Erwei­te­rungs­bau Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz: Spa­ten­stich mit dem Baye­ri­schen Gesund­heits­mi­ni­ster Klaus Holetschek

Geplanter Erweiterungsbau. © RRP Architekten & Ingenieure München
Geplanter Erweiterungsbau. © RRP Architekten & Ingenieure München

Neu­es wagen! Das Kli­ni­kum Forch­heim­Frän­ki­sche Schweiz erwei­tert am Stand­ort Forch­heim die Inten­siv­sta­ti­on, die Not­auf­nah­me und schafft Platz für die Kardiologie

Wie ver­mei­det man ange­sichts einer zu klei­nen Inten­siv­sta­ti­on, dass Ope­ra­tio­nen ver­scho­ben oder abge­sagt wer­den müs­sen oder Schwerst­ver­letz­te ande­ren Kran­ken­häu­sern zuge­wie­sen wer­den? Wie setzt man die Erfah­run­gen mit Covid-19 um, mit stren­gen Auf­la­gen für die Iso­lie­rung von inten­siv­pflich­ti­gen Pati­en­ten? Wie wird man den gestie­ge­nen Anfor­de­run­gen gerecht für den Betrieb einer erwei­ter­ten Not­fall­ver­sor­gung in der Not­auf­nah­me, die der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss (G‑BA)* beschlos­sen hat? Wie kann die Kli­nik­fu­si­on der ehe­mals selb­stän­di­gen Häu­ser Kli­ni­kum Forch­heim und Kli­nik Frän­ki­sche­Schweiz gelingen?

Der erste Spa­ten­stich mit dem Baye­ri­schen Gesund­heits­mi­ni­ster Klaus Holet­schek für den Erwei­te­rungs­bau am Stand­ort Forch­heim bil­det den Auf­takt für die stra­te­gi­sche Neu­aus­rich­tung der Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz gGmbH, die aus dem Zusam­men­schluss der bei­den Häu­ser her­vor­ge­gan­gen ist. Mit der Erwei­te­rung der Inten­siv­sta­ti­on und Not­auf­nah­me und der Bereit­stel­lung von Räum­lich­kei­ten für die Kar­dio­lo­gie wer­den die Lei­stun­gen der bei­den fusio­nier­ten Häu­ser fokus­siert und spe­zia­li­siert. Die Not­fall- und Inten­siv­fäl­le wer­den in Forch­heim gebündelt.

Aufsichtsratsvorsitzender Klinikum Oberbürgermeister Dr. Uwe Kirschstein, Ärztlicher Direktor Klinikum Forchheim Prof. Dr. med. Jürgen Gschossmann, Geschäftsführer Klinikum Sven Oelkers, Betriebsrätin Waltraud Bürkner, Bayerischer Gesundheitsminister Klaus Holetschek, Architekt Fritz Galuschka von RRP Architekten & Ingenieure, München, Aufsichtsrat Klinikum Landrat Dr. Hermann Ulm. Foto: Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz

Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der Kli­ni­kum Ober­bür­ger­mei­ster Dr. Uwe Kirsch­stein, Ärzt­li­cher Direk­tor Kli­ni­kum Forch­heim Prof. Dr. med. Jür­gen Gschoss­mann, Geschäfts­füh­rer Kli­ni­kum Sven Oel­kers, Betriebs­rä­tin Wal­traud Bür­kner, Baye­ri­scher Gesund­heits­mi­ni­ster Klaus Holet­schek, Archi­tekt Fritz Galusch­ka von RRP Archi­tek­ten & Inge­nieu­re, Mün­chen, Auf­sichts­rat Kli­ni­kum Land­rat Dr. Her­mann Ulm. Foto: Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz

