Gar­ten­tipps & Tricks: Zuc­chi­ni brau­chen Was­ser und Wärme

Zucchini im Hochbeet. Foto: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim
Zucchini im Hochbeet. Foto: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim

Belieb­tes Som­mer­ge­mü­se lässt sich leicht anbau­en – Gro­ße Viel­falt bei den Verwendungsmöglichkeiten

Was wäre ein Som­mer ohne Zuc­chi­ni? Rei­che Ern­te, viel­sei­tig ver­wend­bar und kräf­tig im Wachs­tum macht der eige­ne Anbau auch „Gar­ten-Neu­lin­gen“ Spaß. Nach den Eis­hei­li­gen fin­den wär­me­lie­ben­de Frucht­ge­mü­se­ar­ten ihren Platz im Frei­en, wis­sen die Fach­leu­te der Baye­ri­schen Gartenakademie.

Auf­fal­lend gro­ße gel­be Blü­ten schmücken die Pflan­zen, bevor sich die typi­schen Zuc­chi­nif­rüch­te bil­den. Oft rei­chen schon ein oder zwei Pflan­zen, um eine (klei­ne) Fami­lie den Som­mer über mit Zuc­chi­nif­rüch­ten zu versorgen.

Mit Gra­sschnitt mulchen

Zuc­chi­ni sind käl­te­emp­find­lich und erhal­ten erst dann ihren Platz im Frei­en, wenn kei­ne Frö­ste mehr zu erwar­ten sind. In der Regel ist dies ab Mit­te Mai. Sie brau­chen einen locke­ren, nähr­stoff­rei­chen und humo­sen Gar­ten­bo­den. Das Ein­ar­bei­ten von Kom­post und Horn­mehl bei der Pflan­zung ist sinn­voll. Wäh­rend des Som­mers braucht das Gemü­se aus­rei­chend Was­ser. Um die Ver­dun­stung aus dem Boden zu redu­zie­ren hat es sich bewährt mit Gra­sschnitt oder ande­rem fri­schen orga­ni­schen Mate­ri­al zu Mul­chen. Dies för­dert außer­dem das Boden­le­ben und garan­tiert die Nährstoffnachlieferung.

Die Zuc­chi­ni-Viel­falt ist groß. Neben wal­zen­för­mi­gen Früch­ten in grün, gelb und gestreift gibt es auch die Kugel­form. Wäh­rend die mei­sten Zuc­chi­ni kom­pakt und buschig wach­sen, bil­det die Klet­ter­zuc­chi­ni lan­ge Trie­be, die am Zaun oder an einem Pfahl ange­bun­den wer­den. Für die mei­sten Zuc­chi­ni­s­or­ten pla­nen Sie etwa einen Qua­drat­me­ter je Pflan­ze ein. Ein­jäh­ri­ge Som­mer­blu­men im Rand­be­reich locken Insek­ten an und machen den Gemü­se­gar­ten bunt.

Gelb leuch­ten die gro­ßen Trich­ter-Blü­ten der Zuc­chi­ni, in denen auch häu­fig Bie­nen zu fin­den sind. Weib­li­che Blü­ten besit­zen gleich einen klei­nen Fruch­t­an­satz, wäh­rend die männ­li­chen auf dün­nen Stie­len sit­zen. Oft bil­den sich erst nur männ­li­che Blü­ten, bevor spä­ter bei wär­me­ren Tem­pe­ra­tu­ren ver­stärkt weib­li­che Blü­ten erschei­nen. Las­sen Sie jedoch immer auch weni­ge männ­li­che Blü­ten stehen.

Zuc­chi­ni auch im Kübel

Das belieb­te Frucht­ge­mü­se lässt sich auch anbau­en, wo wenig Platz zur Ver­fü­gung steht. Selbst im Hoch­beet, Kisten­gar­ten oder gro­ßen Kübel wach­sen die Pflan­zen und bil­den ihre Früch­te. Ach­ten Sie auf aus­rei­chend gro­ße Pflanz­ge­fä­ße und nut­zen Sie hoch­wer­ti­ge Sub­stra­te. Es eig­nen sich beson­ders Sor­ten, die klei­ner und kom­pakt blei­ben. In Bay­ern wur­den eine grü­ne und eine gel­be Sor­te zum „Gemü­se des Jah­res 2021“ gekürt. Mit­glieds­be­trie­be des Baye­ri­schen Gärt­ne­rei-Ver­ban­des und der Initia­ti­ve „Ihre Regio­nal­Gärt­ne­rei“ bie­ten „Fred“ und „Wil­ma“ exklu­siv an. Bei­de Sor­ten haben einen kom­pak­ten Wuchs und auch die Früch­te wer­den nicht all­zu groß.

Zuc­chi­ni kulinarisch

Gegen eine Schwem­me an Zuc­chi­nif­rüch­ten hilft am besten eine früh­zei­ti­ge Ern­te. Die opti­ma­le Frucht­grö­ße liegt bei etwa 12 bis 25 Zen­ti­me­tern. So ern­tet man dann zwar viel­leicht weni­ger an Mas­se, dafür aber nur schmack­haf­te und beson­ders zar­te Früch­te. Die­se schmecken auch roh in dün­nen Schei­ben oder geras­pelt im Salat. Gebra­ten, gekocht, gedün­stet, gegrillt – lecke­re Rezep­te mit Zuc­chi­ni fin­det man schnell. Groß gewor­de­ne Früch­te eig­nen sich auch noch für Sup­pen, Chut­neys oder für Kuchen. Durch die här­te­re Scha­le der gro­ßen Früch­te sind die­se auch ein paar Tage län­ger halt­bar. Zuc­chi­ni-Blü­ten, vor­zugs­wei­se männ­li­che, kön­nen Sie bra­ten, frit­tie­ren und fül­len und wer­den so eine lecke­re Vorspeise.

Wer wei­te­re Fra­gen hat, wen­det sich an das Gar­ten­te­le­fon (Tel.: 0931/9801–147) oder schreibt eine E‑Mail an bay.​gartenakademie@​lwg.​bayern.​de

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es auf den Inter­net­sei­ten der Baye­ri­schen Gartenakademie:
www​.lwg​.bay​ern​.de/​g​a​r​t​e​n​a​k​a​d​e​m​i​e​/​g​a​r​t​e​n​d​o​k​u​m​e​n​t​e​/​w​o​c​h​e​n​t​i​p​p​s​/​2​7​0​8​78/

Isol­de Keil-Vierheilig, 
Baye­ri­sche Gartenakademie