Uehl­fel­der MdL Gabi Schmidt wirbt für Organspenden

Gabi Schmidt wirbt mit dem selbst organtransplantierten Andreas Scholz aus Gerhardshofen für das Ausfüllen von Organspendeausweisen
Gabi Schmidt wirbt mit dem selbst organtransplantierten Andreas Scholz aus Gerhardshofen für das Ausfüllen von Organspendeausweisen

„Vie­le wol­len sich mit dem The­ma nicht beschäftigen“

Etwa 9000 Men­schen ste­hen in Deutsch­land auf der War­te­li­ste für ein Spen­der­or­gan. Man­che von ihnen war­ten lan­ge Zeit – für jähr­lich eini­ge Hun­dert Frau­en, Män­ner und Kin­der kommt die Hil­fe sogar zu spät, sie ster­ben, bevor ein pas­sen­des Organ zur Trans­plan­ta­ti­on zur Ver­fü­gung steht. „Das muss nicht sein“, sagt die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te und stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der Freie Wäh­ler Land­tags­frak­ti­on, Gabi Schmidt, anläss­lich des Tages der Organ­spen­de am 5. Juni. Sie spricht sich seit Jah­ren für die Ein­füh­rung der Wider­spruchs­lö­sung aus.

Bis­lang gilt in Deutsch­land die Ent­schei­dungs­lö­sung: Als Spen­der von Orga­nen und Gewe­be kommt nach dem Tod nur in Fra­ge, wer zu Leb­zei­ten die­sen Wil­len aktiv doku­men­tiert hat oder wes­sen Ange­hö­ri­ge der Trans­plan­ta­ti­on zuge­stimmt haben. Die Fol­ge: Die Trans­plan­ta­ti­ons­zah­len in Deutsch­land sind im Ver­gleich zu ande­ren Län­dern rela­tiv nied­rig. „Unse­re Nach­barn in Öster­reich set­zen hin­ge­gen auf die Wider­spruchs­lö­sung, die 1978 vom Euro­pa­rat als Rege­lung zur Organ­ent­nah­me bei Ver­stor­be­nen emp­foh­len wur­de. Mit die­ser Lösung wer­den mehr Leben geret­tet“, sagt Schmidt. Zur Spen­de „gezwun­gen“ wer­de dabei frei­lich kei­ner: „Man kann der post­mor­ta­len Ent­nah­me selbst­ver­ständ­lich wider­spre­chen, muss das aber eben aktiv tun.“

In Deutsch­land, davon ist die Abge­ord­ne­te über­zeugt, ist die Spen­den­be­reit­schaft prin­zi­pi­ell nicht klei­ner. „Doch vie­le wol­len sich mit dem The­ma nicht beschäf­ti­gen und schie­ben die Ent­schei­dung, einen Organ­spen­de­aus­weis aus­zu­fül­len, vor sich her“, so die Abge­ord­ne­te. Ande­re hät­ten sich zwar in der Theo­rie für eine Ent­nah­me ent­schie­den, die­sen Wil­len aber nicht doku­men­tiert. Auch man­geln­de Auf­klä­rung und dadurch unbe­rech­tig­te Äng­ste in Bezug auf die Organ­ent­nah­men sei­en nach wie vor ein Thema.

Sie plä­diert des­halb nach wie vor dafür, die Gesetz­ge­bung in Deutsch­land anzu­pas­sen. Bis es soweit ist, wirbt sie für das Aus­fül­len von Organ­spen­de­aus­wei­sen. Bis­wei­len tut sie das gemein­sam mit Andre­as Scholz aus Ger­hards­ho­fen, der selbst organ­trans­plan­tiert ist.

Um die ent­spre­chen­den Aus­wei­se unter die Men­schen zu brin­gen, ist sie auch selbst tätig gewor­den: Auf ihrem Grund­stück in Vog­gen­dorf, direkt am belieb­ten Aisch­tal­rad­weg gele­gen, hat sie einen wet­ter­fe­sten Pro­spekt­stän­der auf­ge­stellt, aus dem sich jeder Inter­es­sier­ter einen Spen­der­aus­weis zum Aus­fül­len ent­neh­men kann.

Gabi Schmidt nutzt den dies­jäh­ri­gen Tag der Organ­spen­de aber auch, um den­je­ni­gen, die bereits ein Organ erhal­ten haben, viel Gesund­heit zu wün­schen. Denn für sie sei die Coro­na-Pan­de­mie eine beson­de­re Bela­stung, da die Covid 19-Imp­fun­gen bei Trans­plan­tier­ten, die dau­er­haft immun­sup­pri­mie­ren­de Medi­ka­men­te neh­men müs­sen, eine gerin­ge­re Wir­kung erziele.