TÜV NORD-Sta­ti­on Forch­heim gibt Som­mer­tipps für Autobesitzer

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Teil 1: Sommerwetter

Mit dem Beginn des Som­mers stei­gen meist auch die Tem­pe­ra­tu­ren. Für Auto­be­sit­ze­rin­nen und ‑besit­zer ist das oft ein Pro­blem, denn Hit­ze im Fahr­zeug kann unan­ge­nehm wer­den. Gut, wenn man weiß, wie man die Kli­ma­an­la­ge rich­tig anwen­det. Eine wei­te­re Her­aus­for­de­rung: Blitz, Don­ner, Stark­re­gen und blen­den­der Son­nen­schein. Das Wet­ter im Som­mer kann unbe­re­chen­bar sein. Cle­mens Schnei­der, Lei­ter des Forch­hei­mer Stand­orts des Inge­nieur­bü­ros Hof­mann GmbH + Co. KG (Koope­ra­ti­ons­part­ner von TÜV NORD), gibt Tipps, wie man gut gekühlt mit Son­nen­schutz und ohne Unfall durch die­se Jah­res­zeit kommt.

Mit Akku durch den Sommer

Dass sich Elek­tro­nik und Hit­ze nicht beson­ders gut ver­tra­gen, ist kein Geheim­nis. Aber kann der Lithi­um-Ionen-Akku von Elek­tro­au­tos im Som­mer auf­grund hoher Tem­pe­ra­tu­ren Scha­den neh­men? Schnei­der erklärt: „Bei Hit­ze kön­nen sich die che­mi­schen Bin­dun­gen der im Akku ent­hal­te­nen Stof­fe lösen. Zwar nimmt der Akku selbst bei 50 Grad noch kei­nen Scha­den, jedoch lei­det die Kapa­zi­tät, sodass eine Lei­stungs­min­de­rung zu erwar­ten ist.“ Bereits bei 35 Grad kann sich die Reich­wei­te um 4 Pro­zent ver­rin­gern. Die beste Mög­lich­keit, das E‑Auto zu die­ser Jah­res­zeit zu schüt­zen, ist, es an schat­ti­gen Plät­zen abzustellen.

Gut gekühlt

Auch damit sich bei som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren das Fahr­zeug nicht in eine Sau­na ver­wan­delt, soll­te nach Mög­lich­keit immer im Schat­ten geparkt wer­den. Ist das nicht mach­bar und das Auto der pral­len Son­ne aus­ge­setzt, emp­fiehlt es sich, Fen­ster und Türen vor Fahrt­an­tritt ein paar Minu­ten zu öff­nen. So kann die ange­stau­te Luft abzie­hen. Wem dafür die Zeit fehlt, kann zum Durch­lüf­ten auf ein geöff­ne­tes Fen­ster wäh­rend der Fahrt zurück­grei­fen. Frü­her gal­ten Kli­ma­an­la­gen als Luxusausstattung.

Inzwi­schen wird der Groß­teil aller Pkw damit bestückt. Eine Kli­ma­an­la­ge sorgt für2 ange­neh­me Abküh­lung, doch nur bei rich­ti­ger Anwen­dung. Bei der Bedie­nung gilt es eini­ges zu beachten.

„Wenn sich die Innen­raum­tem­pe­ra­tur über die Fen­ster nicht wei­ter sen­ken lässt, kommt die Kli­ma­an­la­ge zum Ein­satz. Nach­dem alle Fen­ster geschlos­sen sind, ist es sinn­voll, bei maxi­ma­ler Kühl­lei­stung kurz­zei­tig auf Umluft zu schal­ten. Nach cir­ca fünf Minu­ten soll­te dann wie­der auf Zuluft umge­stellt wer­den“, erklärt der Sta­ti­ons­lei­ter. Ver­fügt das Auto über eine Kli­ma­au­to­ma­tik, kann die gewünsch­te Tem­pe­ra­tur direkt aus­ge­wählt wer­den. Der TÜV-Exper­te gibt wei­te­re Tipps: „Mit der Käl­te nicht über­trei­ben: Der Unter­schied zwi­schen Innen- und Außen­tem­pe­ra­tur soll­te nicht mehr als fünf Grad betra­gen, sonst kön­nen Kreis­lauf­pro­ble­me beim Aus­stei­gen auf­tre­ten. Zudem den Luft­strom nicht direkt auf den Kör­per rich­ten, da sonst Erkäl­tungs­ge­fahr besteht.“ Wich­tig ist, die Kli­ma­an­la­ge rund drei Minu­ten vor Fahr­ten­de aus­zu­schal­ten. So wirkt man dem Ent­ste­hen von Pil­zen und Bak­te­ri­en entgegen.

