REHAU AG + Co star­te­te auto­no­men Shut­tle­be­trieb im Werksverkehr

Autonomer Shuttlebetrieb in Rehau. Foto: Landkreis Hof

Seit gut einem Jahr läuft das Koope­ra­ti­ons- und For­schungs­pro­jekt Shut­tle Modell­re­gi­on Ober­fran­ken (SMO), zu dem sich Stadt und Land­kreis Hof, die Stadt Rehau, der Land­kreis Kro­nach, der Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer Valeo, die REHAU AG + Co, die Regio­nal­bus Ost­bay­ern GmbH, die Hoch­schu­len Hof und Coburg sowie die TU Chem­nitz zusam­men­ge­schlos­sen haben.

Das vom Bun­des­mi­ni­ste­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur geför­der­te Pilot­pro­jekt unter­sucht die Mög­lich­kei­ten, auto­ma­ti­sier­te Fahr­zeu­ge im öffent­li­chen Stra­ßen­ver­kehr ein­zu­set­zen. Die elek­trisch ange­trie­be­nen „Peop­le Mover“ sol­len in naher Zukunft zum Stra­ßen­bild gehö­ren und einen Bei­trag zur Ver­kehrs­wen­de leisten.

“Unser Ziel ist es, im Rah­men des For­schungs­pro­jek­tes inno­va­ti­ve und vor allem zukunfts­fä­hi­ge Lösun­gen im Bereich des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs zu schaf­fen und damit vor allem den Men­schen im länd­li­chen Raum neue Mög­lich­kei­ten der Mobi­li­tät zu bie­ten. Die Erkennt­nis­se, die wir vor Ort gewin­nen wer­den, sind wich­tig, um wei­te­re Ent­wick­lungs­schrit­te vor­an­zu­trei­ben”, so Land­rat Dr. Oli­ver Bär.

Mitt­ler­wei­le ist die Ent­wick­lung des Pro­jek­tes so weit fort­ge­schrit­ten, dass der Werks­ver­kehr der Fir­ma REHAU AG + Co in den Regel­be­trieb gehen kann.

Ziel ist, die Beför­de­rung der Beschäf­tig­ten des Unter­neh­mens zwi­schen unter­schied­li­chen Stand­or­ten der REHAU AG + Co mit den Navya Shut­tles zu ermög­li­chen. Eine bis­her mit klas­si­schen Klein­bus­sen durch­ge­führ­te Mobi­li­täts­lö­sung wird dabei durch die selbst­fah­ren­den Shut­tles ergänzt.

Die Fahr­zeu­ge wur­den zu die­sem Zweck auf den Strecken­ver­lauf vom Gebäu­de Rhe­ni­um­haus bis zum Gebäu­de Stron­ti­um (über Otto-Hahn-Stra­ße, Reg­nitz­losau­er Stra­ße, Höll­bach­weg, Zeh­stra­ße; der Rück­weg erfolgt über die Son­nen­stra­ße, Reg­nitz­losau­er Stra­ße und Otto-Hahn-Stra­ße) ange­lernt und bewe­gen sich auf einer „vir­tu­el­len“ Schie­ne. Das bedeu­tet, die Fahr­zeu­ge ori­en­tie­ren sich an der Infra­struk­tur mit­tels Sen­so­ren und Kame­ras. Sobald sie auf eine unbe­kann­te, also zuvor nicht erlern­te Situa­ti­on tref­fen, schal­ten sie in einen Sicher­heits­mo­dus und die Unter­stüt­zung des Ope­ra­tors ist erfor­der­lich. Die­se abwei­chen­den Kon­stel­la­tio­nen wer­den erfasst und aus­ge­wer­tet, um dar­aus Schlüs­se zu zie­hen und ggf. Anpas­sun­gen vorzunehmen.

