Impf­zen­trum Lich­ten­fels bekommt Besuch von Oberstarzt

„Ich bin stolz, dass wir in Lich­ten­fels Hil­fe lei­sten können“

Kom­man­deur des Sani­täts­lehr­re­gi­ments, Ober­starzt Dr. Tobi­as Gam­ber­ger, infor­miert sich über den Ein­satz der Bun­des­wehr im Lichtenfels

„Auf der drit­ten Coro­na-Wel­le ist unser Land­kreis lei­der ganz oben mit dabei. Des­halb sind wir sehr dank­bar für die Amts­hil­fe der Bun­des­wehr in der Pan­de­mie­be­kämp­fung. Es ist ein groß­ar­ti­ger Auf­tritt, den die Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten hier bei uns ‚hin­le­gen‘, lob­te Land­rat Chri­sti­an Meiß­ner am Frei­tag die hohe Dienst­be­reit­schaft und den enga­gier­ten Ein­satz aus gege­be­nen Anlass: Ober­starzt Dr. Tobi­as Gam­ber­ger, Kom­man­deur des Sani­täts­lehr­re­gi­ments „Nie­der­bay­ern“ in Feld­kir­chen und Stand­ort­äl­te­ster für den Bereich Stadt und Land­kreis Strau­bing und Lands­hut, infor­mier­te sich über den ersten Ein­satz „sei­ner“ Soldat/​innen in einem Impf­zen­trum. Im Rah­men des Besuchs trug er sich auch in das Gol­de­ne Buch des Land­krei­ses Lich­ten­fels ein. Dabei ver­riet er, war­um ihn mit Lich­ten­fels und dem Land­kreis noch ein wenig mehr verbindet.

Erster Ein­satz in einem Impfzentrum

„Es ist mir stets ein gro­ßes Anlie­gen zu sehen, wie die Zusam­men­ar­beit vor Ort klappt und was unse­re Leu­te vor Ort lei­sten“, stell­te der Ober­starzt beim Emp­fang im Land­rats­amt her­aus. „In Lich­ten­fels war das für mich aber von beson­de­rem Inter­es­se, zumal es unser erster Ein­satz in einem Impf­zen­trum ist. Ich habe hier einen aus­ge­zeich­ne­ten Ein­druck bekom­men. Ich bin stolz, dass die Unter­stüt­zung so gut klappt und freue mich über die pro­fes­sio­nel­le und kame­rad­schaft­li­che Auf­nah­me mei­ner Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten im Land­kreis Lich­ten­fels“, beton­te Dr. Tobi­as Gam­ber­ger weiter.

Am Ran­de ließ er durch­blicken, dass die (aktu­ell fünf) „Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten aus mei­nem Regi­ment genau in der Stadt Hil­fe lei­sten, in der ich per­sön­lich die Wei­chen für mein spä­te­res Leben – durch mei­nen Besuch und das Abitur am Mera­ni­er-Gym­na­si­um – gestellt habe, hat für mich natür­lich einen beson­de­ren Charme.“ Bis zu sei­nem Stu­di­um in Erlan­gen habe er in Ober­wal­len­stadt gewohnt.

Land­rat Chri­sti­an Meiß­ner erläu­ter­te dem Ober­starzt den Ver­lauf der Pan­de­mie im Land­kreis Lich­ten­fels und die Arbeits­wei­se inner­halb der Füh­rungs­grup­pe Kata­stro­phen­schutz (FüGK), in die auch die das Kreis­ver­bin­dungs­kom­man­do Lich­ten­fels (KVK) mit ein­ge­bun­den ist. Einen Über­blick gab Meiß­ner über den fort­lau­fen­den Auf­bau der „Corona“-Infrastruktur in den ver­gan­ge­nen fast 15 Mona­ten inklu­si­ve der Test­zen­tren und des Impf­zen­trums des Land­krei­ses Lichtenfels.

