OLG Bam­berg: Geden­ken an Wil­ly Aron anläss­lich sei­nes 88. Todestags

Symbolbild Justiz

Prä­si­dent Schmitt: „Wil­ly Aron ist ein Vorbild“

„Wil­ly Aron ist auch heu­te ein Vor­bild für alle Beschäf­tig­te des Ober­lan­des­ge­richts sowie jedes Organ der Rechts­pfle­ge“. Mit die­sen Wor­ten gedach­te der Prä­si­dent des Ober­lan­des­ge­richts Lothar Schmitt dem am 19. Mai 1933 im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Dach­au an den Fol­gen schwe­rer kör­per­li­cher Miss­hand­lun­gen ver­stor­be­nen Bam­ber­ger Gerichts­re­fe­ren­dar. Wil­ly Aron stell­te sich trotz sei­nes jugend­li­chen Alters gegen die men­schen­ver­ach­ten­de Ideo­lo­gie des Natio­nal­so­zia­lis­mus und bezog Stel­lung. Auch in der aktu­el­len Zeit sei­en Demo­kra­tie und Rechts­staat welt­weit nicht selbst­ver­ständ­lich und müss­ten gegen Anfein­dun­gen ver­tei­digt wer­den. Wil­ly Aron sei auf­grund sei­nes Enga­ge­ments und sei­nes beherz­ten Ein­tre­tens für Demo­kra­tie und Rechts­staat zugleich Vor­bild und Mah­nen­der, so Prä­si­dent Schmitt bei einer gemein­sa­men Kranz­nie­der­le­gung mit der Wil­ly-Aron-Gesell­schaft Bam­berg an der Gedenk­ta­fel für Wil­ly Aron im Gebäu­de des Ober­lan­des­ge­richts am Wilhelmsplatz.

Es lie­ge in der Ver­ant­wor­tung von uns allen, dass sich Gräu­el­ta­ten wie in der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus nicht mehr wie­der­ho­len, so Prä­si­dent Schmitt.

Der Erste Vor­sit­zen­de der Wil­ly-Aron-Gesell­schaft Dani­el Mant­hey, der gemein­sam mit der stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den Mecht­hil­dis Bocksch an der Ver­an­stal­tung teil­nahm, hob bei sei­ner Anspra­che her­vor, Wil­ly Aron sei bereits als jun­ger Mann vor Gericht auf­ge­tre­ten. „Er setz­te sich stets dafür ein, dass die Geset­ze so ange­wen­det wer­den, wie sie dem Recht ent­spra­chen“, so Dani­el Manthey.

Der Prä­si­dent des Ober­lan­des­ge­richts Lothar Schmitt dank­te am Ende der Gedenk­ver­an­stal­tung, die auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie nur im klei­nen Kreis durch­ge­führt wer­den konn­te, dem Vor­stand der Wil­ly-Aron-Gesell­schaft für ihre Anwe­sen­heit. Dem gesam­ten Ober­lan­des­ge­richt sei es ein beson­de­res Anlie­gen, Wil­ly Aron anläss­lich sei­nes 88. Todes­tags zu ehren und sei­ner zu gedenken.Die Gedenk­ta­fel für Wil­ly Aron wur­de im Jahr 2000 durch den Künst­ler Lothar Fischer (1933 – 2004) gestal­tet und befin­det sich im drit­ten Stock des Gerichtsgebäudes.

Der­zeit wird durch das Ober­lan­des­ge­richt über­legt, die Gedenk­ta­fel an einen von der Öffent­lich­keit noch fre­quen­tier­te­ren Stand­ort im Gebäu­de zu verlagern.

Zum Hin­ter­grund:

Im Gebäu­de des Ober­lan­des­ge­richts Bam­berg am Wil­helms­platz befin­den sich ins­ge­samt drei Gedenk­ta­feln. Im Trep­pen­auf­gang zum zwei­ten Ober­ge­schoss wird an den Bam­ber­ger Rechts­an­walt Johan­nes Wöl­fel und an die ent­rech­te­ten, ver­folg­ten, ver­trie­be­nen und ermor­de­ten Justiz­an­ge­hö­ri­ge und Rechts­an­wäl­te jüdi­scher Her­kunft erinnert.

Im drit­ten Stock befin­det sich die Gedenk­ta­fel für den Bam­ber­ger Gerichts­re­fe­ren­dar Wil­ly Aron, der am 19. Mai 1933 im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Dach­au ver­starb. Die Gedenk­ta­fel wur­de durch den Künst­ler Lothar Fischer geschaf­fen, der von 1975 – 1997 Inha­ber einer Pro­fes­sur an der Hoch­schu­le der Kün­ste in Ber­lin war und 1991 Mit­glied der Baye­ri­schen Aka­de­mie der Schö­nen Kün­ste in Mün­chen wurde.