Leser­brief zum Arti­kel im FT am 10.05.2021 „Kann Scholz auf­ho­len?“ und „Scholz setzt auf sei­ne Erfahrung“

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Zu Beginn ein Zitat von Erich Käst­ner: „Wem Gott ein Amt gibt, dem raubt er den Ver­stand.“ Natür­lich gibt es Gegen­bei­spie­le zu Hauf. Um Miss­ver­ständ­nis­sen vor­zu­beu­gen: Kei­nem der in die­sem Leser­brief erwähn­ten Per­so­nen will ich das Käst­ner-Zitat unter­schie­ben. Die nahe­lie­gen­den Fra­gen bei Scholz sind: „Will er sich als klei­ne­res Übel prä­sen­tie­ren?“ Und „Wie­viel Macht braucht er noch, um sei­ne Vor­stel­lun­gen zu ver­wirk­li­chen?“ – die abso­lu­te oder die Weltherrschaft?

Und unser bay­ri­scher Minis­ter­prä­si­dent? Natür­lich ist sein Platz in Bay­ern. Aber wird er sich wirk­lich ver­schlie­ßen, wenn er das Gefühl hat, gebraucht zu wer­den, es bes­ser zu kön­nen als sein Par­tei­freund Horst als Innen­mi­nis­ter, als Vize­kanz­ler gar? Doch was reimt sich auf Söder: Schwe­re­nö­ter, Frei­heits­ver­öder, Land­schafts­ver­öder. Doch eines muss man Mar­kus Söder zu Gute hal­ten: er ist lern­fä­hig und kennt die Frän­ki­sche Schweiz.

Die Poli­ti­ker tre­ten auf, als wüss­ten sie den rich­ti­gen Weg, und wol­len immer nur vor­wärts schauen.

Doch ich lade ein zum Rück­wärts­schau­en, dann kann man sei­ne eige­nen Ver­säum­nis­se und Feh­ler und auch die unse­rer Poli­ti­ker bes­ser erken­nen, und zu einer Umkehr füh­ren. Die Ver­gan­gen­heit ist die ein­zi­ge Zeit, die uns Erkennt­nis­se geben kann, denn die Zukunft ken­nen wir nicht, und die Gegen­wart ist schnelllebig.

Alfons Eger,
Gos­berg