Göß­wein­stein: Es bleibt bei den geplan­ten Funk­mast­stand­or­ten – Wei­te­re sind in Planung

Ferdinand Haselmeier von der Bürgerinitiative gegen den Funkmaststandort vor dem Gößweinsteiner Höhenschwimmbad am nun neuen Standort hinter dem Freibad und unterhalb des Sternenhofs inmitten der Disc-Golfanlage von Thomas Mehl. Foto: Thomas Weichert
Ferdinand Haselmeier von der Bürgerinitiative gegen den Funkmaststandort vor dem Gößweinsteiner Höhenschwimmbad am nun neuen Standort hinter dem Freibad und unterhalb des Sternenhofs inmitten der Disc-Golfanlage von Thomas Mehl. Foto: Thomas Weichert

Knapp drei Stun­den dau­er­te am Mon­tag­abend die Sit­zung des Markt­ge­mein­de­rats Göß­wein­stein im Kul­tur­zen­trum in Mor­schreuth mit dem ein­zi­gen Tages­ord­nungs­punkt der Infor­ma­tio­nen der Netz­be­trei­ber über die Mobil­funk­stand­or­te im Gemein­de­ge­beit. Die Ver­tre­ter der Netz­be­trei­ber der Deut­schen Tele­kom, Tele­fó­ni­va und Voda­fone waren wegen Coro­na per Vide­kon­fe­renz zuge­schall­tet und beant­wor­ten den Räten ins­ge­samt 51 schrift­lich zuvor ein­ge­reich­te Fra­gen und wei­te­re Fra­gen, die dann noch wäh­rend der Sit­zung gestellt wer­den konn­ten. Am Schluss blieb es dabei: Die Funk­ma­sten bei Göß­wein­stein, Beh­rin­gers­müh­le, Kohl­stein, Klein­ge­see und Wich­sen­stein wer­den wie geplant errichtet.

Wie berich­tet konn­te der Funk­mast­stand­ort der Tele­kom wegen mas­si­vem Bür­ger­pro­test ein­ver­nehm­lich hin­ter das Frei­bad auf die Flur­num­mer 1014 inmit­ten der Disc-Golf­an­la­ge auf Pri­vat­grund ver­scho­ben wer­den. Ursprüng­lich war der 45 Meter hohe Schleu­der­be­ton­mast vor dem Frei­bad auf Gemein­de­grund geplant. Der Markt Göß­wein­stein muss nun zum neu­en Stand­ort die Zufahrt her­stel­len, die mit 70 000 Euro ver­an­schlagt ist. Auch in Wich­sen­stein gab es Bür­ger­pro­te­ste wegen des geplan­ten Stand­orts des Voda­fone-Mastens auf der Flur­num­mer 181. Zu nah an der Wohn­be­bau­ung, argu­men­tier­te die Wich­sen­stei­ner Bür­ger­initi­ta­ti­ve. Auch hier konn­te man inzwi­schen einen Alter­na­tiv­stand­ort auf der Flur­num­mer 136 fin­den, wei­ter weg vom letz­ten Wohn­haus. Der Miet­ver­trag mit dem Grund­stücks­ei­gen­tü­mer ist bereits abge­schlos­sen, der Bau­an­trag soll dem­nächst ein­ge­reicht werden.

Voda­fone-Spre­cher Chri­sti­an Schil­ling rech­net damit, das der Mast im Herbst 2022 steht und in Betrieb geht. Etwa der glei­che Zeit­rah­men gilt für den Mast­stand­ort der Tele­kom in Göß­wein­stein, wie deren Spre­che­rin Jen­ni­fer Pohl erklär­te. In Klein­ge­see bleibt es bei dem Stand­ort für den mehr als 45 Meter hohen Masten der Tele­fó­ni­va auf dem Obe­ren Vogel­berg, bezie­hungs­wei­se Lei­mers­berg. Auch in Klein­ge­see hat­te sich gegen die­sen Stand­ort eine Bür­ger­initi­ta­ti­ve gegrün­det. Wie Tele­fó­ni­ca-Spre­cher Tho­mas Lich­ten­ber­ger dazu erklär­te gäbe es in die­sem Bereich nur die­se ein­zi­ge gro­ße Erhe­bung. Eine Alter­na­ti­ve zu die­sem Stand­ort im Staats­forst gäbe es daher nicht. Nur hier kön­ne man eine gro­ße Flä­che abdecken und die dazu­ge­hö­ri­gen Kreis­stra­ßen von Geschwand bis Sta­del­ho­fen und die Ort­schaf­ten in die­sem Such­kreis ver­sor­gen. „Der Stand­ort hängt am Ende mit unse­rem Kun­den­be­darf zusam­men“, so der Exper­te. Eine Him­mels­lei­ter, wie in Pot­ten­stein, als Aus­sichts­turm zu bau­en, wie von den Klein­ge­seern ange­regt, sei aus wirt­schaft­li­chen Grün­den nicht machbar.

