Bericht aus der Baye­ri­schen Kabi­netts­sit­zung vom 4.05.2021 – Locke­run­gen angekündigt

Symbolbild Corona Mundschutz

1. Coro­na-Pan­de­mie / Erleich­te­run­gen für voll­stän­dig Geimpf­te und Gene­se­ne / Mehr Prä­senz­un­ter­richt bei Grund­schu­len und För­der­schu­len / Erleich­te­run­gen für die Außen­ga­stro­no­mie, für Thea­ter, Kon­zert- und Opern­häu­ser, Kinos und Sport

Die drit­te Wel­le der Coro­na-Pan­de­mie sorgt nach wie vor für erheb­li­che Infek­ti­ons­zah­len in Bay­ern und Deutsch­land. Die Inten­siv­sta­tio­nen sind immer noch hoch bela­stet. Gleich­wohl sind erste Anzei­chen der Bes­se­rung erkenn­bar: Die Zahl der täg­li­chen Neu­in­fek­tio­nen ist leicht rück­läu­fig und die Zahl der Imp­fun­gen ist deut­lich ange­stie­gen. Vor die­sem Hin­ter­grund gel­ten zwei Prin­zi­pi­en. Erstens: Die Infek­ti­ons­zah­len müs­sen wei­ter gesenkt wer­den. Die Rege­lun­gen der Not­brem­se blei­ben des­we­gen in Kraft. Nur so kön­nen die Inten­siv­sta­tio­nen ent­la­stet wer­den. Zwei­tens: Geimpf­te und Gene­se­ne müs­sen ihre Grund­rech­te wie­der wei­ter­ge­hend aus­üben kön­nen, denn von ihnen gehen weni­ger Ansteckungs­ri­si­ken aus. Erleich­te­run­gen für Geimpf­te und Gene­sen erfol­gen ent­lang des baye­ri­schen Kur­ses der Vor­sicht und Umsicht. Nach den­sel­ben Grund­sät­zen kön­nen das Vor­ge­hen in der Pan­de­mie wei­ter­ent­wickelt und Locke­run­gen vor­be­rei­tet werden.

Vor die­sem Hin­ter­grund beschließt die Staatsregierung:

1. Die 12. Baye­ri­sche Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men­ver­ord­nung (12. BayIfSMV) und die Ein­rei­se­qua­ran­tä­ne­ver­ord­nung (EQV) wer­den jeweils bis ein­schließ­lich 6. Juni 2021 verlängert.

2. Bay­ern geht vor­an und stellt bereits ab dem 6. Mai 2021 – und damit frü­her als der Bund – voll­stän­dig Geimpf­te und Gene­se­ne in vol­lem Umfang nega­tiv Gete­ste­ten Per­so­nen gleich. Die vom Bund für Geimpf­te und Gene­se­ne ange­dach­ten Erleich­te­run­gen von Gebo­ten und Ver­bo­ten ins­be­son­de­re im Bereich der Zusam­men­künf­te, der all­ge­mei­nen Kon­takt­be­schrän­kung, der Aus­gangs­sper­re, der Qua­ran­tä­ne­pflich­ten und des Sports wer­den in Bay­ern schon ab dem 6. Mai 2021 umge­setzt. Die beson­de­ren Schutz­maß­nah­men zugun­sten vul­nerabler Grup­pen (Alten- und Pfle­ge­hei­me etc.) blei­ben unbe­rührt. Die bekann­ten AHA‑L Hygie­ne­re­geln gel­ten für alle weiter.

3. Die Rege­lun­gen über die nächt­li­che Aus­gangs­sper­re (§ 26 der 12. BayIfSMV) gel­ten bis zum 6. Juni 2021 unver­än­dert fort. Ab dem 7. Juni 2021 wird für die nächt­li­che Aus­gangs­sper­re in Gebie­ten mit einer 7‑Ta­ge-Inzi­denz grö­ßer 100 die bun­des­recht­li­che Rege­lung des § 28b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 IfSG übernommen.

