Wall­fahrts­füh­rer-Got­tes­dienst in Göß­wein­stein dies­mal unge­wöhn­lich anders

„Habt Ver­trau­en, fürch­tet Euch nicht, ich bin es!“ Mit die­sem Gruß des auf­er­stan­de­nen Jesus Chri­stus ver­band Pfar­rer Pater Lud­wig Mazur die Hoff­nung, dass nicht nur die zahl­reich anwe­sen­den Wall­fahrts­füh­rer und ‑füh­re­rin­nen, son­dern alle, die vor dem Gna­den­bild der Hei­lig­sten Drei­fal­tig­keit in der Basi­li­ka Göß­wein­stein beten, gestärkt nach Hau­se zurück­keh­ren können.

Bereits in sei­ner Begrü­ßung berich­te­te Pater Lud­wig von sei­nem Ein­druck, dass in die­sen Wochen und Mona­ten viel geweint wird: Um die Schwer­kran­ken auf den Inten­siv­sta­tio­nen, um die Ster­ben­den, die unbe­glei­tet ihren letz­ten Weg gehen muss­ten, wegen Kurz­ar­beit und Exi­stenz­sor­gen, wegen ver­scho­be­ner Erst­kom­mu­nion­fei­ern, wegen des Unver­ständ­nis­ses von Kin­dern, die ihren Groß­el­tern nicht um den Hals fal­len kön­nen oder auch wegen der Abge­schie­den­heit älte­rer Men­schen zu Hau­se oder in den Pfle­ge­hei­men. „Es ist eine trä­nen­rei­che Zeit, die wir durch­wan­dern,“ stell­te er fest und stell­te gleich auch die Fra­ge: „Dür­fen wir hof­fen, dass dar­aus Per­len für die Zukunft erwach­sen?“ Pater Lud­wig mein­te damit die Auf­merk­sam­keit für­ein­an­der, gegen­sei­ti­ge Hil­fe, in den Fami­li­en mehr Zeit mit­ein­an­der zu ver­brin­gen oder auch ein Zusam­men­rücken in Staat, Gesell­schaft und auch der Län­der Euro­pas im Kampf gegen die Pandemie.

Das beschei­de­ne Gna­den­bild, das die Wall­fah­rer und alle Besu­cher der Basi­li­ka hoch oben im Altar­raum begrü­ße, sei gott­lob nie durch etwas von grö­ße­rem Wert ersetzt wor­den, freu­te sich Pater Lud­wig. „Denn sei­ne wah­re Kost­bar­keit liegt ja in den Gebe­ten, die hier gespro­chen wer­den, liegt im Glau­ben, der Hoff­nung und der Lie­be, die an die­ser Quel­le ent­sprin­gen und ihren Weg in die All­tags­welt neh­men,“ ist Pater Lud­wig über­zeugt. Über dem Gna­den­bild lie­ge gleich­sam ein unsicht­ba­rer Man­tel des Gebets, der über das Bild und den Ort aus­grei­fen will. Ein Schutz­man­tel für viele.

Die Berech­ti­gung die­ses Glau­bens stütz­te Pater Lud­wig in sei­ner Pre­digt auf das Wort Jesu Chri­sti aus dem Mat­thä­us-Evan­ge­li­um als es den Jün­gern auf dem See Gene­za­reth erschien: „Habt Ver­trau­en, ich bin es; fürch­tet euch nicht!“ Die­ses Ver­trau­en dür­fen wir haben, da wir mit dem Apo­stel Johan­nes in die Kreu­zi­gungs­sze­ne hin­ein­ge­nom­men sind, als Jesus zu dem Jün­ger sag­te: Sie­he, dei­ne Mut­ter. Durch den Kreu­zes­tod Jesu Chri­sti dür­fen wir dar­auf ver­trau­en, dass er für uns auch in den tief­sten Abgrün­den des Men­schen da ist. „Gott lässt in das tief­ste Dun­kel sei­ne herr­li­che Lie­be strah­len. Auch in das Dun­kel der Pan­de­mie,“ spen­de­te Pater Lud­wig Trost und Zuversicht.

Da an die­sem Sonn­tag in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land auch der Opfer der Coro­na-Pan­de­mie gedacht wur­de, trug Göß­wein­steins Bür­ger­mei­ster Hanngörg Zim­mer­mann (FW) die Für­bit­ten vor und ent­zün­de­te eine Ker­ze. Damit stand die­ser Got­tes­dienst auch im Zei­chen des bun­des­wei­ten Gedenkens.

Wegen der Coro­na-Auf­la­gen wur­den die Lesun­gen nicht wie bei den Wall­fahrts­füh­rer-Tref­fen aus deren Kreis, son­dern von Mar­kus Meinl vor­ge­tra­gen. Eben­so eine Medi­ta­ti­on nach der Kom­mu­ni­on. Da unter die Coro­na-Auf­la­gen auch ein Gesangs­ver­bot der Got­tes­dienst­ge­mein­de fällt, sang Basi­li­kao­r­ga­nist Georg Schäff­ner die Lie­der. Hei­di Lang und Bar­ba­ra Wei­ßen­ber­ger sorg­ten am Ein­gang der Basi­li­ka dafür, dass die Coro­na-Regeln ein­ge­hal­ten wer­den. Vor dem Schluss­se­gen bedau­er­te Pater Lud­wig, dass der­zeit das sonst übli­che Tref­fen im Pfarr­saal, das gemein­sa­me Kaf­fee-Trin­ken oder auch das Umar­men nicht mög­lich ist. Daher sol­le dies alles mit einem herz­li­chen Applaus aus­ge­drückt wer­den. Der lan­ge andau­ern­de Applaus ließ ver­mu­ten, dass dies alle Anwe­sen­den ger­ne teil­ten. Abschlie­ßend rief Pater Lud­wig allen Wall­fah­rern und Wall­fah­re­rin­nen zu: „Göß­wein­stein freut sich auf Euch“.