Sven Oel­kers, Geschäfts­füh­rer der Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz gGmbH, erläu­tert: „Mit dem Erwei­te­rungs­bau set­zen wir das medi­zi­ni­sche Kon­zept der Fusi­on um. Aber die Welt bleibt nicht ste­hen. Durch immer neue Vor­ga­ben, die berück­sich­tigt wer­den müs­sen, ent­wickeln wir ent­spre­chend die medi­zi­ni­schen Struk­tu­ren wei­ter. Die­se müs­sen den Vor­ga­ben des G‑BA ent­spre­chen, um zukunfts­fä­hig zu sein. Unser Ziel ist die best­mög­li­che Gesund­heits­ver­sor­gung unse­rer Bevöl­ke­rung im Land­kreis mit den Stand­or­ten in Forch­heim und Eber­mann­stadt zu ermöglichen.“

Medi­zi­ni­sches Konzept

Das medi­zi­ni­sche Kon­zept sieht vor, dass die inter­ven­tio­nel­le Kar­dio­lo­gie von Eber­mann­stadt nach Forch­heim ver­la­gert wird, wo auch die Schlag­an­fall­ver­sor­gung und kom­ple­xe Gastro­en­te­ro­lo­gie zen­tra­li­siert wer­den. Inten­siv­be­atmungs­fäl­le wer­den nach der Erwei­te­rung in Forch­heim behan­delt. In Eber­mann­stadt wird das gesam­te Spek­trum der aku­ten und reha­bi­li­ta­ti­ven Ger­ia­trie und die Psy­cho­so­ma­tik den Schwer­punkt bil­den. Ergänzt wird das Spek­trum durch das Pfle­ge­zen­trum mit sei­nem sta­tio­nä­ren und ambu­lan­ten Leistungsangebot.

Bay­erns Gesund­heits­mi­ni­ster Klaus Holet­schek betont: „Wir machen unse­re Kli­ni­ken fit für die Zukunft. Das erfor­dert kon­ti­nu­ier­lich Inve­sti­tio­nen in Gebäu­de und Aus­stat­tung. Wir haben die Maß­nah­me schon im ersten Jahr der Antrag­stel­lung direkt im Jah­res­kran­ken­haus­bau­pro­gramm 2020 ein­ge­plant und för­dern den Aus­bau mit rund 22 Mil­lio­nen Euro. Die För­der­sum­me soll dabei antei­lig auch aus dem Kran­ken­haus­struk­tur­fonds kom­men. Das ist gut inve­stier­tes Geld, das unmit­tel­bar der Ver­sor­gung der Men­schen zugutekommt.“

Modern­ste medi­zi­ni­sche Behandlung

Ober­bür­ger­mei­ster der Stadt Forch­heim, Dr. Uwe Kirsch­stein, Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz gGmbH, sagt: „Klas­se, dass durch die bau­li­che Ver­grö­ße­rung die neue­sten und modern­sten Behand­lungs­me­tho­den für unse­re Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zur Ver­fü­gung ste­hen. Mit rund 1.000 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern spielt das Kli­ni­kum auch als einer der größ­ten Arbeit­ge­ber für die Stadt Forch­heim eine gewich­ti­ge Rolle.“

Zukunfts­fä­hi­ge Notfallversorgung

Land­rat Dr. Her­mann Ulm, Auf­sichts­rats­mit­glied der Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz gGmbH, unter­streicht: „Der Erwei­te­rungs­bau am Stand­ort Forch­heim sichert uns die Not­fall­ver­sor­gung für den gesam­ten Land­kreis Forch­heim. Kreis­tag und Stadt­rat haben mit dem Beschluss zur Fusi­on die Zei­chen der Zeit erkannt, nach­dem die kran­ken­haus­po­li­ti­schen Vor­ga­ben die Bün­de­lung von Inten­siv­me­di­zin, Not­auf­nah­me und Kar­dio­lo­gie an einem Stand­ort erzwin­gen. Im Zusam­men­spiel von Not­ärz­ten, Ret­tungs­dien­sten und Kli­nik wird dadurch eine hoch­mo­der­ne, zukunfts­fä­hi­ge Ver­sor­gung für alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger entstehen.“

Zah­len zum Erweiterungsbau

Knapp 30 Mio. Euro sind für die Bau­ko­sten Erwei­te­rungs­bau Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz vorgesehen:

