Klei­ner öku­me­ni­scher Kir­chen­tag in Ecken­tal-Forth am Pfingstmontag

Pfarrerin Stefanie Grasruck und Pfarrer Andreas Hornung. Foto: Michael Ihle
Pfarrerin Stefanie Grasruck und Pfarrer Andreas Hornung. Foto: Michael Ihle

Inzwi­schen ist es in Ecken­tal eine Tra­di­ti­on gewor­den, dass am Pfingst­mon­tag die Gläu­bi­gen zu einem öku­me­ni­schen Got­tes­dienst aus allen evan­ge­li­schen Pfar­rei­en und unse­rem Pfar­rei­en­ver­bund dazu ein­ge­la­den werden.

Heu­er wur­de der 3. Öku­me­ni­sche Kir­chen­tag mit dem Mot­to: „Schaut hin!“ (Mk 6,38) nach Forth geholt und Coro­na bedingt vor dem evan­ge­li­schem Gemein­de­platz im Frei­en bei schön­stem Wet­ter mit der Haus­her­rin, Frau Pfar­re­rin Ste­fa­nie Gra­s­ruck, sowie Pfar­rer Andre­as Hor­nung gefeiert.

Frau Gra­s­ruck begrüß­te die zahl­rei­chen Gläu­bi­gen aus den umlie­gen­den Kir­chen­ge­mein­den mit den Wor­ten: „Schau­en wir, was uns ver­bin­det, was Jesu Bot­schaft uns sagt und wie wir immer wie­der über­rascht werden.“

Aus dem Evan­ge­li­um von der Brot­ver­meh­rung nach Mar­kus (6,35–44) stammt das Mot­to des öku­me­ni­schen Kir­chen­tags, der in Frank­furt am Main vom 13.–16. Mai 21 stattfand.

Frau Pfar­re­rin Gra­s­ruck ana­ly­sier­te das Mot­to: „Schaut hin! Ver­traut und han­delt!“. Hier ein­zel­ne Abschnit­te aus ihrer Predigt:

Damals wie heu­te brau­chen Men­schen Stär­kung. Zunächst heißt es: „Schaut hin!“ Schaut euch erst an, wie der Stand der Din­ge ist. Jesus woll­te damals eine Bestands­auf­nah­me haben. Sie fiel ernüch­ternd mager aus: Fünf Bro­te und zwei Fische! Dann wur­den 5000 satt und 12 Kör­be voll Brot blie­ben übrig. Jesus gibt nicht nur Brot wei­ter, er selbst wird das Brot zum Leben. Aus einer Man­gel­ge­schich­te am Anfang wird eine Über­fluss­ge­schich­te am Ende.

Auch heu­te gilt: „Schaut hin! Schaut es euch an!“ Wir sehen man­ches, was uns weh tut und durch die Pan­de­mie bestärkt wird. Wir sehen aber gleich­zei­tig, dass sich viel Krea­ti­vi­tät und Ideen­reich­tum im letz­ten Jahr, sowohl digi­tal als auch ana­log ent­wickeln konn­te. Auf die Ehren­amt­li­chen sei immer Verlass.

Frau Gra­s­ruck ende­te ihr State­ment mit dem Auf­trag „Geht hin und schaut hin! Und dann über­lasst Jesus die Regie! Ver­traut ihm und sei­nem Handeln.“

Pfar­rer Andre­as Hor­nung ver­tief­te das The­ma Ver­trau­en. Auch hier Aus­zü­ge aus sei­ner Predigt:

Ver­trau­en wie ein Kind

Kön­nen wir ein­an­der ver­trau­en? Nicht nur für uns for­dern, behal­ten, ham­stern, spa­ren, uns absi­chern, vor­aus­pla­nen, son­dern ein­an­der ver­trau­en? Hät­ten wir das Brot herausgekramt?

Ver­trau­en hilft zum rech­ten Hören

Ver­trau­en ist ein Geschenk. Ver­trau­en ist ein uner­setz­li­cher Schatz. Und die­sen Schatz kön­nen wir nicht her­stel­len. Er muss uns geschenkt wer­den. Als Chri­sten wis­sen wir: Der Hei­li­ge Geist, der Trö­ster ist auch der Hei­li­ge Geist, der Ver­trau­ens­stif­ter. Ein Ver­trau­en, das unse­re Gesell­schaft zum Leben braucht, wie die Natur die Sonne.

