Kro­nacher Land­rat Klaus Löff­ler nimmt Stel­lung zur aktu­el­len Corona-Lage

Kronachs Landrat Klaus Löffler / Foto: Privat

Kro­nachs Land­rat Klaus Löff­ler / Foto: Privat

Das aktu­el­le Infek­ti­ons­ge­sche­hen ist trotz der heu­te in die­ser Höhe uner­war­te­ten Zahl an Neu­in­fek­tio­nen nach wie vor über den gesam­ten Land­kreis ver­teilt und damit nicht auf ein­zel­ne, grö­ße­re Infek­ti­ons­her­de ein­zu­gren­zen. „Dass wir momen­tan so hohe Zah­len haben, liegt nicht zuletzt an der bri­ti­schen Muta­ti­on des Coro­na-Virus“, betont Land­rat Klaus Löff­ler, der in die­sem Zusam­men­hang auf einen Schwer­punkt der Ansteckun­gen im fami­liä­ren Umfeld verweist.

Rund 90 Pro­zent der Fäl­le gehen mitt­ler­wei­le auf die bri­ti­sche Virus-Muta­ti­on zurück, die sich durch eine sehr hohe Über­tra­gungs­ra­te aus­zeich­net. „Aber um sich über­haupt anstecken zu kön­nen, bedarf es Kon­tak­te. Aus die­sem Grund möch­te ich erneut aus­drück­lich dar­um bit­ten, die Kon­tak­te – sofern dies mög­lich ist – auf ein Mini­mum zu redu­zie­ren. Denn dies allein bie­tet zunächst ein­mal ein gro­ßes Maß an Schutz vor einer Ansteckung“, unter­streicht der Land­rat, der die zuletzt gestie­ge­nen Zah­len aber nicht nur auf die Virus-Muta­ti­on, son­dern dar­über hin­aus auch auf das aus­ge­wei­te­te Testan­ge­bot zurück­führt. „Natür­lich führt dies zwangs­läu­fig erst ein­mal zu stei­gen­den Zah­len. Aber ich bin jedem dank­bar, der die­se Chan­ce wahr­nimmt, weil sie uns hel­fen wird, die Infek­ti­ons­ket­ten schnel­ler zu unter­bre­chen und das Infek­ti­ons­ge­sche­hen dadurch zumin­dest mit­tel­fri­stig in den Griff zu bekom­men. Wir haben durch unser aus­ge­präg­tes Schnell­test­sy­stem an ins­ge­samt 17 Stand­or­ten immer wie­der die Situa­ti­on, dass wir infi­zier­te Bür­ge­rin­nen und Bür­ger erfas­sen, die ohne Sym­pto­me sind und ohne einen Test das Virus wei­ter ver­brei­tet hät­ten. Und genau dies gilt es zu verhindern.“

Gemein­sam mit dem Imp­fen sei­en die Inan­spruch­nah­me der Testan­ge­bo­te und die Ein­hal­tung der Coro­na-Regeln aktu­ell die besten Maß­nah­men zum Schutz vor Coro­na, erklärt der Land­rat. „Gemein­sam mit den nie­der­ge­las­se­nen Haus­ärz­ten sind wir mit unse­ren Teams im Kro­nacher Impf­zen­trum und den damit ver­bun­de­nen Außen­stel­len auf einem sehr guten Weg, unse­re Bür­ge­rin­nen und Bür­ger mög­lichst schnell zu imp­fen. Wir neh­men bei der Erst­imp­fung mit einer Quo­te von rund 30 Pro­zent eine Spit­zen­po­si­ti­on ein und lie­gen damit weit über dem lan­des- und auch bun­des­wei­ten Durch­schnitt. Den­noch wer­den wir nicht nach­las­sen, die Imp­fun­gen wei­ter vor­an­zu­trei­ben und ich möch­te zugleich an all die­je­ni­gen impf­wil­li­gen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger appel­lie­ren, sich für eine Imp­fung zu regi­strie­ren, sofern sie es bis­lang noch nicht gemacht haben.“

Mit Blick auf die aktu­el­len Infek­ti­ons­zah­len spricht Land­rat Klaus Löff­ler zahl­rei­che Maß­nah­men an, die zwi­schen­zeit­lich umge­setzt wur­den. „Wir haben unter ande­rem Besuchs­zei­ten in Ein­rich­tun­gen ein­ge­schränkt, Mas­ken­pflicht und Alko­hol­ver­bot in besuchs­träch­ti­gen Berei­chen der Stadt Kro­nach aus­ge­spro­chen und wer­den dies in den kom­men­den Tagen noch auf den Ska­ter­park im LGS-Gelän­de erwei­tern. Dar­über hin­aus sind Schu­len und Kin­der­ta­ges­stät­ten geschlos­sen und nur für Not­be­treu­ung geöff­net. Dies­be­züg­lich möch­te ich dar­um bit­ten, die­ses Ange­bot nicht wahl­los in Anspruch zu neh­men, son­dern nur dann dar­auf zurück­zu­grei­fen, wenn es tat­säch­lich kei­ne ande­re Mög­lich­keit der Betreu­ung gibt.“ Der Land­rat weiß um die Bela­stun­gen gera­de für die Jüng­sten unse­rer Gesell­schaft und damit für die Fami­li­en. Gera­de des­halb will er so lan­ge wie mög­lich an dem Ange­bot in der bestehen­den Form festhalten.