  • Gesamt: 27.858.200 €
  • För­der­fä­hig: 21.662.000 €
  • Nicht för­der­fä­hig: 6.196.200 €

Zeit­plan mit drei Bauabschnitten

  1. Bau­be­ginn März 2021 mit bau­vor­be­rei­ten­den Maß­nah­men – Bau­stel­len­zu­fahrt, Ver­le­gung der Lie­gend­kran­ken­zu­fahrt für Ret­tungs­wa­gen und Ver­le­gung eines Sauer­stoff­tanks aus dem Baufeld.
  2. Juni 2021 Beginn der Tief­bau- und Roh­bau­ar­bei­ten, Abbruch vor­han­de­ner Beton­kon­struk­tio­nen, das Her­stel­len der not­wen­di­gen Anschluss­flä­chen sowie die Siche­rung der Bestands­flä­chen. Dann fol­gen die Grün­dungs­ar­bei­ten, die Roh­bau­ar­bei­ten, Fas­sa­de­nund Dach­kon­struk­tio­nen sowie die Ausbauarbeiten.
  3. Endo­sko­pie und Kar­dio­lo­gie wer­den erst nach Bezug der neu­en, umge­bau­ten Flä­chen angepasst.

Ende 2023 Gesamtfertigstellung

Das Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz

Die Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz gGmbH bie­tet mit ihren Ein­rich­tun­gen des Gesund­heits­we­sens an den Stand­or­ten Forch­heim und Eber­mann­stadt kom­pe­ten­te medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung in Wohn­ort­nä­he. Mit rund 1.000 Mit­ar­bei­tern zählt das Unter­neh­men zu den größ­ten Arbeit­ge­bern des Land­krei­ses Forchheim.

Am Stand­ort Forch­heim ver­fügt das Kli­ni­kum über eines der modern­sten Kran­ken­häu­ser der Grund- und Regel­ver­sor­gung mit der­zeit 225 Plan­bet­ten mit den Kli­ni­ken für Ortho­pä­die und Unfall­chir­ur­gie, All­ge­mein­chir­ur­gie, Inne­re Medi­zin, Geburtshilfe/​Gynäkologie sowie den Fach­ab­tei­lun­gen Anäs­the­sie und Inten­siv­me­di­zin, Radio­lo­gie, Neu­ro­chir­ur­gie, Pla­sti­sche und Ästhe­ti­sche Chir­ur­gie und Uro­lo­gie und den Beleg­ab­tei­lun­gen HNO und Ortho­pä­die. Am Haus befin­det sich ein Not­arzt­stand­ort und ein Medi­zi­ni­sches Ver­sor­gungs­zen­trum für Ortho­pä­die und Unfallchirurgie.

Der Stand­ort Eber­mann­stadt umfasst ein Fach­kran­ken­haus für Inne­re Medi­zin mit 85 Bet­ten, ein­schließ­lich einer psy­cho­so­ma­ti­schen Abtei­lung mit 18 Bet­ten, und eine Fach­kli­nik für Ger­ia­tri­sche Reha­bi­li­ta­ti­on mit 60 sta­tio­nä­ren Bet­ten. In der Fach­kli­nik für Inne­re Medi­zin lie­gen die Schwer­punk­te in der Behand­lung und Prä­ven­ti­on von Herz- und Gefäß­er­kran­kun­gen sowie in der ger­ia­tri­schen früh­re­ha­bi­li­ta­ti­ven Kom­plex­be­hand­lung. Im Fach­kran­ken­haus für Ger­ia­tri­sche Reha­bi­li­ta­ti­on ist die Behand­lung spe­zi­ell auf älte­re, mul­ti­mor­bi­de Pati­en­ten aus­ge­rich­tet. Außer­dem betreibt die Kli­nik in Eber­mann­stadt ein Pfle­ge­zen­trum mit 60 sta­tio­nä­ren Plät­zen und einen ambu­lan­ten Pflegedienst.

*G‑BA – Der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss ist das ober­ste Beschluss­gre­mi­um der gemein­sa­men Selbst­ver­wal­tung im deut­schen Gesundheitswesen