Wert­schät­zung für Ober­fran­kens Geschich­te: Denk­mal­pfle­ge­prei­se und Haus Mar­teau The­men im neu­en Kul­tur­aus­schuss des Bezirks Oberfranken

Unter 29 Ein­sen­dun­gen wird der Bezirk Ober­fran­ken mit sei­nem Kul­tur­aus­schuss bis Mit­te des Jah­res bis zu 13 histo­ri­sche Bau­ten für die neu geschaf­fe­nen Denk­mal­pfle­ge­prei­se aus­wäh­len. Zahl­rei­che Land­rä­te und Ober­bür­ger­mei­ster der kreis­frei­en Städ­te sowie Mit­glie­der des Bezirks­tags von Ober­fran­ken haben ihre Vor­schlä­ge ein­ge­reicht. Noch im zwei­ten Quar­tal wird eine Jury die Preis­trä­ger bestim­men, die sich um die ober­frän­ki­sche Denk­mal­pfle­ge ver­dient gemacht haben und je 5.000 Euro Preis­geld erhalten.

Die Mitglieder des neuen Kulturausschusses des Bezirks Oberfranken und anwesende Verwaltungsmitarbeiter des Bezirks: v.l.n.r. Dr. Wolfgang Hegel aus der Kultur- und Heimatpflege, Bezirksrat Manfred Neumeister, Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold, Bezirksrat Dr. Ulrich Schürr, weiterer Bezirkstagsvizepräsident Dr. Stefan Specht, Bezirkstagspräsident Henry Schramm, Ltd. Regierungsdirektor der Regierung von Oberfranken Armin Helbig, Bezirksrat Holger Grießhammer und Udo Bär aus der Bauverwaltung Es fehlt: Bezirksrat Manfred Hümmer. Foto: Florian Bergmann

Die Mit­glie­der des neu­en Kul­tur­aus­schus­ses des Bezirks Ober­fran­ken und anwe­sen­de Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter des Bezirks: v.l.n.r.
Dr. Wolf­gang Hegel aus der Kul­tur- und Hei­mat­pfle­ge, Bezirks­rat Man­fred Neu­mei­ster, Bezirks­hei­mat­pfle­ger Prof. Dr. Gün­ter Dip­pold, Bezirks­rat Dr. Ulrich Schürr, wei­te­rer Bezirks­tags­vi­ze­prä­si­dent Dr. Ste­fan Specht, Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm, Ltd. Regie­rungs­di­rek­tor der Regie­rung von Ober­fran­ken Armin Hel­big, Bezirks­rat Hol­ger Grieß­ham­mer und Udo Bär aus der Bau­ver­wal­tung
Es fehlt: Bezirks­rat Man­fred Hüm­mer. Foto: Flo­ri­an Bergmann

„Wir freu­en uns über die rege Betei­li­gung aus den Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten Ober­fran­kens. Mit unse­ren Preis­gel­dern in Höhe von 5.000 Euro kön­nen wir die histo­ri­sche oder städ­te­bau­li­che Bedeu­tung vie­ler Bau­wer­ke in unse­rem Regie­rungs­be­zirk, aber auch das Enga­ge­ment vie­ler Bau­her­ren und Besit­zer sol­cher Bau­ten wert­schät­zen“, sag­te Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm als Vor­sit­zen­der bei der ersten Sit­zung des neu geschaf­fe­nen Aus­schus­ses für Kul­tur- und Hei­mat­pfle­ge. „Mit die­sem neu gegrün­de­ten Aus­schuss zeigt der Bezirk nun noch deut­li­cher, wie sehr ihm die Kul­tur, die bis­her schon einen hohen Stel­len­wert hat, am Her­zen liegt“, so der Bezirks­tags­prä­si­dent. Die Denk­mal­pfle­ge­prei­se, die in die­sem Jahr zum ersten Mal ver­lie­hen wer­den, sei­en ein wei­te­rer Bau­stein im Bemü­hen des Bezirks Ober­fran­ken, Gesicht und Iden­ti­tät unse­rer Hei­mat zu bewah­ren und zu pfle­gen, fuhr Schramm fort.