„Wir freu­en uns, an die­sem zukunfts­wei­sen­den Pro­jekt mit­wir­ken zu kön­nen. Wir haben eine Test­strecke aus­ge­wie­sen, um die Mög­lich­kei­ten des auto­no­men Fah­rens unter rea­len Umge­bungs­be­din­gun­gen zu testen. Das im auto­ma­ti­sier­ten Level 2 fah­ren­de Shut­tle hat sich in der Stadt Rehau auf einer Auto­bahn­zu­brin­ger­stra­ße zu bewäh­ren und Bahn­über­gän­ge im auto­no­men Modus zu über­que­ren. Im Zuge der Pro­jekt­ar­beit wur­den geeig­ne­te Lösungs­an­sät­ze erar­bei­tet, um die­se For­schungs­zie­le zu errei­chen. Die Rou­te 1 wird heu­te eröff­net, die Rou­te 2 durch die Innen­stadt ist in Vor­be­rei­tung. Damit lei­stet die Stadt Rehau einen wesent­li­chen Bei­trag, um das auto­no­me Fah­ren vor­an­zu­brin­gen“ so die 3. Bür­ger­mei­ste­rin Ker­stin Kropf.

„Dar­über hin­aus war und ist es uns wich­tig, die Shut­tles so aus­zu­stat­ten, dass sie schon heu­te Sicher­heits­stan­dards erfül­len, auch wenn die­se noch nicht gesetz­lich vor­ge­schrie­ben sind“, ergänzt Ernst Opel, SMO Pro­jekt­ma­na­ger der Stadt Rehau. „So fah­ren unse­re Fahr­zeu­ge bei­spiels­wei­se nicht wie her­kömm­li­che Shut­tles fast geräusch­los, son­dern wur­den unter ande­rem mit einem geschwin­dig­keits­ab­hän­gi­gen Sound­sy­stem (AVAS) sowie einem Abbie­ge­as­si­sten­ten zur recht­zei­ti­gen Erken­nung von seit­lich über­ho­len­den Fahr­rad­fah­rern aus­ge­stat­tet. Die­se Kon­zep­te wur­den in Rehau erst­mals in Shut­tles umge­setzt und mitt­ler­wei­le von andern Kom­mu­nen übernommen.“

Neben den eigens für den Betrieb geschul­ten Begleit­per­so­nen (Ope­ra­tor) wur­den durch die Stadt Rehau Maß­nah­men der Infra­struk­tur umge­setzt und wei­te­re tech­ni­sche Lösun­gen in den Fahr­zeu­gen ergänzt, die die Sicher­heits­an­for­de­run­gen ver­bes­sern und den lau­fen­den Ver­kehr mög­lichst gering beein­flus­sen sol­len. Das Rehau­er Kon­zept besteht u.a. aus der auf­fäl­li­gen Kenn­zeich­nun­gen der Strecke, der Ein­rich­tung einer Hal­te­ver­bots­zo­ne und zwei Aus­weich­buch­ten sowie der Shut­tle-Kom­mu­ni­ka­ti­on (über V2X und Sit­raf­fic Stream) mit den Ampelanlagen.

Die beglei­ten­de Ent­wick­lung und For­schung sind wesent­li­che Ele­men­te des Pro­jekts. Hier­zu gehö­ren sowohl die Erpro­bung zusätz­li­cher Lösun­gen für die Erken­nung von Umfeld und Ver­kehrs­si­tua­ti­on als auch eine umfang­rei­che Akzep­t­anz­for­schung bei den poten­zi­el­len Fahrgästen.

Zusätz­lich wer­den Infor­ma­ti­ons- und Reak­ti­ons­sy­ste­me unter­sucht. Die dezen­tra­le Über­wa­chung des Betriebs ist eben­falls einer der Bestand­tei­le des Forschungsprojekts.

„Unser Unter­neh­men ist sehr stolz, bei die­ser Ent­wick­lung ein Stück weit Pio­nier­ar­beit gelei­stet zu haben. REHAU hat das Über­mor­gen im Kopf, ist neu­en Tech­no­lo­gien gegen­über über­aus auf­ge­schlos­sen und wir sind nur zu ger­ne bereit, uns an Zukunfts­the­men wie die­sem zu beteiligen.

