e.V.“ schon heu­er wie­der statt­fin­den sol­len nach­dem man vom Peg­nit­zer Schloss­berg ins Klum­per­tal umge­zo­gen war, doch wegen der Coro­na-Pan­de­mie und der nicht ein­zu­schät­zen­den Ent­wick­lung der Coro­na-Lage ent­schlos­sen sich die Ver­ant­wort­li­chen um Geschäfts­füh­rer und Ersten Vor­stand Uwe Vogel und Inten­dant Dani­el Leist­ner den Start der Faust-Fest­spie­le auf Juni 2022 zu verschieben.

Es reg­net im Klum­per­tal. Und das nicht zu knapp, als Vogel auf einem klei­nen Bag­ger sitzt um einen Schot­ter­weg zum künf­ti­gen Fest­spiel­ge­län­de in dem roman­ti­schen Tal unter­halb des Wei­hers­ba­cher Männ­leins anzu­le­gen. 350 Ton­nen Schot­ter hat er dafür von der Fir­ma Korn­bur­ger anfah­ren las­sen. Uwe Vogel ist nicht nur Ver­eins­chef und Geschäfts­füh­rer der Faust-Fest­spie­le Pot­ten­stein son­dern Mäd­chen für alles und sogar Schau­spie­ler. Er selbst spielt den Mephi­sto – als den Teu­fel – in dem berühm­te­sten Goe­the-Stück. Es war eigent­lich Zufall das die Faust-Fest­spie­le, die vier Jah­re auf dem Peg­nit­zer Schloss­berg gastier­ten und vor über 25 Jah­ren von Dani­el Leist­ner, der seit­dem nicht nur Inten­dant ist son­dern auch den Faust spielt, in Kro­nach gegrün­det wur­den, nach Pot­ten­stein kamen. Uwe Vogel such­te ein Haus das er kau­fen konn­te und wur­de bei Harald Niklas, der auch den Kiosk an der Schüt­ters­müh­le betreibt, fün­dig. Als ihm Niklas dann sein über 1000 Qua­drat­me­ter gro­ßes Grund­stück hin­ter dem Haus zeig­te, war Vogel begei­stert. „Das ist gera­de­zu per­fekt“, sagt Vogel. Eine ein­ma­li­ge Lage für eine schö­ne Natur­büh­ne mit genü­gend Platz für die vor­erst bis zu 300 Sitz­plät­zen gro­ße Tri­bü­ne, fest auf­ge­bau­te Hüt­ten für die Kas­se, Tech­nik und Lager­mög­lich­kei­ten und sogar noch für einen klei­nen Bier­gar­ten vor dem Fest­spiel­ge­län­de. Mit Niklas wur­de Vogel für einen dau­er­haf­ten Pacht­ver­trag schnell han­dels­ei­nig und bei Bür­ger­mei­ster Ste­fan Früh­bei­ßer rann­te er für die Geneh­mi­gung offe­ne Türen ein. Die war­me Küche für den Bier­gar­ten wird Niklas über­neh­men. Wie Vogel betont ist die Lage zwi­schen der Teu­fels­höh­le, die nur 600 Meter weit weg liegt und genü­gend Park­plät­ze und sogar Bus­park­plät­ze hat, und der nicht weni­ger roman­tisch gele­ge­nen Schüt­ters­müh­le ein­ma­lig. „Wir woll­ten immer unser eige­nes Fest­spiel­ge­län­de haben auf dem die Bewirt­schaf­tungs­hüt­ten dau­er­haft ste­hen blei­ben kön­nen. „Dies war in Peg­nitz nicht rea­li­sier­bar, da am Schloss­berg immer alles ab- und wie­der auf­ge­baut wer­den muss­te“, so Vogel. Hier brau­che man, bis auf die Tri­bü­ne, nicht jedes Jahr alles Auf- und Abbauen.

