In Leu­ten­bach wer­den 5,5 Mil­lio­nen Euro investiert

Kapelle Sankt Moritz / Foto: Thomas Weichert
Kapelle Sankt Moritz / Foto: Thomas Weichert

LEU­TEN­BACH. Ein­stim­mig und ohne gro­ße Dis­kus­si­on ver­ab­schie­de­ten die Gemein­de­rä­te am Mon­tag­abend den schon bei der vor­an­ge­gan­ge­nen Rats­sit­zung vor­ber­be­ra­te­nen Etat 2021 nebst Finanz- und Stel­len­plan. Das Plan­werk von Käm­me­rer Fabi­an Tasch­ner sieht in die­sem Jahr Rekord­in­ve­sti­tio­nen in Höhe von rund 5,5 Mil­lio­nen Euro vor.

Die Gemein­de Leu­ten­bach bleibt aber als eine der weni­gen Kom­mu­nen im Land­kreis Forch­heim den­noch wei­ter­hin schul­den­frei. Und zwar schon seit 2014. Um die Inve­sti­tio­nen aller­dings täti­gen zu kön­nen müs­sen in die­sem Jahr rund 2,1 Mil­lio­nen Euro aus der Rück­la­ge ent­nom­men wer­den. Wenn alles nach Plan ver­läuft schmilzt die Rück­la­ge bis zum Jah­res­en­de auf rund 378 000 Euro. Aus dem letz­ten Haus­halts­jahr konn­te zudem ein Über­schuss in Höhe von rund 2,5 Mil­lio­nen Euro über­nom­men wer­den. Zum einen durch rund 1 Mil­lio­nen Euro Mehr­ein­nah­men im Ver­wal­tungs­haus­halt und zum ande­ren durch rund 1,4 Mil­lio­nen Euro im Ver­mö­gens­haus­halt durch auf heu­er ver­scho­be­ne Maß­nah­men, wie den Anbau des Kin­der­gar­tens um eine Kin­der­krip­pe die mit 1,15 Mil­lio­nen Euro heu­er neben den Sanie­run­gen der Was­ser­ver­sor­gungs­ein­rich­tung (1,5 Mil­lio­nen Euro) und der Abwas­ser­lei­tun­gen (1,6 Mil­lio­nen Euro) auch die größ­te Inve­sti­ti­on in die Infra­struk­tur ist. An Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen des Frei­staats sind heu­er rund 400 000 Euro weni­ger zu erwar­ten als im letz­ten Jahr. Ursa­che dafür ist die gestie­ge­ne Steu­er­kraft der Ein­woh­ner vom letz­ten Platz der 29 Land­kreis­ge­mein­den auf nun­mehr Platz 13. Und wegen einer Gewer­be­steu­er­rück­zah­lung aus dem Jahr 2018. Der Anteil an der Ein­kom­mens- und Umsatz­steu­er ver­min­dert sich eben­falls, und zwar um 95 000 Euro.

Bei der Gewer­be­steu­er wur­de trotz Coro­na wie­der mit Ein­nah­men in Höhe von 330 000 Euro kal­ku­liert. Tasch­ner rech­net heu­er mit Min­der­ein­nah­men im Ver­wal­tungs­haus­halt in Höhe von 369 700 Euro. Auf­grund tarif­li­cher Erhö­hun­gen und der Neu­ein­stel­lung eines Bau­hof­mit­ar­bei­ters stei­gen die Per­so­nal­ko­sten um 23 900 Euro an. Die Kreis­um­la­ge erhöht sich um 305 600 Euro auf ins­ge­samt 855 600 Euro. Für die Sanie­rung des VG-Gebäu­des in Kir­cheh­ren­bach ent­fällt auf Leu­ten­bach ein Anteil von 18 500 Euro. Für die Sanie­rung des Feu­er­wehr­hau­ses in Mit­te­l­eh­ren­bach ste­hen noch 10 000 Euro zur Ver­fü­gung, für den Schlauch­turm des Feu­er­wehr­hau­ses in Ober­eh­ren­bach 15 000 Euro und für die Anschaf­fung eines gemein­sam genut­zen Mann­schafts­trans­port­wa­gens (MTW) aller drei Gemein­de­feu­er­weh­ren 85 000 Euro, bei einem Zuschuss von 14 300 Euro. An der Sanie­rung der Mit­tel­schu­le in Kir­cheh­ren­bach muss sich Leu­ten­bach mit 12 100 Euro betei­li­gen, für den Bau der Kin­der­krip­pe mit Bistro rech­net Tasch­ner mit einem Zuschuss in Höhe von 540 000 Euro. Für den Aus­bau der Rosenau/​Am Lan­gen Bach sind 300 000 Euro vor­ge­se­hen und für das Brücken­bau­werk wei­te­re 95 400 Euro. Für Hoch­was­ser­schutz­maß­nah­men wur­den 50 000 Euro eingeplant.