Aus dem Gott­ver­trau­en ent­steht Ver­trau­en zueinander

Der öku­me­ni­sche Kir­chen­tag und die­ser Got­tes­dienst heu­te will ein­la­den, ein­an­der zu ver­trau­en und gemein­sam Gott zu ver­trau­en, der dar­aus Gro­ßes bewir­ken will und kann.

Pfar­rer Hor­nung griff noch den drit­ten Aspekt des Kir­chen­tags­mot­tos: „Schaut hin – ver­traut – han­delt“ auf:

„Gemein­sam handeln“

Zuerst müs­sen wir genau hin­schau­en und im Ver­trau­en auf Gott dür­fen wir uns dar­auf ver­las­sen, dass Gott unser Tun unter­stützt und Kraft dazu gibt, damit wir auch han­deln, anpacken kön­nen. Bei­de Kir­chen sind gefragt, wenn es dar­um geht, Men­schen Ant­wor­ten auf Fra­gen ihres Lebens anzu­bie­ten. Etwa die Fra­ge: „Wie gehe ich mit Tod oder Krank­heit um?“

„Schaut hin!“ – bedeu­tet, hin­zu­se­hen, was die Men­schen um uns her­um brau­chen und wel­che Bedürf­nis­se sie haben, um dann Impul­se für ihr Leben zu geben.

„Schaut hin! Ver­traut und handelt!“

Möge Gott uns dazu immer wie­der sei­ne Beglei­tung und sei­nen Segen geben. Amen.

Nach dem gemein­sam gespro­che­nen Glau­bens­be­kennt­nis schloss sich ein Brot­wort an, in dem zwar nicht 12 Kör­be, son­dern 4 Kör­be mit klei­nen Bröt­chen mit fol­gen­den Wor­ten geseg­net wur­den: „So seg­ne die­ses Brot Gott, der auf uns schaut, der uns von sei­nem Ver­trau­en schenkt und uns mit­ein­an­der und mit sich sel­ber ver­bin­det. Wir tei­len das Brot, das wir haben, und wol­len dadurch gestärkt sein, jetzt in der Gemein­schaft als auch für den Weg, der vor uns liegt.“

Die Band Rain­drops spiel­te dazu: „Bit­te hör nicht auf zu träu­men“ (Söh­ne Mannheims/​Xavier Naidoo)

Musi­ka­lisch umrahmt wur­de die­ser klei­ne Kir­chen­tag von der Band Rain­drops unter der Lei­tung von Alfred Gol­ler, die Coro­na bedingt nur am ver­gan­ge­nen Frei­tag alle anspruchs­vol­len Lie­der ein­üben konn­ten. Dafür gab es einen lang­an­hal­ten­den Dankesapplaus.

Die anwe­sen­den Gläu­bi­gen, die sich der Öku­me­ne-Bewe­gung sehr nahe füh­len, freu­ten sich über die­sen Frei­luft­got­tes­dienst, der eine star­ke, geschwi­ster­li­cher Atmo­sphä­re aus­strahl­te, eben ein Kir­chen­tags­fee­ling pur. Eine Stim­me: „Es war ein schö­ner Ort, end­lich mal wie­der ein öku­me­ni­scher Got­tes­dienst, sowie ein Got­tes­dienst mit den Rain­drops! Ein deut­li­cher, acht­sa­mer Ruck durch die Gemein­schaft war spür­bar für mich!“

Rena­te Siebenkäs


Pfar­rei­en­ver­bund Ecken­haid – Stöck­ach-Forth – Weißenohe

Seit der ersten Struk­tur­re­form im Erz­bis­tum bil­de­ten die drei Pfar­rei­en einen Seel­sor­ge­be­reich. Mit der zwei­ten Struk­tur­re­form wur­den grö­ße­re Seel­sor­ge­be­rei­che gebil­det. Seit Sep­tem­ber 2019 sind die­se Pfar­rei­en in den Seel­sor­ge­be­reich NEU­BAU ein­ge­glie­dert. Nach wie vor arbei­ten die Pfar­rei­en Ecken­haid, Stöck­ach-Forth und Wei­ßeno­he eng in einem Pfar­rei­en­ver­bund zusam­men und gehö­ren zum Deka­nat Forch­heim. Geo­gra­phisch liegt die­ser Ver­bund am Tor zur Frän­ki­schen Schweiz.