Ver­schleiß lässt sich auch bei einer Kli­ma­an­la­ge nicht ver­mei­den. Ein ver­dreck­ter Pol­len­fil­ter kann für eine ver­min­der­te Lei­stung der Lüf­tung und undich­te Lei­tun­gen für das Aus­lau­fen von Käl­te­mit­tel ver­ant­wort­lich sein. Cle­mens Schnei­der rät: „Spä­te­stens alle zwei Jah­re soll­te eine War­tung der Kli­ma­an­la­ge erfol­gen, um teu­ren Schä­den vor­zu­beu­gen und stets eine ein­wand­freie Funk­ti­ons­fä­hig­keit zu gewähr­lei­sten.“ Übri­gens: Han­delt es sich um eine Kurz­strecke, ist es bes­ser, die Kli­ma­an­la­ge nicht ein­zu­schal­ten, da die Fahrt­zeit nicht aus­reicht, um für merk­li­che Küh­lung zu sor­gen. Auf die­se Wei­se wür­de ledig­lich Ener­gie ver­schwen­det wer­den, vor allem, weil der Ver­brauch der Kli­ma­an­la­ge in den ersten Minu­ten nach Fahrt­be­ginn am größ­ten ist.

Don­ner­wet­ter

Blitz, Don­ner, Stark­re­gen: Schwe­re Gewit­ter gehö­ren zum deut­schen Som­mer dazu. Für Auto­fah­rer ist das oft unan­ge­nehm. Schnei­der erklärt, wie man sich rich­tig ver­hält: „Mit Regen geht eine Ver­schlech­te­rung der Sicht ein­her. Daher soll­ten Schein­wer­fer bei einem dro­hen­den Unwet­ter auch tags­über ein­ge­schal­tet wer­den.“ Um der Gischt des vor­aus­fah­ren­den Fahr­zeugs zu ent­kom­men, soll­te man den Abstand deut­lich ver­grö­ßern und das Tem­po dros­seln. Wie man bei Aqua­pla­ning reagiert, führt der Sta­ti­ons­lei­ter wei­ter aus: „Hier gilt es vor allem. Ruhe zu bewah­ren. Aus­kup­peln und abwar­ten, bis das Auto wie­der Trak­ti­on hat. Kei­ne plötz­li­chen Lenk- oder Brems­ma­nö­ver ein­lei­ten, denn das kann zu Unfäl­len füh­ren.“ Kom­men dann noch Blitz und Don­ner hin­zu, reagie­ren Auto­fah­rer oft mit Panik. Bei Gewit­ter ist man dank des phy­si­ka­li­schen Prin­zips des „Fara­day­schen Käfigs“ im Auto3 jedoch sehr sicher. Kurz­um: Blit­ze kön­nen einem Auto wenig anha­ben, da die Elek­tri­zi­tät über die Metall­struk­tur der Karos­se­rie in den Boden gelei­tet wird, ohne dass für den Fah­ren­den eine Gefahr besteht. „Für sehr schreck­haf­te und ängst­li­che Ver­kehrs­teil­neh­me­rin­nen und ‑teil­neh­mer emp­fiehlt es sich den­noch, bei Gewit­ter einen Park­platz auf­zu­su­chen und abzu­war­ten, bis das Unwet­ter vor­über ist.“

Ach­tung Sonne

Ein Son­nen­schutz im Auto hilft gegen UV-Strah­lung, blen­den­de Son­ne sowie Hit­ze und dient damit der Ver­kehrs­si­cher­heit. Es gibt ver­schie­de­ne Son­nen­schutz-Syste­me auf dem Markt: Blen­den, Rol­los, Gar­di­nen, Foli­en oder Über­zü­ge. „Die ein­fach­ste Lösung sind Son­nen­schutz­blen­den, die dank Saug­näp­fen oder Selbst­kle­be­strei­fen ein­fach anzu­brin­gen sind“, erklärt Cle­mens Schnei­der. Die­se decken jedoch nur einen Teil der Schei­be ab und ver­hin­dern das Öff­nen des Fen­sters. Auch Son­nen­schutz­rol­los oder ‑gar­di­nen sind per Saug­napf schnell mon­tiert oder an der Fen­ste­rober­kan­te ein­ge­hängt. Da sie aus­zieh­bar sind, geben sie die Sicht schnell wie­der frei, wenn eine Ver­dunk­lung nicht län­ger gewünscht ist. Über­zü­ge wer­den über die Schei­be oder den Tür­rah­men gezo­gen und decken das Fen­ster voll­stän­dig ab. Sie ver­hin­dern nicht das Öff­nen der Fen­ster und fun­gie­ren dar­über hin­aus bei geöff­ne­tem Fen­ster als Insek­ten­schutz. Das Abmon­tie­ren hin­ge­gen kann erst bei Still­stand des Autos gesche­hen. Son­nen­schutz- oder UV-Foli­en sind die auf­wen­dig­ste, teu­er­ste aber auch effi­zi­en­te­ste Lösung. Der TÜV-Exper­te prä­zi­siert die Vor­tei­le: „Der UV-Schutz und die Wär­me­däm­mung die­ser Foli­en sind sehr gut.

Eine wei­te­re Beson­der­heit: Die Insas­sen kön­nen durch die Foli­en noch nach drau­ßen schau­en, wäh­rend bei den ande­ren Vari­an­ten die Sicht stark ein­ge­schränkt wird.“ Das Anbrin­gen ist aller­dings nicht ganz ein­fach und soll­te einem Fach­mann über­las­sen wer­den. Eben­falls wich­tig zu wis­sen: Jede ange­brach­te Folie benö­tigt eine All­ge­mei­ne Betriebs­er­laub­nis (ABE). Die ABE-Num­mer muss an der Auto­schei­be gut sicht­bar sein und das dazu­ge­hö­ri­ge ABE-Doku­ment stets mit­ge­führt werden.

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