Resü­mee mit Senft

Resümee mit Senft. Foto: Alex Dittrich

Balu’s Wochen­rück­blick aus den Resten der wöchent­li­chen Mel­dun­gen. Gewürzt mit der rich­ti­gen Schär­fe und eige­nem Gusto.

Der Topf:

Frank Walter

Balu kocht auf …

Wie­der ist eine Woche ver­gan­gen. Noch immer sind die medi­en­be­her­schen­den The­men die Pan­de­mie mit ihren Zah­len, also erneut rein damit in den Topf! Auch in der Bam­ber­ger Tages­pres­se liest man größ­ten­teils nur noch wel­che Aus­wir­kun­gen die­se auf das Leben hier haben. Mal sehen ob es trotz­dem schmeckt.….

Die Haupt­zu­tat:

Der Bam­ber­ger Cat­walk bie­tet also für die wär­me­ren Mona­te wie­der allen Mode­schöp­fern der Welt eine Flä­che zur Prä­sen­ta­ti­on. Wäh­rend die Models teil­wei­se in Desi­gner­kla­mot­ten fla­nie­ren, sit­zen ande­re Tee­nie­mo­dels auf den VIP-Plät­zen der Unte­ren Brücke und sip­pen an ihrem Scham­pus mit Bier­ge­schmack, da auf­grund „En Vogue“ zu sein der Para für einen Knei­pen­be­such fehlt! – Also wird dort über 1 LIFE phi­lo­so­phiert. Nur wer zum Kli­en­tel die­ser mode­be­wuss­ten Hosen­hoch­kremp­ler zählt bewahrt sein Gesicht bei Gleich­alt­ri­gen in der Stadt.

Bür­ger­mei­ster und Ober­bür­ger­mei­ster appel­lie­ren die­se Woche nun an alle Brücken­gän­ger, die Wochen der Bam­ber­ger Fashion Week zu ver­schie­ben. Die­ser Apell ist genau­so Sinn­los wie zu glau­ben das nur einer von den Besu­chern weiß, das die Sta­tue der Hei­li­gen Kuni­gun­de dort eine Kopie ist.

Die­se Brücke ist und war schon immer Dreh und Angel­punkt und im Lau­fe der Zeit wur­de sie eben nur noch Angel­punkt! – Abge­se­hen von mei­ner per­sön­li­chen Mei­nung zu den Besu­chern ist dies auch ver­ständ­lich!!!! Was wird denn in Bam­berg gebo­ten? Wohin sol­len sie denn um sich zu tref­fen? Kon­zer­te und Ver­an­stal­tun­gen sind nur für Leu­te ab dem mitt­le­ren Alter gebo­ten und fast nicht mehr bezahl­bar. Dis­ko­the­ken Fehl­an­zei­ge, Clubs schlie­ßen einer nach dem ande­ren. Ein­lass ab 18 hier, Ein­lass ab 18 dort. SPERR­STUN­DE. Als ich Jung war da ging man erst um 23 Uhr oder noch spä­ter in die Stadt. Da konn­te man täg­lich fei­ern und war auf­ge­räumt und lief ledig­lich über die Brücke, um von A nach B zu kom­men und dach­te nicht im gering­sten dar­an die beste Zeit sei­nes Lebens mit dem Sit­zen und beim Glot­zen auf einer Brücke zu verbringen!

Mit Apel­len kommst du da nicht mehr wei­ter, da musst du schon wei­ter den­ken und wie­der was bie­ten. Vor allem nach der komi­schen Zeit! – Viel­leicht auch über ein Ver­weil­ver­bot aktu­ell, und spä­ter ab 20 Uhr nachdenken.Aber wen inter­es­siert das nach der Pan­de­mie wie­der, ob die­ser Genera­ti­on was gebo­ten wird?? – NIE­MAN­DEN! Es geht ja rein dar­um aktu­ell das Virus ein­zu­däm­men (Obwohl die­se Men­schen­an­samm­lun­gen – und nicht nur auf der Brücke! – auch Erba, Hain und Co wer­den da genannt – ja in die Kar­ten spie­len um einen Grund nen­nen zu kön­nen war­um die Inzi­denz seit acht Tagen steigt). Jetzt wur­den doch auch Aus­gangs­sper­ren befoh­len und Grup­pen­an­samm­lun­gen ver­bo­ten. Man hat sich dran gewöhnt, es wäre also ein Leich­tes. Ein­fach die in die­ser Woche ver­mel­de­ten fünf neu­en Fahr­rad­rei­fen der Poli­zei da drü­ber schicken und das Pilot­pro­jekt in „Fashion-Poli­zei“ oder „Cat­walk Cops“ umbenennen …