4. Die Zahl der Land­krei­se mit einer 7‑Ta­ges-Inzi­denz unter 100 steigt bestän­dig an. In Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten mit einer sta­bi­len 7‑Ta­ge-Inzi­denz unter 100 bzw. unter 50 kön­nen die Kreis­ver­wal­tungs­be­hör­den unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 27 der 12. BayIfSMV ab dem 10. Mai die dort beschrie­be­nen Erleich­te­run­gen für die Außen­ga­stro­no­mie (Öff­nung bis 22 Uhr), für Thea­ter, Kon­zert- und Opern­häu­ser, Kinos und Sport zulas­sen. Das Staats­mi­ni­ste­ri­um für Gesund­heit und Pfle­ge wird gebe­ten, das hier­für nöti­ge Ein­ver­neh­men zu ertei­len. Die zustän­di­gen Staats­mi­ni­ste­ri­en wer­den die erfor­der­li­chen Kon­zep­te (ins­be­son­de­re Hygie­ne­maß­nah­men, Tests und Ter­min­bu­chun­gen) erstellen.

5. Ein Eck­pfei­ler des rei­chen kul­tu­rel­len Lebens in Bay­ern sind die vie­len Men­schen, die sich in Lai­en- und Ama­teur­ensem­bles, etwa der Lai­en­mu­sik oder im Bereich der Ama­teur­thea­ter, enga­gie­ren. Die Staats­mi­ni­ste­ri­en für Wis­sen­schaft und Kunst und für Gesund­heit und Pfle­ge wer­den dem Mini­ster­rat für sei­ne näch­ste Sit­zung ein ein­ver­nehm­li­ches Kon­zept zur Ermög­li­chung von Auf­tritts- und Pro­ben­mög­lich­kei­ten für Lai­en- und Ama­teur­ensem­bles in Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten mit einer sta­bi­len 7‑Ta­ge-Inzi­denz unter 100 vorschlagen.

6. Bay­ern ist in Deutsch­land das Urlaubs­land Nr. 1. Tou­ri­sti­sche Ange­bo­te wer­den in Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten mit einer sta­bi­len 7‑Ta­ge-Inzi­denz unter 100 daher ab Frei­tag, den 21. Mai 2021, wie­der zuge­las­sen. Dazu zäh­len Hotels, Feri­en­woh­nun­gen und ‑häu­ser sowie Cam­ping­plät­ze Die Staats­mi­ni­ste­ri­en für Gesund­heit und Pfle­ge sowie für Wirt­schaft, Lan­des­ent­wick­lung und Ener­gie wer­den dem Mini­ster­rat für sei­ne näch­ste Sit­zung hier­für ein ent­spre­chen­des Kon­zept (u. a. Ter­min­ver­ein­ba­run­gen, 48 Stun­den Tests, Abstands- und Hygie­ne­maß­nah­men) für inzi­denz­ab­hän­gi­ge Öff­nun­gen vor­schla­gen. Das Kon­zept muss die infek­tio­lo­gi­sche Gesamt­la­ge berück­sich­ti­gen und eine Rück­nah­me der Öff­nun­gen bei ent­spre­chen­der Inzi­denz­ent­wick­lung vor­se­hen. Das Glei­che gilt für spe­zi­el­le tou­ri­sti­sche Infrastrukturen.

7. Die Tou­ris­mus­bran­che ist ein Lebens­nerv der baye­ri­schen Wirt­schaft und beson­ders schwer von den Coro­na-Maß­nah­men betrof­fen. Das Baye­ri­sche Staats­mi­ni­ste­ri­um für Wirt­schaft, Lan­des­ent­wick­lung und Ener­gie wird ein Tou­ris­mus­pro­gramm zur Über­win­dung der Fol­gen der Coro­na­kri­se und einem Neu­start der Bran­che ent­wickeln und dem näch­sten Mini­ster­rat dar­über berich­ten. Dabei soll der Schwer­punkt des befri­ste­ten Pro­gramms auf der Moder­ni­sie­rung und Zukunfts­fä­hig­keit der Bran­che lie­gen, ins­be­son­de­re der För­de­rung von Inve­sti­tio­nen in Bar­rie­re­frei­heit, Digi­ta­li­sie­rung und Ökologie.