„Wir ver­su­chen mög­lichst viel in Eigen­lei­stung zu machen“, sagt Vogel. Dies spart dem aktu­ell 35 Mit­glie­der zäh­len­dem Ver­ein natür­lich Geld. Man sei auch immer auf der Suche nicht nur nach Sta­ti­sten und Schau­spie­lern, son­dern auch nach frei­wil­li­gen Hel­fern, gespen­de­tem Mate­ri­al und natür­lich nach wei­te­ren Ver­eins­mit­glie­dern. „Wir kön­nen alles gebrau­chen, Holz, Lat­ten Dämm­ma­te­ri­al. Wenn jemand etwas übrig hat, nur her damit“, so Vogel. In Pot­ten­stein will Vogel daher auch einenn Auf­ruf für frei­wil­li­ge Hel­fer star­ten. Jeder sei jeder­zeit ger­ne will­kom­men der bei den Erd­ar­bei­ten oder auch beim spä­te­ren Fest­spiel­be­trieb mit­ar­bei­ten will. Das Ensem­ble für die ver­schie­de­nen Stücke besteht aus Pro­fis und Lai­en aus Ber­lin, Baden-Würt­tem­berg, Kulm­bach, Bay­reuth und Peg­nitz und man hof­fe auch, das man den ein oder ande­ren Pot­ten­stei­ner als Schau­spie­ler gewin­nen kann. Wie Vogel sagt betrei­be der Ver­ein auch Bil­dungs­för­de­rung und daher wer­de man auch ver­su­chen mit den Schu­len der Regi­on eng zusam­men­zu­ar­bei­ten. Min­de­stens eben­so eng soll die Zusam­men­ar­beit mit der Stadt Pot­ten­stein, der Tou­rist-Info und ande­ren Betrei­bern von Ein­rich­tun­gen der Erleb­nis­mei­le sowie der Gastro­no­mie und den Ver­mie­tern, aber auch mit der Kul­tur in der Teu­fels­höh­le sein. Denn es sei durch­aus denk­bar das auf dem Fest­spiel­ge­län­de nicht nur die eige­nen Stücke gezeigt wer­den, son­dern hier auch Kon­zer­te oder ande­re kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen statt­fin­den kön­nen. „Das muss alles mit der Zeit erst wach­sen“, sagt Vogel und man kön­ne die Tri­bü­ne ja jeder­zeit erwei­tern um mehr Zuschau­er­plät­ze zu schaf­fen. Platz sei schließ­lich genü­gend. Es spricht nichts dage­gen das auch Pot­ten­stei­ner eige­ne Ver­an­stal­tun­gen auf dem Gelän­de abhal­ten und eine gro­ße Her­zens­an­ge­le­gen­heit von Vogel ist auch die För­de­rung von Schul­thea­ter­grup­pen. Es soll alles weit­ge­hend natur­be­las­sen blei­ben. Die Büh­ne sowie­so. Sie soll sogar noch ein klei­nes Gewäs­ser als Feucht­bio­top bekom­men um sel­te­ne Tier­ar­ten, wie den Feu­er­sa­la­man­der, der hier in gro­ßer Zahl vor­kommt, zu schüt­zen. Natur­schutz ist für Vogel in dem Natur­schutz­ge­biet beson­ders wich­tig. Auch der Fran­ken­weg wird Teil der Büh­ne sein und auch wäh­rend den Vor­stel­lun­gen begeh­bar blei­ben. Was für Vogel auch ganz wich­tig ist, das die vor­de­re Rei­he der Tri­bü­ne Roll­stuhl­ge­recht ist und das gesam­te Gelän­de behin­der­ten­ge­recht ange­legt wird. Behin­der­ten­park­plät­ze wer­den unmit­tel­bar vor dem Fest­spiel­ge­län­de geschaffen.

Star­ten sol­len die Faust-Fest­spie­le Pot­ten­stein am Mitt­woch, 22. Juni 2022, mit der tur­bu­len­ten Som­mer­ko­mö­die „Frü­he­re Ver­hält­nis­se“. Am Sams­tag, 2. Juli 2022, wird der Klas­si­ker „Faust“ auf die Frei­licht­büh­ne erst­mals gebracht, der dann im Lau­fe der Fest­spiel­zeit vier bis fünf mal auf­ge­führt wird. Und am Mitt­woch, 6. Juli 2022, fin­det die Pre­miè­re des fröh­li­chen Lust­spiels „Der Reh­bock“ statt. Natür­lich wird es dann auch wie­der ein Kin­der­stück geben das vier bis fünf mal auf­ge­führt wird und das ein oder ande­re musi­ka­li­sche Gast­spiel. Außer­dem soll es ein spe­zi­el­les Pot­ten­stei­ner Histo­ri­en­stück geben, an dem Inten­dant Leist­ner schon arbei­tet. Nach einer berühm­ten Pot­ten­stei­ner Volks­sa­ge, die an der Teu­fels­höh­le spielt. Hier soll im Mit­tel­al­ter ein Raub­rit­ter einen Pakt mit dem Teu­fel geschlos­sen haben, damit der ihn bei sei­nen Über­fäl­len und Raub­zü­gen beschützt. Die Lie­be zu einer Frau jedoch hat den Rit­ter erlöst. Damit hat Pot­ten­stein tat­säch­lich sei­ne ganz eige­ne „Faust“-Legende, eine ori­gi­nä­re Teu­fels­pakt-Geschich­te, die Teil der Pot­ten­stei­ner Über­lie­fe­run­gen und Volks­my­then ist. Und damit ist Pot­ten­stein und die Schüt­ters­müh­le bei der Teu­fels­höh­le ein gera­de­zu idea­ler Ort, um Goe­thes „Faust“, das berühm­te­ste deut­sche Thea­ter­stück, auf die Büh­ne zu brin­gen Auch mit dem Festi­val jun­ger Künst­ler Bay­reuth sei man bereits in Kon­takt. Des­sen Inten­dan­tin Sis­sy Tham­mer will auch eini­ge Stücke auf der Pot­ten­stei­ner Frei­licht­büh­ne aufführen.

Foto: Uwe Vogel steht auf der Wie­se wo die Zuschau­er­tri­bü­ne auf­ge­baut wird und zeigt auf den Platz wo die Natur­büh­ne (zwi­schen Fel­sen links und gro­ßem Baum rechts) ent­ste­hen wird. Unmit­tel­bar dar­über ver­läuft der Fran­ken­weg der Teil der Büh­ne wird. links sei­ne Frau Lilia­ne, die auch Schatz­mei­ste­rin des Fest­spiel­ver­eins ist. Foto: Tho­mas Weichert

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