Sonn­tags­ge­dan­ken: Den Brücken­tag sinn­voll genutzt?

Lie­be Freunde,

Pfarrer Klaus Weigand (rechts) mit Urmel ...

Pfar­rer Klaus Wei­gand (rechts) mit Urmel …

Hat­ten Sie auch einen soge­nann­ten Brücken­tag? Und konn­ten Sie ihn nut­zen? Denn für vie­le war ja der letz­te Frei­tag ein soge­nann­ter Brücken­tag und das Wochen­en­de war ein super langes.

Die Fra­ge ist nur: Was mache ich damit?

Wird ein sol­cher Tag zuge­stopft oder nut­ze ich so einen Tag wirk­lich sinn­voll? Denn eigent­lich ist es eine Zeit, die mir geschenkt wird: eine Zeit, die ich ach­ten und nut­zen sollte.

Wie wäre es, an sol­chen Tagen etwas mit der Fami­lie zu unter­neh­men, eine Rad­tour zu machen oder zu wandern:

ein­fach ein­mal Zeit mit den Mei­nen zu ver­brin­gen, was im beruf­li­chen All­tag oft nur schwer mög­lich ist.

Ich könn­te sol­che Tage für den Besuch von Freun­den nut­zen, die ich schon lan­ge nicht mehr gese­hen habe, sie ein­fach ein­mal über­ra­schen und ihnen so eine Freu­de zu machen.

Natür­lich kann ich auch Din­ge erle­di­gen, die lie­gen­ge­blie­ben sind. Vie­le brau­chen einen sol­chen Tag, um auf­zu­räu­men. Aber nut­ze ich ihn auch, um ein­mal in mir aufzuräumen?

Wäre es nicht schon ein­mal ange­bracht, etwas Zeit für mich sel­ber zu nut­zen? Denn genau ich sel­ber blei­be im All­tag oft auf der Stecke und damit auch alle die Din­ge, die mir wich­tig sind; wie z.B. die eige­ne Fami­lie oder Freunde.

Ein­fach ein­mal ein wenig Zeit für mich: Das ist so ein­fach und doch so schwer. Aber wovor habe ich sol­che Angst, dass ich die geschenk­te Zeit nicht auch für mich nut­zen darf?

Ich kann sie nut­zen, um zurück­zu­blicken auf das, was hin­ter mir liegt und dann den Blick auf das rich­ten, was vor mir liegt und was ich in Zukunft tun möch­te. Viel­leicht gelingt mir das nach einem Rück­blick ganz anders.

Zeit für mich sel­ber neh­men, das tun, was mir sel­ber gut tut, das macht mir schließ­lich auch neu­en Mut für einen viel­leicht neu­en Weg, für das, was vor mir liegt. Und wenn ich gut zu mir bin, dann wer­de ich auch gut zu ande­ren sein.

Denn Brücken­ta­ge sind ja Tage, die einen Tag über­brücken, und den Fei­er­tag mit dem Wochen­en­de ver­bin­den. Brücken ver­bin­den, aber Brücken kann ich auch abrei­ßen. Und dann tun sich Grä­ben auf.

Wenn ich mir sel­ber nichts mehr gön­ne, nur noch die Arbeit sehe und im Stress bin, dann wer­den Brücken abge­ris­sen und es tun sich Grä­ben auf: Grä­ben zur Fami­lie, zu Ver­wand­ten oder Freunden.

Des­we­gen wün­sche ich Ihnen, dass Sie Zeit, die Ihnen geschenkt wird, immer wie­der auch für sich sel­ber nut­zen kön­nen und so viel­leicht ler­nen, sich mit­ten im All­tag ein­mal Zeit für sich sel­ber zu neh­men, damit Brücken eben nicht abge­ris­sen werden.

Und mög­li­cher­wei­se kann ich dann auch Brücken bau­en zu Men­schen, die nicht unmit­tel­bar zur Fami­lie oder zu mei­nen Freun­den gehö­ren, von denen ich aber weiß, dass sie ein­sam sind oder es ihnen nicht gera­de gut geht. Denn wenn ich gut zu mir bin, kann ich auch gut zu ande­ren sein. Und dann bin ich Brücken­bau­er in einer Gesell­schaft, die für­ein­an­der da ist, einer Gesell­schaft, sich gegen­sei­tig unter­stützt und in der immer weni­ger Men­schen ein­sam sind oder auf der Strecke bleiben.

Ich wün­sche Ihnen Got­tes Segen und Zeit für sich selber.

Pas­sen Sie gut auf sich auf. Sie sind ein wert­vol­ler Mensch!

Euer/​Ihr Klaus Weigand