So ist die­ses För­der­pro­jekt eine sehr gute Gele­gen­heit, prak­ti­sche Erfah­run­gen mit die­ser neu­en, revo­lu­tio­nä­ren Tech­no­lo­gie zu sam­meln. Die­se Erfah­run­gen wer­den wir nut­zen, um auch wei­ter­hin Ideen für moder­ne, lei­stungs­fä­hi­ge Pro­duk­te zu gene­rie­ren,“ so Jür­gen Wer­ner, Mit­glied der Geschäfts­lei­tung der REHAU AG + Co.

Par­al­lel zum jetzt star­ten­den Werks­ver­kehr, wird der­zeit die Inbe­trieb­nah­me einer wei­te­ren Strecke durch die Rehau­er Innen­stadt vor­be­rei­tet, die dann auch von der Rehau­er Bevöl­ke­rung genutzt wer­den kann. Hier­bei soll künf­tig auch ein Bahn­über­gang mit dem Shut­tle im auto­no­men bzw.

manu­el­len Betrieb über­quert wer­den. Für die Absi­che­rung die­ser Bahn­über­gangs­über­que­rung wur­den von der Stadt Rehau zwei Lösungs­vor­schlä­ge erar­bei­tet, die in einem wei­te­ren Schritt nun geprüft werden.

Das gesam­te For­schungs­pro­jekt SMO erstreckt sich im Raum Ober­fran­ken auf die im Land­kreis Hof gele­ge­ne Stadt Rehau, die Stadt Hof sowie den Land­kreis Kro­nach. Wäh­rend in Rehau die Betriebs­stand­or­te der REHAU AG + Co unter­ein­an­der ver­bun­den wer­den, steht in Kro­nach die tou­ri­sti­sche Anbin­dung der Festung Rosen­berg und in Hof die Ver­bin­dung vom Bahn­hof zur Innen­stadt im Mit­tel­punkt des Forschungsprojektes.

Unter­schied­lich­ste Part­ner aus Indu­strie, Gebiets­kör­per­schaf­ten und Wis­sen­schaft (sie­he unten) sind am Pro­jekt betei­ligt und haben bis­her einen erfolg­rei­chen Weg beschrit­ten, um die Teil­nah­me am öffent­li­chen Stra­ßen­ver­kehr zu gewähr­lei­sten und so öffent­li­che Mobi­li­tät neu zu gestalten.

Über die Projektpartner:

Die Pro­jekt­part­ner des For­schungs­pro­jek­tes Shut­tle-Modell­re­gi­on Ober­fran­ken (SMO) sind der Land­kreis Hof, der Land­kreis Kro­nach, die Stadt Rehau sowie die Stadt Hof als Gebiets­kör­per­schaf­ten. Der Kon­sor­ti­al­füh­rer Valeo Schal­ter und Sen­so­ren GmbH am Stand­ort Kro­nach trägt mit sei­ner Erfah­rung und Exper­ti­se im Bereich auto­no­mes Fah­ren, Fahr­zeugsen­so­rik, Algo­rith­mik und Tele­ope­ra­ti­on zum Pro­jekt bei. Dazu kom­men die REHAU AG + Co sowie die Regio­nal­bus Ost­bay­ern GmbH in Hof und die OVF Omni­bus­ver­kehr Fran­ken GmbH in Kronach.

Am Pro­jekt betei­ligt sind außer­dem die Hoch­schu­len für Ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten Hof und Coburg, die Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Chem­nitz sowie die Logi­stik Agen­tur Ober­fran­ken e.V. und die Nuts One GmbH.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Koope­ra­ti­ons- und For­schungs­pro­jekt Shut­tle Modell­re­gi­on Ober­fran­ken (SMO) fin­den Sie auch unter www​.shut​tle​-modell​re​gi​on​-ober​fran​ken​.de