Auf die Fra­ge von Georg Lang (CSU), ob Mit­be­wer­ber auch die Funk­ma­sten der Kon­kur­renz nut­zen kön­nen, erklär­te Schil­ling, dass dies durch­aus vor­stell­bar sei, wenn es mit der Netz­ab­deckung passt. Die Netz­be­trei­ber stim­men sich da vor­her nicht unter­ein­an­der ab, aber eine Mit­nut­zung ande­rer Masten sei bereits Gang und Gäbe, so auch Pohl. Lich­ten­ber­ger ver­wies dar­auf das die Netz­be­trei­ber unter­schied­li­che Grund­struk­tu­ren haben. Es sei jedoch seit Jah­ren gän­gi­ge Pra­xis ande­re Masten mitzunutzen.

Auf die Fra­ge von Ker­stin Höl­zel (SPD), ob der Stand­ort bei Wich­sen­stein zukunfts­fä­hig sei, ant­wor­te­te Schil­ling: „Wir bau­en kei­nen Kom­pro­miss.“ Zu den zahl­rei­chen ver­schie­de­nen Anten­nen auf dem Burg­turm erklär­te die Tele­kom-Spre­che­rin, dass der­zeit nicht geplant sei die­sen Stand­ort abzu­bau­en. Er sei schlicht­weg nicht mehr erwei­ter­bar. Lang woll­te dar­auf­hin wis­sen ob Göß­wein­stein nach dem Bau des Masten hin­ter dem Frei­bad und den Burg­sen­dern hoch­wer­tig ver­sorgt sei oder ob dann noch wei­te­re Stand­or­te not­wen­dig wären. „Zum jet­zi­gen Zeit­punkt ja, es kön­ne jedoch kei­ner in die Zukunft schau­en“, so Pohl. Für Lich­ten­ber­ger wäre dies „Glas­ku­gel­lese­rei“.

Aus­zu­schlie­ßen sind wei­te­re Mast­stand­or­te jedoch wegen der anspruchs­vol­len topo­gra­fi­schen Lage nicht, da die Netz­be­trei­ber bis 2024 alle Ver­kehrs­we­ge mit Mobil­funk ver­sor­gen müs­sen. Für die Ver­sor­gung von Beh­rin­gers­müh­le, die B 470 und die Staats- und Kreis­stra­ßen in die­sem Bereich müs­se nun zusätz­lich ein Sen­de­mast auf dem Schwei­gel­berg gebaut wer­den. „Am ursprüng­li­chen Stand­ort vor dem Frei­bad hät­te man auch Beh­rin­gers­müh­le erreicht, erklär­te Pohl. Nicht aber Kohl­stein wo auch noch ein Mast gebaut wird und Tüchers­feld, wo man sich bereits ein Flur­stück ver­trag­lich gesi­chert habe. Von dort aus sei es dann auch mög­lich den Mobil­funk für Rackers­berg und Weid­manns­ge­sees zu ver­bes­sern. Laut Schil­ling ist auch der bestehen­de Behör­den­funk­mast des Frei­staats in Rich­tung Tüchers­feld wegen des abfal­len­den Gelän­des unge­eig­net. Nur mit dem neu­en Masten in Göß­wein­stein kön­ne man laut Schil­ling das vol­le Ver­kehrs­we­ge­pro­gramm nicht erfüllen.

Auf die Fra­ge von Diet­mar Wink­ler (CSU) erklär­te der Exper­te, dass der Mast auf dem Schwei­gel­berg grob geschätzt im Som­mer 2022 in Betrieb gehen soll. Auch zur Netz­ab­deckung von Ober- und Unte­rails­feld soll laut Pohl in die­sem Bereich noch ein wei­te­rer Mast gebaut wer­den. Hier sei man bereits in der Pha­se der Mark­ter­kun­dung und eine Orts­be­ge­hung für ein geeig­ne­tes Grund­stück sei bereits geplant. Die Gemein­de Ahorn­tal müs­se sich aber noch über­le­gen, dafür einen För­der­an­trag zu stellen.