„Dann eben Online“ – Neue Wege beim Schü­ler­aus­tausch in Coburg

Eigent­lich hät­ten die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der 10. Klas­sen des Casi­mi­rian­ums in Coburg in die­sem Jahr eine ganz beson­de­re Rei­se antre­ten sol­len. Im Som­mer 2019, als eine Cobur­ger Dele­ga­ti­on in Tole­do die neue Städ­te­part­ner­schaft mit Ver­trag und Unter­schrift besie­gel­te, wur­de näm­lich auch die Idee eines Schü­ler­aus­tau­sches kon­kre­ti­siert. Doch den Plä­nen, die Mau­mee High School (http://​www​.mau​mee​.k12​.oh​.us) in Coburgs neu­er ame­ri­ka­ni­scher Part­ner­stadt Tole­do zu besu­chen, kam lei­der die welt­wei­te Pan­de­mie dazwischen.

Was also tun, wenn man nicht rei­sen kann? Jan Bier­wei­ler, Eng­lisch­leh­rer am Casi­mi­ria­num, und sei­ne ame­ri­ka­ni­sche Kol­le­gin Maria Her­man such­ten nach Lösun­gen und wur­den schnell beim Goe­the-Insti­tut fün­dig. Unter der Abkür­zung GAVE, die für Ger­man-Ame­ri­can Vir­tu­al Exchan­ge steht, gibt es dort das genau pas­sen­de Pro­gramm. (https://​www​.goe​the​.de/​i​n​s​/​u​s​/​d​e​/​s​p​r​/​e​n​g​/​g​p​p​/​v​i​r​.​h​tml)

Der Anmel­dung folg­ten auf bei­den Sei­ten die Vor­be­rei­tungs­ar­bei­ten und die Pla­nun­gen, die in wöchent­li­chen Video­kon­fe­ren­zen zwi­schen Jan Bier­wei­ler und Maria Her­man abge­stimmt wurden.

Der Zeit­plan war ehr­gei­zig, denn man woll­te den Aus­tausch noch vor den Oster­fe­ri­en star­ten kön­nen. Neben den Auf­ga­ben, die von den Schü­lern und Schü­le­rin­nen im Unter­richt erle­digt wer­den, gehö­ren zum Pro­gramm auch der infor­mel­le Aus­tausch unter den Part­nern, meist über sozia­le Medi­en aber auch vir­tu­el­le Tref­fen. Die ersten bei­den ste­hen auch schon fest. Am 27. April und am 4. Mai wird jeweils am Nach­mit­tag die vir­tu­el­le Brücke zwi­schen Coburg und Tole­do gespannt.

Das The­ma lau­tet „Nach­hal­tig­keit“ und die Schü­ler und Schü­le­rin­nen wer­den gemein­sam dis­ku­tie­ren wie ein Aus­tausch unter die­sem Mot­to aus­se­hen könnte.

Zum Ken­nen­ler­nen haben die Schü­le­rin­nen und Schü­ler bereits Prä­sen­ta­tio­nen in der jewei­li­gen Fremd­spra­che erar­bei­tet, in denen Sie ihre Hei­mat­städ­te mit ihren Beson­der­hei­ten aber bei­spiels­wei­se auch den Lieb­lings­plät­zen der Teen­ager vorstellen.

Jan Bier­wei­ler jeden­falls ist bereits sehr gespannt auf das erste Tref­fen in der näch­sten Woche: „Natür­lich wären wir alle viel lie­ber ganz real nach Tole­do geflo­gen und hät­ten uns die Lieb­lings­plät­ze unse­rer Part­ner­schü­ler live ange­schaut aber ich glau­be wir haben mit dem vir­tu­el­len Aus­tausch eine gute Alter­na­ti­ve gefun­den, die uns die Chan­ce gibt, uns trotz aller Wid­rig­kei­ten, ken­nen zu lernen“.

Dem kann Jür­gen Heeb als Städ­te­part­ner­schafts­be­auf­trag­ter des Cobur­ger Stadt­rats nur zustim­men. „Auch wir hat­ten in die­sem Jahr schon einen Besuch einer Dele­ga­ti­on aus Tole­do fest ein­ge­plant, den wir aber in der letz­ten Woche lei­der end­gül­tig absa­gen muss­ten. Der Aus­tausch zwi­schen unse­ren bei­den Städ­ten funk­tio­niert aber auch in die­sen nicht ein­fa­chen Zei­ten wun­der­bar, denn wir sehen und hören uns regel­mä­ßig in Video­kon­fe­ren­zen, wo wir Neu­ig­kei­ten aus­tau­schen und natür­lich auch das näch­ste rea­le Tref­fen pla­nen“, so Heeb. Denn in einem sind sich Heeb und Bier­wei­ler völ­lig einig – die vir­tu­el­len Tref­fen sind kein ech­ter Ersatz für ein wirk­li­ches Tref­fen, „aber das holen wir nach, sobald es wie­der mög­lich ist“, beto­nen bei­de unisono.