Natür­lich gibt es laut Land­rat Klaus Löff­ler inner­halb der Bevöl­ke­rung unter­schied­li­che Hal­tun­gen zu den Coro­na-Maß­nah­men. Wäh­rend die einen nach här­te­ren Maß­nah­men rie­fen, kri­ti­sier­ten die ande­ren die Ein­schrän­kun­gen. „Die­se oft­mals nicht mehr sach­lich geführ­ten Dis­kus­sio­nen bekom­men mei­ne Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter und auch ich mitt­ler­wei­le täg­lich zu spü­ren. Auch wenn ich teil­wei­se Ver­ständ­nis dafür habe, aber eines darf ich vorn­weg sagen: Wir wer­den es lei­der nie jedem recht machen kön­nen.“ Den­noch müss­ten täg­lich auf Basis der vor­lie­gen­den Zah­len Ent­schei­dun­gen getrof­fen wer­den. „Ent­schei­dun­gen, die wir nach bestem Wis­sen und Gewis­sen und reif­li­cher Über­le­gung tref­fen und die­se im Rah­men unse­rer Mög­lich­kei­ten so all­ge­mein­ver­träg­lich wie mög­lich zu gestal­ten ver­su­chen. Wenn ich auf unse­re Gastro­no­mie, die Ver­ei­ne, den Ein­zel­han­del und damit gene­rell auf unse­re Gewer­be­be­trie­be schaue, dann muss ich geste­hen, dass dies mit einer gewis­sen Sor­ge um deren Zukunft und der für unse­ren Land­kreis so wich­ti­gen Infra­struk­tur ver­bun­den ist. Ich muss geste­hen, dass mir dies vie­le schlaf­lo­se Näch­te berei­tet und ich mir so man­ches anders wün­schen wür­de, aller­dings setzt uns die baye­ri­sche Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men­ver­ord­nung feste Leit­plan­ken, inner­halb derer wir uns bewe­gen müs­sen und die uns trotz allem im Bereich der Gesund­heit ein gewis­ses Maß an Schutz bietet.“

Trotz aller Maß­nah­men und Vor­keh­run­gen weiß natür­lich Land­rat Klaus Löff­ler, dass es kei­ne 100-pro­zen­ti­ge Sicher­heit vor dem Coro­na-Virus gibt. Obwohl er und sei­ne Fami­lie sich an die Coro­na-Regeln gehal­ten haben, muss­te er sich kürz­lich als direk­te Kon­takt­per­son in Qua­ran­tä­ne bege­ben. „Allein die­ses Bei­spiel zeigt, dass die Gefahr einer Ansteckung über­all lau­ert und wir sehr wach­sam sein müs­sen. Es hat mir aber auch am eige­nen Kör­per spü­ren las­sen, wel­che Aus­wir­kun­gen eine Qua­ran­tä­ne hat und wel­che Bela­stung eine sol­che Situa­ti­on allen vor­an für unse­re Jüng­sten und damit auch für unse­re Fami­li­en dar­stellt. Dar­über hin­aus habe ich im ver­gan­ge­nen Win­ter mei­nen Vater ver­lo­ren, der an Coro­na ver­stor­ben ist. Es beschäf­tigt mich noch heu­te, dass ich mich wegen der zu die­sem Zeit­punkt gel­ten­den Besuchs­re­geln in der Kli­nik nicht von ihm ver­ab­schie­den konn­te. Das sind mas­si­ve Ein­schnit­te im Leben, die es zu ver­ar­bei­ten gilt. Vor die­sem Hin­ter­grund kann ich es auch nicht tole­rie­ren, wenn Nach­rich­ten von Ster­be­fäl­len älte­rer Men­schen in sozia­len Netz­wer­ken mit Blick auf das Alter der Ver­stor­be­nen nega­tiv kom­men­tiert wer­den. Auch wenn dies für Außen­ste­hen­de von nicht gro­ßer Bedeu­tung sein mag, aber hin­ter jedem Toten, hin­ter jedem Erkrank­ten, der viel­leicht an Lang­zeit­fol­gen des Virus zu lei­den hat, ste­hen Fami­li­en, Freun­de, Bekann­te und damit stets per­sön­li­che Schick­sa­le. Und eben genau aus die­sem Grund ist es wich­tig, sich an die bestehen­den Regeln zu hal­ten. Wir leben in einer Soli­dar­ge­mein­schaft, in der es nicht nur dar­um geht, für sich selbst einen Weg zu fin­den. Gera­de in solch einer schwie­ri­gen Situa­ti­on, in der wir uns gera­de befin­den, gehört es mehr denn je dazu zusam­men­zu­hal­ten und dass jeder von uns durch die Beach­tung der Regeln dahin­ge­hend Ver­ant­wor­tung über­nimmt, auf sei­ne Mit­men­schen Rück­sicht zu neh­men und Vor­sicht wal­ten zu las­sen. Dar­um möch­te ich jeden Ein­zel­nen unse­rer Bür­ge­rin­nen und Bür­ger bit­ten. Denn wenn wir alle gemein­sam unse­ren Bei­trag lei­sten, dann bin ich davon über­zeugt, dass wir die­se schwie­ri­ge Situa­ti­on gut über­ste­hen werden.“