Update zum Stand der Coro­na­vi­rus-Infek­tio­nen im Land­kreis Kulm­bach am Oster­mon­tag 2021

Corona Maske Symbolbild

Leich­te Ent­span­nung über Ostern – Aus­bruchs­ge­sche­hen bleibt diffus

Das Aus­bruchs­ge­sche­hen im Land­kreis Kulm­bach ist und bleibt hoch, aber lei­der auch dif­fus, sagen Land­rat Klaus Peter Söll­ner und die Lei­te­rin des Staat­li­chen Gesund­heits­amts, Dr. Came­lia Fied­ler. „Lei­der ist es so, dass wir nicht auf bestimm­te Räu­me oder bestimm­te Per­so­nen­grup­pen los­ge­hen kön­nen, wie das zum Bei­spiel auf der Bau­stel­le in Main­leus gewe­sen ist“, erklärt Land­rat Söll­ner. Auch in den Gemein­den des Land­krei­ses sei das Gesche­hen ungleich ver­teilt. „Kulm­bach ist und bleibt der Schwer­punkt. Dar­über hin­aus haben wir im süd­li­chen Land­kreis leicht höhe­re Wer­te als im nördlichen.“

Dr. Came­lia Fied­ler macht deut­lich: „Wir haben kei­ne Hot­spots. Das Virus ist im gan­zen Land­kreis ver­brei­tet, aber nicht in Form von grö­ße­ren Aus­brü­chen.“ Eini­ge klei­ne­re Aus­bruchs­ge­sche­hen sei­en in den Tagen vor Ostern in Kitas und Hor­te im Land­kreis Kulm­bach ent­deckt wor­den. 14 posi­ti­ve Fäl­le sei­en in neun Ein­rich­tun­gen bestä­tigt wor­den. 164 Men­schen muss­ten des­halb in Qua­ran­tä­ne geschickt werden.

„Die Posi­ti­ven brin­gen das Virus in ihre Fami­lie. Das ist das Ver­tei­lungs­mu­ster, das wir zur­zeit sehr häu­fig erle­ben. Im Bereich der Ein­rich­tun­gen und auch der Betrie­be grei­fen die Hygie­nekon­zep­te sehr gut. Wir mer­ken, dass die­se Kon­zep­te zuneh­mend in Betrie­ben gelebt wer­den. Genau des­we­gen kommt es nicht zur Ent­wick­lung von Hot­spots.“ In den Fami­li­en kom­me es der­zeit ver­mehrt zu Fäl­len, weil dort ein­fach die nor­ma­le Nähe eines Haus­halts dazu füh­re, dass sich mehr Per­so­nen anstecken. „Zur­zeit erle­ben wir, dass sich, wenn ein Fami­li­en­mit­glied posi­tiv ist, in der Regel alle Haus­halts­mit­glie­der anstecken“, sagt Dr. Fiedler.

Grund für die­se deut­lich höhe­re Ansteckungs­quo­te ist laut Dr. Fied­ler die bri­ti­sche Mutan­te des Coro­na­vi­rus. Sie domi­nie­re inzwi­schen im Land­kreis Kulm­bach mit rund 90 Pro­zent das Infek­ti­ons­ge­sche­hen. Die Gefahr, die von dem Virus mit dem Fach­be­griff „B.1.1.7“ aus­geht, sei deut­lich höher. Des­we­gen wer­de in die­sen Fäl­len auch das Vor­ge­hen im Bereich der Kon­takt­nach­ver­fol­gung und des Kon­takt­per­so­nen-Manage­ments gemäß den Vor­ga­ben des Robert-Koch-Insti­tuts (RKI) strik­ter gehandhabt.

RKI ver­schärft Maß­ga­ben bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung

Die RKI-Richt­li­ni­en wur­den mitt­ler­wei­le ver­schärft. Es genügt ein zehn­mi­nü­ti­ger Kon­takt im Nah­be­reich oder ein Gespräch – unab­hän­gig von des­sen Dau­er – mit einem Infi­zier­ten, um als enge Kon­takt­per­son zu gel­ten. Dies kann nur dann ver­mie­den wer­den, wenn sowohl der Posi­tiv­fall, als auch die Kon­takt­per­son durch­ge­hend und kor­rekt einen Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Mas­ke getra­gen haben. Bei einem gemein­sa­men Auf­ent­halt in einem Raum von min­de­stens zehn Minu­ten ver­hin­dert aller­dings auch die Mas­ke nicht die Ein­stu­fung als Kontaktperson.

Came­lia Fied­ler hofft daher auf einen schnel­len Aus­bau der Impf­quo­te. „Bis zur Zulas­sung und Aus­lie­fe­rung der Impf­stof­fe, gab es in der Pan­de­mie­be­wäl­ti­gung nur die Instru­men­te des Abstands, der Hygie­ne, der Mas­ken und des Lüf­tens. Mit der Imp­fung kommt nun ein sehr wich­ti­ges Instru­ment hinzu.“

Land­rat Klaus Peter Söll­ner sieht mit Sor­ge, wie die Ansteckun­gen sich wei­ter­ver­brei­ten. Inzwi­schen, sagt er, gebe schon längst nicht mehr ein Infi­zier­ter das Virus an einen ande­ren wei­ter. Die Repro­duk­ti­ons­zahl lie­ge jetzt bei min­de­stens drei, wenn es um die bri­ti­sche Vari­an­te geht. „Das war bei der Urva­ri­an­te des Coro­na­vi­rus noch ganz anders. Wir haben eine expo­nen­ti­el­le Ausbreitung. “

Immer wie­der geht auch im Gesund­heits­amt Kri­tik ein. Vor allem dann, wenn Men­schen in Qua­ran­tä­ne müs­sen, wird mitt­ler­wei­le oft mit Unver­ständ­nis reagiert. „Die Kon­takt­per­so­nen wer­den aber nicht durch das Gesund­heits­amt pro­du­ziert. Sie wer­den durch uns nur ermit­telt“, betont Dr. Fiedler.

Pan­de­mie-Ein­däm­mung sei eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be, sagt der Lei­ter des Kri­sen­stabs am Kulm­ba­cher Land­rats­amt, Oli­ver Hem­pfling. „Nur aufs Gesund­heits­amt zu ver­wei­sen, genügt nicht. Erst wenn sich alle aktiv dar­an betei­li­gen, Coro­na zu besie­gen, Hygie­ne­vor­schrif­ten beach­ten, aber auch die Qua­ran­tä­ne­vor­ga­ben befol­gen und die Kon­tak­te mini­mie­ren, wer­den unse­re Infek­ti­ons­zah­len wie­der sin­ken“, macht Hem­pfling deutlich.

Aktu­el­le Corona-Zahlen:

Kulm­bach, 05.04.2021 (Stand 14.00 Uhr):

Über Ostern wur­den 16 wei­te­re posi­ti­ve Coro­na­vi­rus-Fäl­le im Land­kreis Kulm­bach bestätigt.

Von den aktu­el­len Coro­na-Fäl­len fal­len 186 in die letz­ten sie­ben Tage. Der aktu­el­le 7‑Ta­ge-Inzi­denz-Wert pro 100.000 Ein­woh­ner für den Land­kreis Kulm­bach sinkt somit auf 259,90.

aktu­el­le Corona-Fälle366
Fäl­le der letz­ten 7 Tage186
7‑Ta­ge-Inzi­denz-Wert259,90
sta­tio­när betreut (außer­halb wohn­haft | intensiv)28 (0 | 9)
in Qua­ran­tä­ne807
Coro­na-Fäl­le insgesamt3.377
Gene­se­ne2.911
Ver­stor­be­ne100