Die fort­lau­fend hohen Covid-19-Infek­ti­ons­zah­len, die Nach­ver­fol­gung der Infek­ti­ons­ket­ten, Tests und Imp­fun­gen haben die per­so­nel­len Kapa­zi­tä­ten beim und im Land­kreis an die Gren­zen gebracht. „Ohne den enga­gier­ten Ein­satz der Bun­des­wehr­sol­da­tin­nen und ‑sol­da­ten wäre der Kampf gegen die Pan­de­mie sehr viel schwie­ri­ger“, so Meiß­ner und sag­te dem Ober­starzt ein gro­ßes Dan­ke­schön für die Unter­stüt­zung und sei­nen Besuch.

Spit­zen­rei­ter bei den Impfungen

Mit Blick auf die Impf­zah­len stell­te der Land­rat her­aus, dass der Land­kreis Lich­ten­fels signi­fi­kant über der baye­ri­schen und bun­des­wei­ten Quo­te lie­ge und als einer der klei­ne­ren bun­des­weit seit Wochen eine Spit­zen­po­si­ti­on ein­nimmt. Die Zahl der Imp­fun­gen soll laut Meiß­ner wei­ter­hin mit Nach­druck vor­an­ge­bracht wer­den. Pro­ble­ma­tisch sei gewe­sen, dass lan­ge Zeit nur wenig Impf­stoff gelie­fert wur­de, wes­we­gen es anfäng­lich sehr schlep­pend vor­an­ge­gan­gen sei. „Wir haben bis­lang jede Dosis ver­impft, die wir hat­ten. Aktu­ell sind im Impf­zen­trum bis zu 650 Imp­fun­gen pro Tag mög­lich – wenn wir genü­gend Impf­stoff bekom­men“, infor­mier­te der Land­rat weiter.

Ins­ge­samt hat der Land­kreis Lich­ten­fels über das Kreis­ver­bin­dungs­kom­man­do (KVK) 27 Anträ­ge auf Hil­fe­lei­stung durch die Bun­des­wehr gestellt. Seit Novem­ber 2020 waren 48 Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten im Land­kreis im Ein­satz und wur­den fort­lau­fend immer wie­der von ihren Ein­hei­ten aus­ge­wech­selt. Aktu­ell sind 22 Soldat/​innen im Land­kreis tätig: acht als Tracer, sechs als „Hel­fen­de Hän­de“ für Schnell­tests in Hei­men sowie acht Sol­da­ten (dar­un­ter fünf Sani­täts­fach­kräf­te des Sani­täts­lehr­re­gi­ments 1 aus Feld­kir­chen und drei unter­stüt­zen­de Kräf­te von der 1. Kom­pa­nie des Pan­zer­ba­tail­lons 104 aus Pfreimd) im Impf­zen­trum, ließ der Land­rat wissen.

Zwei Mit­ar­bei­ter des Land­rats­am­tes, die gleich­zei­tig als Reser­vi­sten im KVK aktiv sind, berei­ten die Anträ­ge auf Hil­fe­lei­stung vor, die dann über den stell­ver­tre­ten­den Lei­ter des KVK an das Lage­zen­trum im Lan­des­kom­man­do Bay­ern der Bun­des­wehr wei­ter­ge­lei­tet wer­den. Die Ein­tei­lung der Sol­da­ten obliegt der jewei­li­gen Orga­ni­sa­ti­ons­ein­heit im Landratsamt.

Wie Major d.R. Tri­stan Rin­ker erläu­ter­te, hat ins­be­son­de­re Haupt­feld­we­bel d.R. Gut­ge­sell dem Land­kreis bei der Pan­de­mie­be­kämp­fung wert­vol­le Dien­ste gelei­stet: Der 55-jäh­ri­ge Bad Staf­fel­stei­ner pass­te die digi­ta­le Soft­ware Sor­mas, die vom Helm­holtz-Zen­trum für die Infek­ti­ons­for­schung ent­wickelt wur­de, auf die loka­len Bedürf­nis­se des Land­krei­ses an und schrieb zusam­men mit zwei Mit­ar­bei­tern des Land­rats­am­tes sowie zwei Kame­ra­den des IT-Batail­lons 293 aus Mur­nau ein ent­spre­chen­des Handbuch.