Die Bei­la­ge:

Einen wei­te­ren Tief­schlag für die Bam­ber­ger war die Mel­dung das die gelieb­te Sand­ker­wa nun zum drit­ten Mal abge­sagt wur­de. Eben­falls Pan­de­mie­be­dingt! „Schuld sind die Men­schen­an­samm­lun­gen die die Zah­len hoch­trei­ben“ hat da bestimmt schon der ein oder ande­re Wirts­haus­vi­ro­lo­ge kund getan. Es feh­len also auch im zwei­ten Jahr in Fol­ge den Gastros und den Hotie­liers wich­ti­ge Ein­nah­men und es bleibt zu hof­fen das sich die Bam­ber­ger Sand­stra­ße und drum­her­um nicht noch noch mehr Schlie­ßun­gen des­halb ein­fängt. Die typi­sche frän­ki­sche Ker­was­spe­zia­li­tät Lan­gos ver­sucht man ja trotz­dem anzu­bie­ten, wie zu lesen ist. Bestimmt steht auch der Pop­corn­wa­gen fürs Fee­ling die­ses Jahr an bekann­ter Stel­le an dem aller­dings nur Geimpf­te und Gene­se­ne sich ihren Mais abho­len dürfen …

Auch alle ande­ren Ker­was sind lei­der abge­sagt und so bleibt also nur noch die Arsch­ker­wa für die Cat­walk-Kids wenn sie von der Brücken-Par­ty nach Hau­se kommen.

Der Senft:

Dann war da noch die Mel­dung von einer mög­li­chen Schlie­ßung des Kinos auf dem Atri­um. 40 Ange­stell­te wer­den dann wohl lei­der ihren Job ver­lie­ren. Aber das es mal soweit kommt, war bei den Ange­bo­ten der ‑zig Strea­ming­dien­ste doch nur eine Fra­ge der Zeit gewe­sen. Wenn ich für unter 10€ im Monat hun­der­te Seri­en und Fil­me ohne Wer­bung sehen kann, ent­schei­de ich mich natür­lich für die­se Vari­an­te der cinea­sti­schen Unter­hal­tung. Gera­de in einer Zeit in der das Geld nichts mehr Wert ist und sich Online geda­tet wird, bleib ich doch lie­ber Zuhau­se und Net­flix & Chill mit mei­nem Tin­der Date!

Vor­bei sind die Zei­ten in der der Mann sei­ne Ange­be­te­te erst ins Dol­phins Diner auf einen Bur­ger und Cock­tail ein­ge­la­den hat, bevor es im dunk­len Kino­saal ans erste Händ­chen hal­ten ging, weil der Schlin­gel den Hor­ror­film als Komö­die ange­prie­sen hatte …

Ist man dann liiert hat der Mann ein­mal das Recht auf eine alko­ho­li­sier­te Him­mel­fahrt im Jahr, ohne Kon­se­quen­zen von zu Hau­se. Der Koch­löf­fel und das Nudel­holz blei­ben im Schub­ber und es gibt am näch­sten Tag auch nicht das übli­che Mit­tag­essen, „Glub­schaang mit Brummelsuppn„nach sol­chen Tou­ren. Doch sah ich am Don­ners­tag, dem ange­spro­che­nen Her­ren­tag nur ver­ein­zelt Män­ner die die­se Tra­di­ti­on pfleg­ten. Eher ein komi­sches neu­es Bild zeig­te sich mir in mei­ner nähe­ren Umge­bung. Mit E‑Bike waren da Ein­zel­ne unter­wegs, die zwei Grup­pen mit Bol­ler­wa­gen waren am Nach­mit­tag noch top­fit und in 3er Grup­pen unter­wegs, statt mit dem gan­zen Stamm­tisch und all­ge­mein war „Über­land“ mal gar nix los weil „die­se“ Scheiß Coro­na auch alles verbietet …

Des­halb als Abschluss für die­se Woche ein Zitat von Heinz Erhardt:

„Frü­her war alles gut, heu­te ist alles bes­ser. Es wäre bes­ser, wenn wie­der alles gut wäre“

Man kann gespannt sein was für Zuta­ten die näch­ste Woche im Bam­ber­ger Kühl­schrank so übrig blei­ben, um dann wie­der ein lecke­res Restees­sen draus zu zaubern …