Resü­mee mit Senft

Resümee mit Senft. Foto: Alex Dittrich

Ker­was­spe­zia­li­tä­ten zum heu­ti­gen Resü­mee mit Senft: „Die Ker­wa is kum­ma, die Ker­wa is do! Die Oldn dunn brum­ma, die Jun­ga sen froh!“

Die Vor­spei­se:

Frank Walter

Balu kocht auf …

Ja is denn schon wie­der Ker­wa im Sand? Sieht man die aktu­el­len Men­schen­men­gen dort, könn­te man es fast mei­nen, am Kra­nen gab es sogar die typi­sche Sand­ker­wa-Spe­zia­li­tät Lan­gos am Wochen­en­de!! Und ich wet­te 70% der Besu­cher der belieb­ten Knei­pen­stra­ße haben in den sozia­len Netz­wer­ken noch immer im Pro­fil­bild mit „#Stay at home, it could save lives“ Ban­ner untermalt.

Auch in Bam­berg also die typi­sche Pipi-Lang­strump­fe Lebens­ein­stel­lung á la „Ich mach mir die Welt, widi­wi­di­wip sie mir gefällt“!

Aber es gehört nun mal zur Bam­ber­ger Kul­tur und ist daher trotz­dem ver­ständ­lich, fand man die letz­ten Mona­te irgend­was mit Kul­tur ledig­lich in sei­nem Joghurt.

Das Haupt­ge­richt:

„Restart Kul­tur 2021“ also. So wie es jetzt schon an einer der Rauch­bier-Braue­rei­en vor­ge­lebt wird, soll es mit staat­lich finan­zier­ten Mit­teln nun in und um Bam­berg wei­ter­ge­hen. Ob Bier­kel­ler, Burg­in­nen­hö­fen oder Markt­plät­zen, ab Juli sind Open Airs mit Kaba­rett, Thea­ter, Musik geplant! Was kann man wie­der nicht erwar­ten!? – Rich­tig, was für die Jugend. Kein Event mit elek­tro­ni­scher Musik in der Kuni­gun­den­ruh, kein Rap am Mitt­woch auf dem Max­platz, kein Beer-Pong-Liga Wett­be­werb im Hain, oder eine Skate­board-Stadt­mei­ster­schaft in der Half Pipe, kein K. I. Z Kon­zert, kei­ne Bam­ber­ger Bier­gar­ten – Nacht, nix! Vival­di, Cho­pin, eine Lesung vom Hirsch­hau­sen aus sei­nem Buch“ Mensch, Erde“ oder der Kaba­ret­tist aus dem Land­kreis … Kul­tur für Erwach­se­ne eben! Und so bleibt der“ Kids Club „wei­ter­hin auf der Brücke, oder beim Leber­käs-Fen­ster hängen.

Bis Diens­tag also wie­der alles voll mit Coro­na, Test­zen­tren und der Par­ty-Jugend. Ledig­lich eine Spren­gung eines Geld­au­to­ma­ten in Kem­mern wur­de ver­mel­det und selbst da wird hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand gemun­kelt, dass das was mit der Unte­ren zu tun hat! Viel­leicht wur­de dort ja wirk­lich solan­ge Auf­ruhr ange­zet­telt, bis sich auf nichts mehr ande­res kon­zen­triert wur­de um dann zuzuschlagen.

Nach dem Sand­ker­wa-Fee­ling an die­sem und dem ver­gan­ge­nen Wochen­en­de war zum Start der Woche dann bei den Ama­teur­fuß­bal­lern in Stadt und Land­kreis ein Hauch von „Bam­berg zau­bert“ zu sehen, als sie end­lich wie­der ihrem gelieb­ten Hob­by nach­ge­hen durf­ten. Also im Gro­ßen und Gan­zen bewegt sich alles gen Nor­ma­li­tät, du brauchst nur ein biss­chen Fantasie …

Fan­ta­sie! – Die Fan­ta­sten die sich die der­zei­ti­gen Maß­nah­men aus­dach­ten müss­ten eigent­lich nicht mit Nasen­se­kret, son­dern mit Urin­pro­ben gete­stet wer­den! – Da sind doch Pil­len im Spiel!?

