Bam­ber­ger Post­hal­le wird zum Raum für Kultur

Die alte Posthalle wird Teil des Kultur- und Kreativquartiers Lagarde. Foto: Amt für Konversionsmanagement
Die alte Posthalle wird Teil des Kultur- und Kreativquartiers Lagarde. Foto: Amt für Konversionsmanagement

Ein­stim­mi­ger Stadt­rats­be­schluss als wich­ti­ger Schritt zum Kul­tur- und Krea­tiv­quar­tier Lagarde

Es ist eine sehr gute Nach­richt für die Bam­ber­ger Kul­tur­sze­ne: Die ehe­ma­li­ge Post­hal­le auf dem Lagar­de-Gelän­de soll nach­hal­tig saniert und für eine kul­tu­rel­le Nut­zung gesi­chert wer­den. Das hat der Stadt­rat in sei­ner Sit­zung am 24. März ein­stim­mig beschlos­sen und zugleich die Stadt­bau GmbH Bam­berg mit der Umset­zung in Zusam­men­ar­beit mit dem städ­ti­schen Kul­tur­re­fe­rat beauf­tragt. „Das Kul­tur­quar­tier ist das Herz­stück des ehe­ma­li­gen Lagar­de-Gelän­des. Mit der Post­hal­le und dem angren­zen­den Kul­tur­hof wird ein neu­er und attrak­ti­ver Treff­punkt für alle Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger geschaf­fen“, freut sich Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Star­ke über die­sen wich­ti­gen Schritt im Rah­men der Konversion.

Bis­her war ledig­lich ange­dacht, die Post­hal­le nur rudi­men­tär zu sanie­ren, um kurz­fri­stig eine Nut­zung zu ermög­li­chen. Im Kon­sens mit den Kul­tur­schaf­fen­den wur­de jetzt umge­plant. Zum einen ist das Gebäu­de der­zeit in einem bau­li­chen Zustand, der eine kul­tu­rel­le Nut­zung bau­recht­lich nicht zulässt. Um eine Ver­kehrs­si­cher­heit zu gewähr­lei­sten, müs­sen Ein­bau­ten abge­ris­sen und ent­sorgt wer­den. Aktu­ell ver­fügt das Gebäu­de auch über kei­ne Wasser‑, Strom‑, Wär­me- und Medi­en­ver­sor­gung. Zum ande­ren könn­ten dort bei einer not­dürf­ti­gen Sanie­rung nur weni­ge Ver­an­stal­tun­gen statt­fin­den. Um eine Refi­nan­zie­rung der Her­stel­lungs­ko­sten zu ermög­li­chen und ein rea­li­sti­sches Betriebs­kon­zept zu ent­wickeln, „ist eine nach­hal­ti­ge Sanie­rung der Post­hal­le sinn­voll“, so der OB.

Wegen der andau­ern­den Coro­na-Pan­de­mie ist davon aus­zu­ge­hen, dass in 2021 grö­ße­re Ver­an­stal­tun­gen dort nicht statt­fin­den kön­nen. „Eine Über­ar­bei­tung des Kon­zep­tes mit einer nach­hal­ti­gen Nut­zung des gesam­ten Gebäu­de­kom­ple­xes ist sicher die bes­se­re und auch lang­fri­stig wirt­schaft­li­che­re Lösung“, erklärt Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Sie­ben­haar. Die Neu­aus­rich­tung erlau­be zudem auch die hilf­rei­che För­de­rung der bau­li­chen Maß­nah­men durch Städ­te­bau­för­de­rung. Zudem sol­len wei­te­re För­der­mög­lich­kei­ten aus­ge­lo­tet und ver­han­delt wer­den, kün­dig­te die Kul­tur­re­fe­ren­tin an.

Die Ent­wick­lung der Post­hal­le Lagar­de für kom­mer­zi­el­le und nicht­kom­mer­zi­el­le Nut­zung bil­det einen wich­ti­gen Bau­stein im Kon­zept „Kul­tur- und Krea­tiv­quar­tier Lagar­de“. Ergänzt wird die­ser Kul­tur­treff­punkt um eine gastro­no­mi­sche Nut­zung in Form eines Kul­tur­ca­fés. Ein wei­te­rer Teil­be­reich soll ange­mes­sen und kul­tur­ver­träg­lich gewerb­lich genutzt werden.

„Die Post­hal­le soll ein Ort sein für Krea­ti­ve, Künst­ler und Kul­tur­lieb­ha­ber sowie Treff­punkt für kul­tu­rell und künst­le­risch enga­gier­te Bür­ger sein. Es soll sich aber auch hin zu einem zen­tra­len Begeg­nungs­ort in Bam­berg-Ost ent­wickeln, mit Strahl­kraft über den Stadt­teil und die Stadt­gren­zen hin­weg“, wagt Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Sie­ben­haar einen Blick in die Zukunft. Damit wer­de auch ein Vor­schlag des Bür­ger­ver­eins Bam­berg-Ost aufgegriffen.

Die neu­en Ziel­set­zun­gen sind auch mit den betei­lig­ten Inve­sto­ren­grup­pen im Umfeld der Post­hal­le abge­stimmt. Der Stadt­rat hat die Ver­wal­tung nun offi­zi­ell damit beauf­tragt, die Wei­ter­ent­wick­lung der Post­hal­le vor­an­zu­trei­ben und zugun­sten der Stadt zu nutzen.

Und was pas­siert mit der Reithalle?

Die benach­bar­te „Reit­hal­le“ ist ein ein­ge­tra­ge­nes Ein­zel­denk­mal ent­spre­chend der Denk­mal­li­ste des Frei­staa­tes Bay­ern und befin­det sich im Eigen­tum der Stadt Bam­berg. Es han­delt sich um ein städ­te­bau­li­ches Klein­od und muss sehr sen­si­bel ent­wickelt wer­den. Es gab und gibt über die Jah­re hin­weg eini­ge sehr gute und durch­aus trag­fä­hi­ge Kon­zep­te und Ideen dafür, die auch als Ergän­zung oder ele­men­ta­rer Bestand­teil des Kul­tur­quar­tiers Lagar­de her­vor­ra­gend geeig­net schei­nen. Dazu zäh­len sicher­lich auch die Plä­ne für eine Ver­an­stal­tungs­hal­le oder gar einen Kam­mer­mu­sik­saal, wie es nach wie vor die Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker – Baye­ri­sche Staats­phil­har­mo­nie favo­ri­sie­ren wür­den. Bedau­er­li­cher­wei­se ste­hen für kei­ne die­ser Ideen in den näch­sten Jah­ren Gel­der, die wohl min­de­stens im mitt­le­ren zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­reich lie­gen, zur Ver­fü­gung – auch nicht beim Frei­staat Bayern.

Der Frei­staat Bay­ern ist jedoch aktiv auf die Stadt Bam­berg zuge­gan­gen und hat Gesprä­che zur Wei­ter­ent­wick­lung des Justiz­stand­or­tes auf der Lagar­de initi­iert. Dabei wird auch eine mög­li­che neue Nut­zung der Reit­hal­le unter­sucht. Ergeb­nis­se dazu lie­gen noch nicht vor. Die Ver­wal­tung wird in Bezug auf mög­li­che Nut­zungs­sze­na­ri­en wie­der im zustän­di­gen Kon­ver­si­ons­se­nat im Mai berichten.