Der Breit­band­aus­bau ist abge­schlos­sen. Dazu wer­den noch 140 000 Euro an Zuwei­sun­gen erwar­tet. Für die Neu­ver­le­gung der Abwas­ser­lei­tun­gen rech­net der Käm­me­rer mit einem Zuschuss in Höhe von rund 1,8 Mil­lio­nen Euro und für die Ertüch­ti­gung der Was­ser­ver­sor­gung mit Zuwen­dun­gen in Höhe von 324 000 Euro. Für mög­li­che Grund­stücks­er­wer­be ste­hen 135 000 Euro zur Ver­fü­gung. Oft sind es klei­ne­re Aus­ga­ben die zu grö­ße­ren Dis­kus­sio­nen füh­ren. So wie bei der letz­ten Sit­zung ein bean­trag­ter Zuschuss der Kir­chen­stif­tung für die bereits durch­ge­führ­te Bega­sung der Kapel­le St. Moritz mit dazu­ge­hö­ri­ger Ein­sie­de­lei wegen Holz­wurm­be­fall. Ins­ge­samt koste­te die­se Maß­nah­me 16 448 Euro. Abzüg­lich des Zuschus­ses des Erz­bis­tums blie­ben an der Kir­chen­stif­tung 11 330 Euro hän­gen. In der Regel gibt es für sol­che Maß­nah­men von der Gemein­de Leu­ten­bach einen Zuschuss von zehn Pro­zent. Rein­hard Weber war dies zu wenig. Schließ­lich hat­te die Kir­chen­stif­tung wegen Coro­na und folg­lich kei­ner Got­tes­dien­ste kei­ne Ein­nah­men. Auch Igor Lam­precht ver­wies dar­auf das die Wall­fahrts­kir­che, die eine Außen­stel­le des Göß­wein­stei­ner Wall­fahrts­mu­se­ums ist, ein ein­zig­ar­ti­ges Kul­tur­gut sei, beson­ders auch die Orgel. Der Rat einig­te sich nach Vor­schlag von Bür­ger­mei­ster Flo­ri­an Kraft (FW) schließ­lich auf eine Zuschuss­hö­he von 25 Pro­zent der nicht ander­wei­tig gedeck­ten Kosten. Das The­ma der Durch­füh­rung von hybri­den Gemein­de­rats­sit­zun­gen wur­de nach einer Dis­kus­si­on ver­tagt. Laut Kraft sei man dazu mit dem Gemein­de­tag im Gespräch da noch vie­les abge­klärt und recht­lich beleuch­tet wer­den müs­se. So müss­te auch die Geschäfts­ord­nung geän­dert wer­den. Dem Bau­an­trag zur Erwei­te­rung einer Maschi­nen­hal­le in Ober­eh­ren­bach wur­de zuge­stimmt. tw

Bil­der von der Kapel­le St. Moritz (auf den ersten drei mit der Ein­sie­de­lei im Vor­der­grund) sie­he Anhän­ge. Foto: Tho­mas Weichert

Haus­halt Gemein­de Leu­ten­bach 2021 in Zahlen

Gesamt­haus­halt: 8.272.900 Euro

Ver­wal­tungs­haus­halt: 2.712.000 Euro

Ver­mö­gens­haus­halt: 5.560.900 Euro

Kre­dit­auf­nah­me: 0,00 Euro

Zufüh­rung vom Ver­wal­tungs­haus­halt in den Ver­mö­gens­haus­halt: 115.100 Euro

Schul­den­stand Ende 2021: 0 Euro

Pro-Kopf-Ver­schul­dung Ende 2021: 0 Euro

Die wich­tig­sten Ausgaben:

Inve­sti­tio­nen: 5.560.000 Euro

Kreis­um­la­ge: 855 600 Euro

Per­so­nal­ko­sten: 323 000 Euro

VG-Umla­ge: 183 100Euro

Schul­ver­bands­um­la­gen: 142 800 Euro

Die wich­tig­sten Einnahmen:

Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen des Frei­staats Bay­ern: 379 100 Euro

Ein­kom­mens­steu­er mit Umatz­steu­er­be­tei­li­gung: 1.070.000 Euro

Grund­steu­er: 140 000 Euro

Gewer­be­steu­er: 330.000 Euro

Die vier größ­ten Inve­sti­tio­nen 2021:

Kin­der­krip­pe: 1.150.000 Euro

Sanie­rung Abwas­ser­lei­tun­gen: 1.620.000 Euro

Sanie­rung Was­ser­ver­sor­gung: 1.500.000 Euro

Man­schafts­trans­port­wa­gen Feu­er­weh­ren: 85.000 Euro

Steu­er­he­be­sät­ze:

Grund­steu­er A + B: 350 von Hundert

Gewer­be­steu­er: 380 von Hundert