Bam­berg: „Vom Boden­see über Pal­my­ra zur Sei­den­stra­ße“ – Ab 27. April stellt die Vor­trags­rei­he „Archäo­lo­gi­sches Kol­lo­qui­um“ jüng­ste Erkennt­nis­se aus der For­schung vor

Symbolbild Bildung

Von der wech­sel­vol­len Rol­le der berühm­ten vor­ge­schicht­li­chen Pfahl­bau­ten von Unte­ruhl­din­gen im Boden­see über römi­sche Höhen­hei­lig­tü­mer in der Stei­er­mark bis hin zu archäo­lo­gi­schen Spu­ren der Zwangs­ar­beit in Böh­men: An neun Aben­den erzäh­len inter­na­tio­na­le Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler von ihren aktu­el­len archäo­lo­gi­schen For­schun­gen und Pro­jek­ten. Mög­lich macht es die öffent­li­che Ring­vor­le­sung „Archäo­lo­gi­sches Kol­lo­qui­um“ an der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Den Auf­takt gibt Dr. Julia Kopf von der Uni­ver­si­tät Wien am 27. April 2021. Sie rich­tet ihren Blick nach Bre­genz am Boden­see, genau­er auf die stra­te­gi­sche Bedeu­tung des Plat­zes in römi­scher Zeit. Denn was heu­te nie­mand ver­mu­tet: auf der mar­kan­ten Anhö­he ober­halb der Bre­gen­zer Bucht befand sich einer der älte­sten Mili­tär­sta­tio­nen und bedeu­tend­sten römi­schen Sied­lun­gen nörd­lich der Alpen.

In die Oase der bedroh­ten römi­schen Welt­erbe­stät­te von Pal­my­ra in der syri­schen Wüsten­step­pe nimmt Dr. Ben­ja­min Ducke vom Deut­schen Archäo­lo­gi­schen Insti­tut (DAI) das Publi­kum im zwei­ten Vor­trag am 4. Mai mit: „Die Zer­stö­run­gen des syri­schen Bür­ger­kriegs haben nicht nur die mate­ri­el­le Sub­stanz Pal­my­ras beschä­digt. Sie haben auch ein­mal mehr das Bewusst­sein dafür geschärft, wie schnell der­ar­ti­ge Kul­tur­er­be­stät­ten zu Ziel­schei­ben von Kon­flik­ten wer­den kön­nen“, erklärt er. „Die tra­gi­sche Geschich­te der Stadt und die immer noch schwie­ri­ge poli­ti­sche Situa­ti­on in Syri­en las­sen kei­ne kon­kre­ten Plä­ne für einen ‚Wie­der­auf­bau‘ der beschä­dig­ten Monu­men­te zu.“ In die­ser Situa­ti­on kom­me moder­nen Metho­den der digi­ta­len Doku­men­ta­ti­on und Rekon­struk­ti­on eine beson­de­re Rol­le zu, in die der Vor­trag einen Ein­blick gibt.

Wei­te­re Vor­trä­ge wid­men sich der mit­tel­al­ter­li­chen Sakral­land­schaft in der Pader­bor­ner Dom­burg, dem Was­ser­manage­ment in der römi­schen Hafen­stadt Ost­ia, der Neu­ent­deckun­gen in der Oase von Buk­ha­ra an der usbe­ki­schen Sei­ten­stra­ße oder der Fra­ge nach der Her­kunft der ersten Bau­ern Euro­pas wäh­rend des Neolithikums.

Die kosten­freie Ver­an­stal­tungs­rei­he wird von den Archäo­lo­gi­schen Wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Bam­berg aus­ge­rich­tet und fin­det jeweils diens­tags um 19.15 Uhr online statt. Das aktu­el­le Pro­gramm und den Link zu den Vor­trä­gen fin­den Sie unter www​.uni​-bam​berg​.de/​i​a​d​k​/​a​r​c​h​w​i​s​s​/​n​e​u​i​g​k​e​i​ten.