Resü­mee mit Senft

Resümee mit Senft. Foto: Alex Dittrich

Auch die­se Woche natür­lich wie­der der etwas ande­re Rück­blick in Form eines Restemenüs:

Die Vor­spei­se:

Frank Walter

Balu kocht auf …

Die Bau­ar­bei­ten in der ehe­ma­li­gen „Mall“, wie es so schön im Neu­deut­schen heißt, dem Atri­um, sind in vol­lem Gan­ge und man hat nun die ersten Pla­nun­gen für die Wie­der­be­le­bung bekannt gege­ben. Ein Fit­ness­stu­dio der „besseren„Art wird der erste Mie­ter sein. Mit vie­len Live-Kur­sen und DJs als High­lights, noch ein Restau­rant mit geho­be­ner Küche und sogar ein neu­es Kino sind im Gespräch. Dazu gesel­len sich ein Hotel, sowie diver­se Büroräume.

An sich ein gut durch­dach­tes Kon­zept, aber für eine Klein­stadt wie Bamberg?

Ich fas­se zusam­men! – Das 387.000sendste Hotel in der Stadt, da Woh­nun­gen ja eh nicht genü­gend vor­han­den sind schafft man so was zur Not. Zahl­ste halt im Monat 2480€ fürs bil­lig­ste Zim­mer, mit Glück ist täg­lich ein Inter­con­ti­nen­tal Bre­ak­fast dabei, Raum­pfle­ge­rin aber defi­ni­tiv, da kann man über die 18 qm zu so nem Preis schon mal hin­weg­se­hen. Und die Lage, die Lage ist ein­fach ein Traum! Hin­zu kommt das 150zigste Fit­ness­stu­dio in dem man sein Geld ohne Zin­sen oder Son­sti­ges anle­gen kann und noch­mal Büros (denk für den Cobur­ger Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer oder neue Firmengründer …)

Was ein Groß­stadt­fee­ling in Bam­berg! Der Hip­pe Mitt­zwan­zi­ger fährt also mit sei­nem E‑Auto, oder einem gelie­he­nem E‑Scooter gegen 9 Uhr ins Start­Up um neue Pfand­sy­ste­me zu ent­wickeln, danach ein Spin­ning-Kurs mit Live DJ im durch­ges­teil­ten Fit­ness­stu­dio, ehe man den Tag im „Dor­sia“ mit einem poschier­tem Wach­tel­ei an Wild­kräu­ter­sa­lat, Lamm­filet mit Rot­wein­jus an Pasti­na­ken­creme und einem „Sal­ted Caramel“-Eis auf Phy­sa­lis-Spie­gel aus­ge­klin­gen lässt. Spä­ter noch eine Hostess mit ins 2480€ teu­re Hotel­zim­mer, um bei nem Glas Cham­pa­gner den All­tags­stress zu ver­ges­sen! Ob ich nei­disch bin, JA!!!! Naja viel­leicht nicht grad auf die Hostes­sen­be­glei­tung und auf die Wohn­si­tua­ti­on kann ich auch ver­zich­ten! Job, Rol­ler und Essen wür­de ich aber nehmen!!

Scha­de dass hier nicht mit den Über­stun­den­gel­dern – zusam­men mit den staat­li­chen Kul­tur­för­de­rungs­gel­dern – was für die Jugend der Stadt errich­tet wur­de / wird. Kino auf dem Park­deck (im Som­mer Open Air mit Loun­ge­mö­beln und net­ter Bepflan­zung, dar­un­ter ein Jugend­treff in der ehe­ma­li­gen Wäsche­rei mit Kaf­fee, Bub­ble Tea und Süß­kram zu gün­sti­gen Prei­sen, Play­si und Musik­vi­de­os den gan­zen Tag. Ein bis zwei Club-Dis­ko­the­ken im ehe­ma­li­gen Wöhrl. Ein Café unten im Fast­food­la­den, zwei Kla­mot­ten­lä­den und nicht zu ver­ges­sen eine Kul­tur­büh­ne in Front vom Brun­nen bei der regio­na­le Künst­ler den gan­zen Tag Lesun­gen, Kaba­rett, Stan­dUp Come­dy und Musik zum Besten geben dür­fen, ohne was zah­len zu müs­sen. Ein Buch­la­den für die Stu­die­ren­den und Inter­es­sier­ten. Viel­leicht sogar ins Mit­tel­deck des Park­hau­ses ein Bas­ket­ball mit 3:3 Feld, oder/​und ein klei­ner „Fuss­ball­kä­fig“ wie drau­ßen an der Soccerhalle.

Zwei Street­wor­ker mit rein, die die Kids betreu­en und Secu­ri­ty die rigo­ros Haus­ver­bot bei Fehl­ver­hal­ten ertei­len. 7–1 Uhr geöff­net … Bera­tungs­stel­le mit Namen „Mei­ne Zukunft und Ich“ in der Per­spek­ti­ven zum Beruf / Aus- und Wei­ter­bil­dung auf­ge­zeigt wer­den … Perfekt!!

Pro­blem Brücke und Co gelöst, Geld sinn­voll ange­legt + den rich­ti­gen Life­style für die „Genera­ti­on Coro­na“ vorgegeben.

Wenn ICH erst­mal Nacht­bür­ger­mei­ster bin!!!

Der Haupt­gang:

Manch­mal glau­be ich das selbst die Kom­mu­nal­po­li­tik mei­ne gei­sti­gen Ergüs­se hier liest, denn nun gibt es doch „To go“-Stop ab Uhr­zeit X, Alko­hol­kon­sum­ver­bot auf Stra­ßen Y. Scha­de das soweit kom­men muss und man sich nicht anders zu hel­fen weiß (bit­te noch­mal mei­nen Absatz davor lesen, für die Zukunft) Aber so ist das Zin­no­ber hier­mit auch bespro­chen! Oder doch nicht??

