AELF Bam­berg: „Vom Sturm gewor­fe­ne Fich­ten sind gefun­de­nes Fres­sen für Borkenkäfer“

Förster Benedikt Kügel (WBV Fränkische Schweiz) und Forstamtsrat Stefan Ludwig (AELF Bamberg) vor einer einzelnen Sturmwurffichte, deren Käferbrut benachbarte Fichten bedrohen wird. Foto: AELF
Förster Benedikt Kügel (WBV Fränkische Schweiz) und Forstamtsrat Stefan Ludwig (AELF Bamberg) vor einer einzelnen Sturmwurffichte, deren Käferbrut benachbarte Fichten bedrohen wird. Foto: AELF

AELF Bam­berg appel­liert an Wald­be­sit­zer, die Fich­ten­wäl­der erneut zu kontrollieren

Die Gewit­ter­stür­me der letz­ten Woche waren auf dem ersten Blick nicht gra­vie­rend für den Wald. Meist sind nur ver­ein­zelt Bäu­me im Wald umge­wor­fen wor­den. Sind Fich­ten davon betrof­fen, dann bil­den sie jedoch den opti­ma­len Brut­raum für die unter der Rin­de leben­den Bor­ken­kä­fer. Daher appel­liert das Amt für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und For­sten Bam­berg (AELF) an die Wald­be­sit­zer, unbe­dingt ihre Fich­ten­wäl­der zu kon­trol­lie­ren und Sturm­holz umge­hend zu beseitigen.

Bei einer Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tung des AELF und der Wald­be­sit­zer­ver­ei­ni­gung Frän­ki­sche Schweiz in einem Wald in der Nähe von Pom­mer wur­de die vor­bild­li­che Auf­ar­bei­tung eines Bor­ken­kä­fer­be­reichs vor­ge­führt. Kaum war das Käfer­holz aus dem Wald gebracht wor­den, wur­den durch die Gewit­ter­stür­me der letz­ten Tage hier zwei wei­te­re fri­sche Fich­ten umge­wor­fen. Inner­halb weni­ger Tage waren die­se schon wie­der von Käfern befal­len, um dort Brut­sy­ste­me unter der Rin­de anzu­le­gen. Ent­wur­zel­te Bäu­me ohne aus­rei­chend Was­ser­ver­sor­gung kön­nen sich nicht mehr mit Harz gegen die Käfer weh­ren. Die Käfer­brut kann sich unge­stört entwickeln.

Des­halb appel­liert Forst­amts­rat Ste­fan Lud­wig drin­gend: „Wald­be­sit­zer von Fich­ten­wäl­dern wer­den gebe­ten, jetzt nach den Stür­men ihre Fich­ten­wäl­der zu kon­trol­lie­ren und gege­be­nen­falls vom Sturm gefäll­te Fich­ten sofort auf­zu­ar­bei­ten, um dem Bor­ken­kä­fer den Brut­raum zu ent­zie­hen.“ Von der aus­flie­gen­den Brut einer ein­zel­nen Fich­te, unter deren Rin­de sich Käfer unge­stört ent­wickeln konn­ten, kön­nen 20 wei­te­re Fich­ten­stäm­me befal­len und zum Abster­ben gebracht werden.

Braunes Bohrmehl am Stammfuß, das aussieht wie Schnupftabak, verrät den aktuellen Käferbefall. Foto: AELF

Brau­nes Bohr­mehl am Stamm­fuß, das aus­sieht wie Schnupf­ta­bak, ver­rät den aktu­el­len Käfer­be­fall. Foto: AELF

Bei der Gele­gen­heit lohnt es sich, im Wald alle Stamm­fü­ße der Fich­ten nach Bohr­mehl abzu­su­chen. Die­ses brau­ne Bohr­mehl ver­rät, dass die­ser Baum gera­de frisch von Käfern befal­len ist. Auch sol­che Bäu­me sind umge­hend auf­zu­ar­bei­ten. Die Bohr­mehl­kon­trol­le soll­te alle zwei bis drei Wochen wie­der­holt werden.

Für die insek­ti­zid­freie Käfer­be­kämp­fung kann vor Beginn der Arbei­ten beim zustän­di­gen För­ster eine För­de­rung von 5 bis 30 € je Fest­me­ter bean­tragt wer­den, wenn die­se fach- und frist­ge­recht durch­ge­führt wird.

Unter­stüt­zung bei der Schad­holz­auf­ar­bei­tung erhal­ten Wald­be­sit­zer bei Dienst­lei­stern oder der Wald­be­sit­zer­ver­ei­ni­gung (WBV).

För­ster Bene­dikt Kügel von der WBV Frän­ki­sche Schweiz erläu­tert: „Wir kön­nen Unter­neh­mer­ein­sät­ze orga­ni­sie­ren. Und wir kön­nen der­zeit die Schad­holz-Men­gen zu rekord­ver­däch­ti­gen Prei­sen ver­mark­ten.“ Eine Situa­ti­on, die betrof­fe­ne Wald­be­sit­zer unbe­dingt nut­zen sollten.

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