„Wich­ti­ges Signal“

Im Gol­de­nen Buch des Land­krei­ses signier­te Ober­starzt Dr. Tobi­as Gam­ber­ger im Anschluss mit fol­gen­dem Ein­trag: „Ich bin stolz, im Rah­men der Unter­stüt­zung in der Coro­na-Pan­de­mie auch sei­tens des Sani­täts­lehr­re­gi­men­tes unse­ren Bei­trag im Land­kreis Lich­ten­fels Lich­ten­fels und für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger lei­sten zu kön­nen, ganz im Sin­ne von ‚Wir.Dienen.Deutschland.“ Beim Besuch im Impf­zen­trum mach­te sich der Ober­starzt ein per­sön­li­ches Bild, wie und in wel­chem Umfang die Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten hier tätig sind. Der ärzt­li­che Lei­ter des Impf­zen­trums, Dr. Jür­gen Mur­mann, gab einen Über­blick über die Ent­wick­lung in den ver­gan­ge­nen Monaten.

Land­rat Chri­sti­an Meiß­ner resü­mier­te abschlie­ßend: „Für unse­re Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter ist die Unter­stüt­zung der Bun­des­wehr eine äußerst wert­vol­le Hil­fe. Auch bei den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern vor Ort wird der Ein­satz unse­rer Bun­des­wehr sehr posi­tiv wahr­ge­nom­men. Die­ser Ein­satz ist ein wich­ti­ges Signal, denn es zeigt, dass man sich in Kri­sen­si­tua­tio­nen auf die Hil­fe unse­rer Bun­des­wehr ver­las­sen kann. Es ist ein­fach toll, dass sich die Bun­des­wehr bei uns und für unse­ren Land­kreis Lich­ten­fels der­art ein­setzt und es den Ver­ant­wort­li­chen zudem ein gro­ßes Anlie­gen ist, den Aus­tausch mit uns zu suchen. So funk­tio­niert Zusam­men­ar­beit in Krisenzeiten!“

Hin­ter­grund:

Sani­täts­lehr­re­gi­ment (San­LehrRgt)

Das Sani­täts­lehr­re­gi­ment (San­LehrRgt) im Stand­ort Feld­kir­chen ist der Aus­bil­dungs­ver­band des Sani­täts­dien­stes der Bun­des­wehr. Dort erfol­gen Grund­aus­bil­dung und zen­tra­le Ele­men­te der Ein­satz­aus­bil­dung. Alle Sani­täts­of­fi­ziers­an­wär­te­rin­nen und Sani­täts­of­fi­ziers­an­wär­ter der Bun­des­wehr absol­vie­ren ihre Grund­aus­bil­dung beim Sani­täts­lehr­re­gi­ment in Feld­kir­chen. Dar­über hin­aus ist es Erpro­bungs­trup­pen­teil des Sani­täts­dien­stes und prä­sen­tiert sani­täts­dienst­li­che Fähig­kei­ten im mili­tä­ri­schen und zivi­len Umfeld. Es hält Per­so­nal und Mate­ri­al für die sani­täts­dienst­li­che Ein­satz­ver­sor­gung bereit. Hier­zu ver­fügt das Regi­ment über eine brei­te Palet­te unter­schied­lich­ster Sani­täts­fahr­zeu­ge, Zel­te, Con­tai­ner und medi­zi­ni­sche Gerä­te. Gegrün­det wur­de das Sani­täts­lehr­re­gi­ment im Juli 2003. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: Sani­täts­lehr­re­gi­ment Niederbayern

Kreis­ver­bin­dungs­kom­man­do (KVK) Lichtenfels

Das KVK hat den Auf­trag, den Land­rat / die Füh­rungs­grup­pe Kata­stro­phen­schutz (FüGK) im Kata­stro­phen­fall zu Hil­fe­lei­stun­gen der Bun­des­wehr zu bera­ten. Es unter­stützt bei der Erstel­lung von Hil­fe­lei­stungs­an­trä­gen und lei­tet die­se an das Lage­zen­trum des Lan­des­kom­man­dos Bay­ern (LKdo BY) wei­ter. Ein KVK hat eine Soll­stär­ke von zwölf Sol­da­ten der Reser­ve (vier Stabs­of­fi­zie­re, drei Offi­zie­re, drei Feld­we­bel, ein Sanitätsstabsoffizier(Arzt), ein Sani­täts­feld­we­bel). Beim KVK Lich­ten­fels sind elf Dienst­po­sten besetzt.