8. Ab dem 10. Mai 2021 (Mon­tag) fin­det für die 1. bis 3. Klas­se der Grund­schul­stu­fe sowie die 5. und 6. Klas­se der För­der­schu­le in Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten mit einer 7‑Ta­ge-Inzi­denz unter 165 Prä­senz­un­ter­richt (mit Min­dest­ab­stand) oder Wech­sel­un­ter­richt statt. Für die 4. Klas­se bleibt es beim bis­he­ri­gen System.

Ab dem 7. Juni 2021 wird in Bay­ern an allen wei­ter­füh­ren­den Schu­len in Gebie­ten mit einer 7‑Ta­ge-Inzi­denz klei­ner 165 Prä­senz­un­ter­richt (mit Min­dest­ab­stand) oder Wech­sel­un­ter­richt zugelassen.

9. Die Coro­na-Pan­de­mie hat zu Beein­träch­ti­gun­gen des Unter­richts­be­triebs und zu pan­de­mie­be­ding­ten Lern­rück­stän­den und psy­cho­so­zia­len Bela­stun­gen bei Schü­le­rin­nen und Schü­lern geführt. Ziel muss sein, sie im Rah­men eines umfas­sen­den Bil­dungs­mo­ni­to­rings mit einem brei­ten und bedarfs­ge­rech­ten Ange­bot an Maß­nah­men zu unter­stüt­zen, um die Chan­cen­gleich­heit und Bil­dungs­ge­rech­tig­keit zu wah­ren. Vor die­sem Hin­ter­grund bekräf­tigt der Mini­ster­rat das am 23. März 2021 beschlos­se­ne Kon­zept der bil­dungs­po­li­ti­schen Maß­nah­men. Das Staats­mi­ni­ste­ri­um für Unter­richt und Kul­tus wird gebe­ten, über die Aus­ge­stal­tung und den Umset­zungs­stand der Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te – ein­schließ­lich Lern­stands­er­he­bung, Zeit­plan abhän­gig vom wei­te­ren Pan­de­mie­ge­sche­hen, Moni­to­ring- sowie Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie – zu berichten.

10. Ab dem 10. Mai wer­den alle bis­her noch geschlos­se­nen kör­per­na­hen Dienst­lei­stun­gen in Gebie­ten mit einer 7‑Ta­ge-Inzi­denz unter 100 unter den bereits heu­te für Fri­seu­re und Fuß­pfle­ger gel­ten­den Bedin­gun­gen wie­der zuge­las­sen (Min­dest­ab­stand, Hygie­nekon­zept, FFP2-Mas­ken­pflicht, Qua­drat­me­ter je Kun­de etc.). Hun­de­schu­len wer­den eben­falls ab dem 10. Mai in Gebie­ten mit einer 7‑Ta­ge-Inzi­denz unter 165 wie­der zugelassen.

2. Pan­de­miela­ge in Indi­en / Bay­ern hilft einem Part­ner in Not / 100 Beatmungs­ge­rä­te aus baye­ri­schen Bestän­den an Indien

Ange­sichts der Ver­schär­fung der Pan­de­miela­ge in Indi­en und ihrer Aus­wir­kun­gen auf den wei­te­ren Pan­de­mie­ver­lauf auch in Euro­pa hat der Mini­ster­rat beschlos­sen, 100 nicht benö­tig­te Beatmungs­ge­rä­te aus dem Bestand des Frei­staats Bay­ern im Wert von 3,0 Mio. Euro unent­gelt­lich an die Repu­blik Indi­en abzu­ge­ben. Bay­ern und Indi­en ver­bin­det tra­di­tio­nell eine enge wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit, die auch mit einem brei­ten kul­tu­rel­len Aus­tausch ver­bun­den ist. Mit der Abga­be der Beatmungs­ge­rä­te hilft der Frei­staat einem Part­ner in Not, denn auf­grund der aktu­ell kri­ti­schen Ent­wick­lung der Pan­de­mie in Indi­en besteht dort aku­ter Bedarf an die­ser medi­zi­ni­schen Ausrüstung.