Der Inzi­denz­wert für Bam­berg steigt mit Hil­fe des grie­chi­schen Alpha­bets auch wie­der. Hof­fen wir mal das hier beim vier­ten Buch­sta­ben Schluß ist! – Nüch­tern betrach­tet wer­den wir uns aber mit allen 24 Buch­sta­ben beschäf­ti­gen müs­sen und wenn wir Pech haben kommt noch die „Pro­to­at­lan­ti­sche Vari­an­te“ dann 2028 dazu! In der Tages­pres­se wird ver­mel­det das Kri­ti­ker hier auch das Event zur Fuss­ball-EM auf der Alten­burg als nega­ti­ven Bei­trag dazu sehen. Ach Leu­te!!!! Erst­mal geneh­mi­ge ich als Ord­nungs­amt, respek­ti­ve Stadt sowas in Zei­ten der Pan­de­mie ein­fach nicht! ‑Ist eh viel schö­ner mit Freun­den zu Hau­se, oder in der Stamm­knei­pe, statt 5 Euro Ein­tritt zu zah­len um von Jogis Nivea-Cremes gespon­ser­te T‑shirts tra­gen­de Bun­des­trai­ner zu sehen und irgend­ein über­re­gio­na­les Piss­bier zu trin­ken!- Und dann darf ich mich nicht über eine mit durch­ge­plan­tem Hygie­nekon­zept gestal­te­te Ver­an­stal­tung mit Kon­trol­len beschwe­ren, inklu­si­ve von „Der Som­mer­ur­laub ist in Gefahr“ spre­chen (eine Kri­ti­kern in der Tages­pres­se) wäh­rend wahr­schein­lich genau die­se Kri­ti­ker pünkt­lich Frei­tags um 16 Uhr mit 500 Leu­ten in der Obe­ren am „Schlenk“ stehen …

Auf der Land­rats­amt-Bam­berg-Sei­te habe ich dazu mal ein Rechen­bei­spiel gebracht, das selbst der Admin abge­nickt hat. Nur kurz: 0,0004% gemel­de­te Erkrank­te im Welt­kul­tur­er­be (Stand Don­ners­tag) also bleibt doch mal ent­spannt und gebt auf euch acht und dann is auch lang­sam mal gut!! Oder wie auf der „Twit­ter­per­len“ gepo­stet: Wäre ich Dreh­buch­au­tor für Kata­stro­phen­fil­me wür­de ich beim Abklin­gen einer Pan­de­mie eine gefähr­li­che Mutan­te ein­füh­ren und gleich­zei­tig eine Sport-Groß­ver­an­stal­tung statt­fin­den las­sen, des­sen Teil­neh­mer und Zuschau­er quer über den gan­zen Kon­ti­nent reisen!

Haupt­sa­che 500 maxi­ma­le Zuschau­er­an­zahl mit festen Sitz­plät­zen im Ama­teur­be­reich, am besten mit Onlin­ticket­bu­chung. Fehlt nur noch ein „To go“- Becher den man von Zuhau­se mit­brin­gen muss weil den Braue­rei­en das Leer­gut ausgeht.

Der Nach­tisch:

Am näch­sten Frei­tag star­ten die Cal­derón Fest­spie­le! Nicht die zu Ehren des chi­le­ni­schen Gra­fik­de­si­gners, die wären ja im Rat­haus!! „Gra­fik desi­gnen“, ihr ver­steht mich? Nein die zu Ehren vom Pedro!

Shake­speares „Was ihr wollt“ eröff­net, wie pas­send, die Spiele.

Wer den Inhalt nicht kennt oder ergoo­geln möch­te, die­ses Stück erzählt in wil­den Wir­run­gen und Wein­sal­ven über eine Welt in der die Nar­ren noch die klüg­sten Wor­te von sich geben, und dem Tru­bel in dem sich Wahn und Wirk­lich­keit, Tag und Nacht und auch Mann und Frau „ver­flüs­si­gen“.

Ein­fach Klas­se aus­ge­wählt für die der­zei­ti­ge Zeit! Wer zwei­felt ist ein Narr, Wahn und Wirk­lich­keit sind in der Poli­tik nicht mehr zu unter­schei­den und wenn nun noch das Stück Gen­der­ge­recht auf­ge­führt wird … Respekt an die Ver­ant­wort­li­chen! Bleibt abzu­war­ten ob der Zusatz­ti­tel „die zwölf­te Nacht“ bis zur Eröff­nung der Fest­spie­le schon ein­ge­trof­fen ist und Rol­len, Rän­ge und vor­al­lem Ord­nun­gen auf­ge­ho­ben wur­den, oder unse­re Poli­tik die Spie­le nur für Geimpf­te und Gene­se­ne erlaubt!? – Weil eben die­se vor­hin oben genann­ten Fuss­ball­prolls aus dem Pre­ka­ri­at seit Pol­di gestor­ben ist kei­ner­lei Respekt mehr haben und ohne Hem­mun­gen auf sei­ner Burg fei­ern … SKANDAL.

Der Senft:

Da die Hoff­nung auf ein bal­di­ges Ende die­ses wahr­ge­wor­de­nen Kata­stro­phen­films nicht auf­hö­ren darf:

„Hör nie­mals auf zu Träumen“

Fred­dy Krü­ger (aus der Elm Street)

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