Bam­berg: „Kunst­fen­ster“ ver­ab­schie­det sich mit Kurzfilmtagen

 Foto: Amt für Bürgerbeteiligung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Steffen Schützwohl  - Die Bamberger Kurzfilmtage laufen online noch bis zum 28. März 2021. Im „Kunstfenster“ haben sie derzeit ebenfalls einen Platz gefunden.

Foto: Amt für Bür­ger­be­tei­li­gung, Pres­se- und Öffentlichkeitsarbeit/​Steffen Schütz­wohl – Die Bam­ber­ger Kurz­film­ta­ge lau­fen online noch bis zum 28. März 2021. Im „Kunst­fen­ster“ haben sie der­zeit eben­falls einen Platz gefunden.

Seit Sep­tem­ber 2020 brach­ten Künst­le­rin­nen und Künst­ler Leben ins „Bür­ger­la­bor“

Das „Bür­ger­la­bor“ in der Bam­ber­ger Haupt­wach­stra­ße wur­de als ein Ort des Aus­tau­sches und bür­ger­schaft­li­chen Enga­ge­ments ins Leben geru­fen. Aller­dings ist es seit dem Aus­bruch der Coro­na-Pan­de­mie lei­der nicht im erhoff­ten Umfang nutz­bar. Doch die tem­po­rä­re Zwi­schen­nut­zung als „Kunst­fen­ster“ hat sich bewährt. Zahl­rei­che Akteu­re haben Kunst und Kul­tur im Fen­ster auf­le­ben las­sen. „Selbst wäh­rend des Lock­downs und der Aus­gangs­sper­re war das hell leuch­ten­de Kunst­fen­ster für Kunst­schaf­fen­de und für Pas­san­ten ein ech­ter Licht­blick. Film, Thea­ter, Musik, Foto­gra­fie und alle Spiel­ar­ten der Bil­den­den Kunst stan­den dort nun mona­te­lang im Fokus. Kunst wur­de so sicht­bar gemacht und setz­te mehr als ein­mal ein Zei­chen,“ betont Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Siebenhaar.

Vor­trä­ge, Aus­stel­lun­gen, Dis­kus­si­ons­run­den, Arbeits­grup­pen und Lesun­gen – all das hat bereits im „Bür­ger­la­bor“ statt­ge­fun­den. Genau für sol­che Ver­an­stal­tun­gen hat­te das Amt für Bür­ger­be­tei­li­gung, Pres­se- und Öffent­lich­keit den Raum in der Haupt­wach­stra­ße 3 instal­liert. Da in Zei­ten einer glo­ba­len Pan­de­mie Ver­samm­lun­gen die­ser Art jedoch nicht mehr mög­lich sind, war Krea­ti­vi­tät gefragt. Die pas­sen­de Ant­wort war das „Kunst­fen­ster“.

Künst­le­rin­nen und Künst­ler haben von Sep­tem­ber 2020 bis März 2021 die Flä­che jeweils eine Woche lang auf ver­schie­den­ste Wei­se genutzt.

Als Erster prä­sen­tier­te Tho­mas Michel sein Werk „Goe­the-Eiche“. Wei­te­re Akteu­re waren Judith Sie­ders­ber­ger mit dem „Rad­man­tel“ und Sabri­na Cato­wiez mit ihrem Bei­trag „Die Hee­re des Apol­lon ver­trei­ben die Ödnis“. Eben­falls im Herbst/​Winter stell­te Chri­sta Hop­pe ein drei­tei­li­ges Expo­nat im Kunst­fen­ster aus, gefolgt vom Acryl­ge­mäl­de „Dyna­mik in Blau“ von Nad­ja Rakowski.

Ein beson­de­res Ereig­nis war die Ver­lei­hung des Berg­an­za-Prei­ses 2020 des Kunst­ver­eins Bam­berg e.V. Da es coro­nabe­dingt erst­mals kei­ne öffent­li­che Ver­an­stal­tung gab, wur­de der Gewin­ner – der bil­den­de Künst­ler Peter Schop­pel – im „Kunst­fen­ster“ mit einem Foto des Bam­ber­ger Foto­gra­fen Ger­hard Schlöt­zer geehrt.

Die nach­fol­gen­de Kunst stamm­te von der Por­zel­l­an­künst­le­rin Chri­stia­ne Toewe in Form einer Wort­wol­ke inklu­si­ve leuch­ten­der Viren. Und Petra Stra­hov­nik, Kom­po­ni­stin aus Slo­we­ni­en und Sti­pen­dia­tin des Inter­na­tio­na­len Künst­ler­hau­ses Vil­la Con­cordia, lud im Dezem­ber zu einer unge­wöhn­li­chen Akti­on ein: Sie wähl­te das Bür­ger­la­bor als Schaf­fens­ort und lud die Öffent­lich­keit ein, am Ent­ste­hungs­pro­zess eines Stückes für Orche­ster und zwei Per­for­mance­künst­ler teilzuhaben.

End­gül­tig „Ver­zau­bert“ wur­den die Pas­san­tin­nen und Pas­san­ten in der Haupt­wach­stra­ße im Janu­ar: Eine mär­chen­haf­te Schnee­land­schaft zeig­te das ETA Hoff­mann Thea­ter beim Blick durchs Fen­ster, ent­wor­fen von Aus­stat­tungs­as­si­sten­tin Anaïs Buzduga.

Im Febru­ar gestal­te­te Künst­le­rin Bar­ba­ra Bol­l­er­hoff unter dem Leit­mo­tiv „Was wir ver­mis­sen“ das „Kunst­fen­ster“ und wid­me­te sich in einem Bild dem The­ma „Shop­ping“. Es folg­ten Ste­fa­nie Brehm mit ihren far­ben­fro­hen Kera­mik-Skulp­tu­ren und der Bam­ber­ger Foto­graf Wer­ner Kohn mit einer Foto-Kom­po­si­ti­on zum Corona-Lockdown.

Das ful­mi­nan­te Ende set­zen gera­de die Bam­ber­ger Kurz­film­ta­ge mit einer Stumm­film­rol­le, bestückt mit Fil­men von Geor­ges Méliès. Méliès war ein fran­zö­si­scher Illu­sio­nist, Thea­ter­be­sit­zer, Film­pio­nier und Film­re­gis­seur. Er zählt zu den Pio­nie­ren der Film­ge­schich­te und gilt als Erfin­der des nar­ra­ti­ven Films.