Sicher durch die Grill­sai­son: Bam­ber­ger Johan­ni­ter geben Erste-Hil­fe-Tipps für Brandverletzungen

Ein nicht ganz ungefährliches Freizeitvergnügen ...

Ob Brat­wurst, Steak oder Gemü­se­spieß – Gril­len gehört für die mei­sten Men­schen zu den belieb­te­sten Frei­zeit­be­schäf­ti­gun­gen an lau­en Som­mer­aben­den. Wohin man schaut, über­all glüht die Holz­koh­le: auf dem Bal­kon, im Gar­ten, im Park, am Strand.

Doch das Ver­gnü­gen ist nicht ganz unge­fähr­lich: Jähr­lich ver­let­zen sich meh­re­re tau­send Men­schen beim leicht­sin­ni­gen Umgang mit dem Feu­er. Stich­flam­men oder Ver­puf­fun­gen ent­ste­hen zum Bei­spiel, wenn unge­dul­di­ge Grill­mei­ster Spi­ri­tus auf die glü­hen­den Koh­len schüt­ten. Schwe­re Brand­bla­sen kön­nen ent­ste­hen, wenn beson­ders Hung­ri­ge das Fleisch mit den Hän­den vom Rost neh­men statt mit der Grill­zan­ge. Ein Gas­grill kann explo­die­ren. Hier gilt es, die Gas­fla­sche über­prü­fen zu las­sen und lee­re Fla­schen sofort zu ent­sor­gen. Es soll­te dar­auf geach­tet wer­den, dass der Grill – egal, ob Holz­koh­le oder Gas – einen siche­ren Stand hat. Am besten in der Nähe des Grills einen Eimer Was­ser platzieren.

Erste Hil­fe bei Brandverletzungen

„Als Faust­re­gel gilt: Bei schwe­ren, groß­flä­chi­gen Ver­bren­nun­gen im Gesicht, an den Hän­den oder den Geni­ta­li­en sofort den Ret­tungs­dienst rufen“, emp­fiehlt Frank Rei­se, Erste-Hil­fe-Aus­bil­der bei den Johan­ni­tern in Ober­fran­ken. Auch bei Ver­let­zun­gen, die grö­ßer sind als ein Hand­tel­ler, soll­te in jedem Fall pro­fes­sio­nel­le Hil­fe geru­fen wer­den. „Bei klein­flä­chi­gen Brand­ver­let­zun­gen zum Bei­spiel am Fin­ger kann zur Schmerz­lin­de­rung die Ver­bren­nung mit nor­mal tem­pe­rier­tem Was­ser ca. 1 – 2 Minu­ten gekühlt wer­den. Gro­ße Brand­wun­den soll­te man nicht küh­len, denn es besteht die Gefahr der Unter­küh­lung sowie einer star­ken Bela­stung des Kreis­laufs“, betont Rei­se. Offe­ne Wun­den soll­ten schnell ste­ril abge­deckt wer­den, damit sie sich nicht ent­zün­den. Dafür eig­net sich etwa ein ste­ri­les Ver­bands­tuch aus dem PKW-Verbandskasten.

Vor­sicht ist gebo­ten, wenn Kin­der dabei sind. Es gilt: Kin­der weg vom Grill! „Beson­ders umste­hen­de klei­ne Kin­der sind gefähr­det, wenn sich der Grill­rost auf ihrer Kopf­hö­he befin­det“, warnt der Fach­mann. Plötz­lich ent­ste­hen­de Flam­men könn­ten sie im Gesicht schwer ver­let­zen. „Im Ernst­fall gilt: Sofort die 112 anrufen!“

Wenn die Klei­dung einer Per­son durch Stich­flam­men Feu­er gefan­gen hat, ist schnel­les Han­deln lebens­ret­tend: Mit einer Decke las­sen sich die Flam­men ersticken. Hel­fer soll­ten die Per­son auf dem Boden hin und her wäl­zen und sie gege­be­nen­falls mit Was­ser über­gie­ßen. Kei­ne Feu­er­lö­scher ver­wen­den! Eine wei­te­re Gefahr droht bei schwe­ren, groß­flä­chi­gen Ver­bren­nun­gen sowie bei Gesichts­ver­bren­nun­gen: „Häu­fig sind Atem- und Kreis­lauf­stö­run­gen die Fol­ge. Des­halb soll­ten Erst­hel­fer unbe­dingt Atmung und Kreis­lauf der ver­letz­ten Per­son beob­ach­ten, bis der Ret­tungs­dienst ein­trifft“, rät Reise.

Die Johan­ni­ter leh­ren den Umgang mit Ver­let­zun­gen in ihren Erste-Hil­fe-Kur­sen. Orte, Ter­mi­ne und Kurs­an­ge­bo­te gibt es im Inter­net unter www​.johan​ni​ter​.de/​o​b​e​r​f​r​a​n​ken.

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