Die Sit­zung war zudem geprägt von den bald abge­schlos­se­nen Bau­maß­nah­men an der Inter­na­tio­na­len Musik­be­geg­nungs­stät­te Haus Mar­teau in Lich­ten­berg. Bezirks­hei­mat­pfle­ger Prof. Gün­ter Dip­pold refe­rier­te zum Umbau der Vil­la und zum Anbau des Kon­zert­saals nach Ent­wür­fen des Münch­ner Archi­tek­ten Peter Haimerl: „Die neu­en Räum­lich­kei­ten im Gar­ten­ge­schoss der Vil­la konn­ten bereits Mit­te 2020 fer­tig­ge­stellt wer­den und wur­den von Dozen­ten und Mei­ster­schü­lern begei­stert ange­nom­men. Im Kon­zert- und Unter­richts­saal lau­fen der­zeit die abschlie­ßen­den Arbei­ten, doch bereits jetzt lässt sich die ein­ma­li­ge Ästhe­tik des von 32 Gra­nit­spit­zen gepräg­ten Klang­rau­mes erah­nen“, infor­mier­te der Bezirks­hei­mat­pfle­ger den Aus­schuss über den spek­ta­ku­lä­ren Unter­richts- und Kon­zert­saal, der bis zu 100 Zuhö­rer fasst. Der wei­te­re Bezirks­tags­vi­ze­prä­si­dent Dr. Ste­fan Specht lob­te den außer­ge­wöhn­li­chen Saal als her­aus­ra­gen­des Leucht­turm­pro­jekt und Aus­hän­ge­schild für die Region.

Hin­sicht­lich der künf­ti­gen Nut­zung wur­de von den Aus­schuss­mit­glie­dern ange­regt, den Raum breit für Inter­es­sier­te zugäng­lich zu machen. Dies bekräf­tig­te Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm, der bereits dem Lich­ten­ber­ger Bür­ger­mei­ster Kri­stan von Wal­den­fels eine Nut­zung für ande­re Ver­an­stal­tun­gen zusi­cher­te. Im Mit­tel­punkt sol­le ange­sichts der För­de­rung der Bau­maß­nah­me durch den Kul­tur­fonds aber stets die musi­ka­li­sche Nut­zung ste­hen. Dies beton­te der Lei­ten­de Regie­rungs­di­rek­tor Armin Hel­big vom Sach­ge­biet „Kom­mu­na­le Ange­le­gen­hei­ten“ der Regie­rung von Oberfranken.

Inter­na­tio­na­ler Vio­lin­wett­be­werb Hen­ri Mar­teau wird weitergeführt

Der 7. Inter­na­tio­na­le Vio­lin­wett­be­werb Hen­ri Mar­teau soll nach der Coro­na-beding­ten Absa­ge im ver­gan­ge­nen Jahr in Haus Mar­teau wie­der tur­nus­ge­mäß 2023 statt­fin­den. In Zusam­men­ar­beit mit den Hofer Sym­pho­ni­kern wird der Bezirk Ober­fran­ken dann wie­der zahl­rei­che jun­ge Spit­zen­mu­si­ker aus der gan­zen Welt in die Künst­ler­vil­la nach Lich­ten­berg ein­la­den. Beim letz­ten Vio­lin­wett­be­werb 2017 nah­men 102 her­aus­ra­gen­de Vio­li­ni­stin­nen und Vio­li­ni­sten aus 25 Län­dern teil.

Letz­ter Punkt auf der Tages­ord­nung war die geplan­te Auf­stel­lung eines Mahn­mals auf dem Gelän­de des Bezirks­kli­ni­kums Ober­main in Kut­zen­berg. Unter der Herr­schaft der Natio­nal­so­zia­li­sten wur­den im Rah­men der soge­nann­ten T4-Akti­on kör­per­lich, gei­stig oder see­lisch behin­der­te Men­schen aus den Heil- und Pfle­ge­an­stal­ten in Tötungs­an­stal­ten ver­bracht oder durch geziel­te Unter­ver­sor­gung vor Ort dem Tod preis­ge­ge­ben. Ins­ge­samt wur­den zwi­schen Sep­tem­ber 1940 und Juni 1941 mehr als 400 Frau­en und Män­ner aus Kut­zen­berg ermor­det, die zehn jüdi­schen Insas­sen zuerst.

Deut­lich sicht­ba­rer als bis­lang wird der Bezirk Ober­fran­ken künf­tig mit einem Mahn­mal auf dem Gelän­de des Bezirks­kli­ni­kums Ober­main an die Opfer die­ser schreck­li­chen Ver­bre­chen erin­nern. Hier­zu ist für 2021/2022 ein künst­le­ri­scher Wett­be­werb vorgesehen.

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