Markt­ge­mein­de­rat Göß­wein­stein – Künf­tig Test­pflicht vor Ratssitzungen ?

Ab der näch­sten Sit­zung, ver­mut­lich der Sit­zung des Bau- und Umwelt­aus­schus­ses am 18. Mai, gilt für die Teil­neh­mer und Besu­cher von Sit­zun­gen kom­mu­na­ler Gre­mi­en des Mark­tes Göß­wein­stein die Pflicht zur Vor­la­ge eines aktu­el­len nega­ti­ven Tests in Bezug auf eine Infek­ti­on mit dem Coro­na­vi­rus SARS-CoV‑2. Hier­zu zäh­len ein höch­stens vor 48 Stun­den vor­ge­nom­me­ner PCR-Test, ein höch­stens vor 24 Stun­den vor­ge­nom­me­ner POC-Anti­gen­test und ein Selbst­test unter Auf­sicht. Dies gilt nicht für bereits voll­stän­dig geimpf­te Per­so­nen. Dies gab Bür­ger­mei­ster Hanngörg Zim­mer­mann (FW) wäh­rend der jüng­sten Markt­ge­mein­de­rats­sit­zung bekannt.

Coro­na­tests wer­den inzwi­schen in allem Gemein­den vor den Rats­sit­zun­gen ange­bo­ten. Bis­her aller­dings auf frei­wil­li­ger Basis. Nun soll die Test­pflicht kom­men und der Bür­ger­mei­ster könn­te dann von sei­nem Haus­recht gebrauch machen und nicht­ge­te­ste­te Per­so­nen von der Sit­zung aus­schlie­ßen. Hin­ter­grund ist ein Schrei­ben des Baye­ri­schen Innen­mi­ni­ste­ri­ums vom 26. April das inzwi­schen auch alle Gemein­den erhal­ten haben. Das Innen­mi­ni­ste­ri­um beruft sich dar­in auf einen Beschluss des 4. Senats des Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs (BayVGH) vom 7. April in dem es gar nicht um die Test­pflicht zur Teil­nah­me an Gemein­de­rats­sit­zun­gen ging, son­dern um die Mas­ken­pflicht. (AZ: 4 CE 21.601). Dabei hat­te ein Zuhö­rer bean­tragt ohne Mas­ke zu einer Stadt­rats­sit­zung zuge­las­sen zu wer­den, weil er Asth­ma­ti­ker sei. Der Bür­ger­mei­ster hin­der­te den Zuhö­rer, einen Rechts­an­walt, jedoch an der Teil­nah­me einer öffent­li­chen Bau­aus­schus­sit­zung mit der Begrün­dung, das eine Teil­nah­me nur mit Mas­ke mög­lich sei. Die­ser zog dann vor Gericht, konn­te aber trotz einem vor­ge­leg­ten ärt­z­li­chen Attests nach Ansicht der Rich­ter nicht glaub­haft machen, das er von der Mas­ken­pflicht befreit sei. Nach Ansicht des Innen­mi­ni­ste­ri­ums las­sen sich die Grün­de, auf die der BayVGH eine Maske­pflicht stützt auch auf eine Test­pflicht über­tra­gen. „Die Grün­de, auf die der BayVGH eine Mas­ken­pflicht stützt, las­sen sich nach unse­rem Ver­ständ­nis auch auf eine ent­spre­chen­de Zugangs- und Teil­nah­me­re­ge­lung über­tra­gen. Auf das Haus­recht und das Recht zur Aus­übung der Sit­zungs­ord­nung nach der Gemein­de­ord­nung kann auch eine Anord­nung gestützt wer­den, den Zugang von Besu­chern zur und die Teil­nah­me von Mit­glie­dern an der Sit­zung von der Vor­la­ge eines aktu­el­len nega­ti­ven Tests in Bezug auf eine Infek­ti­on mit dem Coro­na­vi­rus Sars-CoV‑2 abhän­gig zu machen“, heißt es in dem Schrei­ben des Mini­ste­ri­ums. Das voll­stän­dig geimpf­te Per­so­nen von der Test­pflicht befreit sind, so wie von Bür­ger­mei­ster Zim­mer­mann bekannt gege­ben, geht jedoch aus dem, Mini­ste­trums­schrei­ben nicht her­vor. Auf Nach­fra­ge von Danie­la Drum­mer (FW), ob zwei­mal geimpf­te Per­so­nen sich trotz­dem testen las­sen müs­sen, ent­geg­ne­te Zim­mer­mann, das dies noch geklärt wer­den müsse.

Der Jurist am Land­rats­amt, Fri­d­jof Dier, ist jedoch ande­rer Rechts­auf­fas­sung wie das Mini­ster­um. Am 28. April schrieb der Lei­ter der Kom­mu­nal­auf­sicht an die Bür­ger­mei­ste­rin­nen und Bür­ger­mei­ster des Land­krei­ses Forch­heim und den Forch­hei­mer Ober­bür­ger­mei­ster fol­gen­des: „Im kon­kre­ten Fall war im Eil­an­trag eine über dass Haus­recht der Gemein­de ange­ord­ne­te Mas­ken­pflicht für Gemein­de­rats­be­su­cher ange­foch­ten wor­den. Der BayVGH lehn­te den Eil­an­trag ab, weil eine Befrei­ung von der Mas­ken­pflicht nicht glaub­haft gemacht wur­de. Das Innen­mi­ni­ste­ri­um sieht daher auch die Mög­lich­keit, eine Test­pflicht bei Sit­zun­gen anzu­ord­nen, sowohl für Besu­cher als auch für Gemein­de­rats­mit­glie­der. Wir wei­sen aber dar­auf hin, dass dies nicht Gegen­stand der Ent­schei­dung des Gerich­tes war und die­se Anord­nung über das Haus­recht durch­aus als recht­lich bedenk­li­cher ange­se­hen wer­den kann. Zudem wur­de eine Anord­nung der Mas­ken­pflicht nur für den Fall als vor­läu­fig rechts­wirk­sam ange­se­hen, wenn sie nicht glaub­haft gemacht wer­den kann. Soll­te das Gemein­de­rats­mit­glied oder der Besu­cher hier durch ein aus­sa­ge­kräf­ti­ges ärzt­li­ches Attest die Befrei­ung von der Mas­ken­pflicht dar­le­gen kön­nen, ist dies wohl anders zu sehen.“ Der Beschluss des BayVGH, das Schrei­ben des Innen­min­ste­ri­ums und der Schrift­ver­kehr des Land­rats­amts mit den Bür­ger­mei­ste­rin­nen und Bür­ger­mei­stern des Land­krei­ses Forch­heim lie­gen dem Neu­nem Wie­sent­bo­ten dazu vor.