Ein klei­ner Aus­zug aus mei­nem per­sön­li­chen Wahn­sinn im Bezug dazu:

Am Don­ners­tag spiel­ten wir Schaf­kopf im hei­mi­schen Gar­ten und kamen in einer Bier­lau­ne auf die für die­se Zeit ver­rück­te Idee bei einer Braue­rei in der Nähe einen Tisch bei derer „Wie­der­eröff­nung“ zu reser­vie­ren! Brot­zeit, Bier und Kar­ten war der Plan. Da wir, wenn auch nur mit 50€, eben­falls die Kul­tur för­dern woll­ten! – Woll­ten, denn nach der ersten Eupho­rie dach­te ich noch­mal drü­ber nach … Wir wür­den uns Straf­bar machen! 3 Haus­hal­te als Hoch­ri­si­ko­fäl­le zur Ver­brei­tung der Pan­de­mie. Zumin­dest im Bam­ber­ger Umland dürf­ten wir, selbst gete­stet, nicht zusam­men an einem Tisch sit­zen. Hin­ge­gen gan­ze ACHT Kilo­me­ter wei­ter wäre uns dies erlaubt und sogar ohne Test und mit 100 Leu­ten auf der Stra­ße!!! Muss man nicht ver­ste­hen, erklärt aber durch­aus war­um das Steh­bier in der Sand­stra­sse so beliebt und gut besucht ist ist wie nie! Näch­sten Schwach­sinn im Bezug auf die Rege­lun­gen lern­te ich dann einen Tag spä­ter beim Besuch in der Stadt ken­nen. Punkt 21.30 Uhr Aus­schank­stop und die Bit­te lang­sam fer­tig zu wer­den, 22 Uhr muss geschlos­sen wer­den, zum Mit­neh­men jedoch gibt’s noch wei­ter. Nach­dem die Frei­sit­ze also regel­kon­form abge­baut wur­den, kannst dich da wo du bis 22 Uhr geses­sen hast noch­mal zwei Stun­den hin­stel­len und wei­ter kon­su­mie­ren. Da fehlt mir dann wohl wirk­lich die nöti­ge Intelligenz!!!

In die­sem Zusam­men­hang fra­gen sich dann tat­säch­lich noch immer Bür­ger, war­um es eine Bam­ber­ger Anti-Coro­na-Bewe­gung mit noch grö­ße­ren Intel­li­genz­be­sti­en wie mich gibt???? Das gan­ze System ist ja eine Steil­vor­la­ge in den 16ner für so eine Gruppierung.

Der Senft:

Ich ver­ste­he das gan­ze ein­fach nicht! War­um wird nicht der gan­ze Land­kreis gleich behan­delt, war­um lässt man nicht auch den Innen­raum bei geöff­ne­ten Fen­stern und Per­so­nen­be­gren­zung zu? War­um darf man zur Ver­mei­dung das die Besu­cher lau­ter mit­ein­an­der spre­chen in der Bar Musik nur mit Zim­mer­laut­stär­ke hören, wäh­rend auf der Stra­ße zwöl­f­und­drei­ßig Haus­hal­te sich ein 4€ Bier nach dem ande­ren ein­ver­lei­ben und sich dabei anschreien??
Und war­um wird das bestehen­de Alko­hol­ver­bot auf eini­gen Bam­ber­ger Hot­spot-Stra­ßen nicht durch­ge­setzt, weil man ver­hin­dern muss das die Zah­len wie­der hoch gehen??

Ach ja, der Pöbel muss bespaßt wer­den, es sind bald Wah­len … Getreu einem Adria­no-Cel­en­ta­no-Film mit Titel „Gib dem Affen Zucker“ gibt es nun eben kurz vor knapp für die gan­zen mit­tel­lo­sen Bus­fah­rer eine Prin­zes­sin Chri­sti­na in Form von gelocker­ten Regeln und Pflich­ten. König Gusta­vo IV lässt trotz­dem sei­ne Leib­wäch­ter auf­pas­sen und wenn nun noch bei einer der ange­kün­dig­ten Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen die Stadt­bus­fah­rer „Lar­go al fac­to­tum“ aus dem Bar­bier von Sevil­la auf dem Max­platz zum Besten geben, dann bin ich offi­zi­ell Verschwörungstheoretiker!

Ein Espres­so hinterher:

Noch wäh­rend mei­ner Aus­füh­rung ver­kün­det der bay­ri­sche Mini­ster­prä­si­dent also Locke­run­gen fast wie gefor­dert. Als ob er bei mir mit­ge­le­sen hat. Ver­rückt wie schnell da auf Kri­tik reagiert wird! Da könn­te sich die Kom­mu­nal­po­li­tik mal durch­aus eine Schei­be abschneiden …