Eis­pi­ra­ten Crim­mit­schau vs. Bay­reuth Tigers: Phan­tom­tor hin­ter­lässt faden Beigeschmack

Symbolbild Eishockey

Mit nur noch 13 Feld­spie­lern, und dabei mit drei gelern­ten Ver­tei­di­gern, muss­te man am Abend in Crim­mit­schau antre­ten. Neben Mei­sin­ger, der bereits mehr­fach als Ver­tei­di­ger auf­ge­lau­fen war, ver­tei­dig­te bei die­sem Match auch Jan-Luca Schumacher.

Der erste Abschnitt wur­de von bei­den Teams mit hohem Tem­po ange­gan­gen. Als Kolozva­ry zu Anfang die ein­zi­ge Stra­fe des Abschnitts zog, ver­tei­dig­te man zunächst sehr gut, war aber schluss­end­lich gegen Patrick Pohl, der sei­nen Kol­le­gen Van­tuch mit ins Spiel nahm und von die­sem die Schei­be nach einem Anspiel schnell zurück­be­kam, macht­los und kas­sier­te den frü­hen Rück­stand. Auch mit dem klei­nen Lin­eup ver­steckt man sich nicht und gene­rier­te die eine oder ande­re Chan­ce, oft durch Jär­veläi­nen, der mehr­fach an Andry­uk­hov schei­ter­te. Die beste Mög­lich­keit hat­te Zim­mer­mann, der an der eige­nen blau­en Linie einen Pass ablausch­te, das Break fuhr und knapp am Schluss­mann der Eis­pi­ra­ten schei­ter­te. Zu Ende des Abschnitts waren es die Gast­ge­ber, die das Spiel wie­der mehr an sich zogen und meh­re­re Mög­lich­kei­ten her­aus­spie­len konn­ten. So muss­te Wölfl gegen Gams, Bött­cher und Heyer klä­ren, um kei­nen wei­te­ren Gegen­tref­fer hinzunehmen.

Mit einem Power­play, als Demm­ler auf der Straf­bank saß, hat­te Davi­dek die Chan­ce, den Aus­gleich auf die Anzei­gen­ta­fel zu schrei­ben, schei­ter­te jedoch am stark reagie­ren­den Andry­uk­hov. In der Fol­ge übten die Gast­ge­ber mehr Druck aus und kamen durch Gams, des­sen Schuss Wölfl stark parier­te sowie Petr Pohl, der
die Lat­te anvi­sier­te zu guten Mög­lich­kei­ten. Was dann in der 33. Minu­te zu sehen war, kann man durch­aus unter die Rubrik Slap­stick packen. Einen Schuss von Lemay parier­te der Bay­reu­ther Tor­ste­her noch. Gams, der im Slot lau­er­te ver­such­te die tru­deln­de Schei­be wei­ter auf den Kol­le­gen Ewanyk zu lei­ten, der schließ­lich an die Schei­be kam, die­se so übers Tor setz­te, dass sie im Fang­netzt lan­de­te, weit hin­ter dem Tor wie­der her­un­ter tropf­te und zur Ver­wun­de­rung aller ent­schie­den die Schieds­rich­ter auf Tor. Dass von ins­ge­samt vier Offi­zi­el­len auf der Eis­flä­che nie­mand die­se Situa­ti­on, bei der – nach einem Tor durch­aus üblich – zu kei­nem Zeit­punkt der Puck aus dem Tor geholt wur­de, rich­tig bewer­ten konn­te darf man getrost mit mehr wie einem Kopf­schüt­teln zur Kennt­nis neh­men. So ging es mit einem 2‑To­re-Vor­sprung für die Eis­pi­ra­ten in die Kabine.

Gera­de ein­mal 23 Sekun­den waren im Schluss­ab­schnitt ver­gan­gen, als die Eis­pi­ra­ten erneut – und die­ses Mal mit einem regu­lä­ren Tor – jubeln durf­ten. Lemay hat­te sich gut durch­ge­setzt und die Schei­be flach im lin­ken Tor­eck unter­ge­bracht. In der Fol­ge ent­wickel­te sich ein offe­ner Schlag­ab­tausch mit Chan­cen auf bei­den Sei­ten, die jedoch weder von den Gast­ge­bern, noch von den Tigers genutzt wer­den konn­ten. So ver­ga­ben Jär­veläi­nen, Davi­dek oder Davis auf Bay­reu­ther Sei­te, sowie Petr Pohl, der noch­mal den Pfo­sten anvi­sier­te oder Lemay der kurz vor Ende an Wölfl schei­ter­te. Ein unnö­ti­ger Ban­den­check von Ewanyk gegen Kolozva­ry Sekun­den vor Abpfiff hin­ter­ließ dann noch­mals, in einer ins­ge­samt sehr fai­ren Par­tie, einen faden Beigeschmack.

„Ich muss mei­nen Jungs trotz der Nie­der­la­ge einen rie­sen Respekt zol­len. Mit nur drei gelern­ten Ver­tei­di­gern war es heu­te sehr schwer. Wir haben vie­le Spie­le in kur­zer Zeit und die Jungs kämp­fen jedes Mal um den Sieg. Das Tor war unglück­lich und es ist natür­lich etwas ande­res, wenn man „nur“ mit einem 1:0 Rück­stand in die Pau­se geht. Ich hat­te auch gedacht, dass die Schei­be im Netz war, aber es hat auch nie­mand rekla­miert. In der Pau­se war es dann natür­lich zu spät“, so Petri Kuja­la kurz nach der Partie.

Eis­pi­ra­ten Crim­mit­schau vs. Bay­reuth Tigers 3:0 (1:0, 1:0, 1:0)

  • Crim­mit­schau: Andry­uk­hov, Bit­zer – Walsh, Schiet­zold, Oll­eff, Sum­mers, Scal­zo, Heyer – Lemay, Vigenault, Bött­cher, Ewanyk (2), Rudert, Gams (2), Patrick Pohl, Petr Pohl, Demm­ler (2), Vantuch
  • Bay­reuth: Wölfl, Her­den, Zim­mer­mann Nico – Poko­vic, Mei­sin­ger, Schmitz, Davis, Schu­ma­cher – Raja­la, Davi­dek, Jär­veläi­nen, Kolozva­ry (2), Lilich, Bin­dels, Zim­mer­mann Tim, Nix
  • Zuschau­er: Nein
  • Schieds­rich­ter: Becker, Stein­ecke – Pfriem, Sauerzapfe
  • Stra­fen: Crim­mit­schau: 6 Bay­reuth: 2 Power­play: Crim­mit­schau: 1/1 Bay­reuth: 0/3
  • Tor­fol­ge: 1:0 (5.) Patrick Pohl (Van­tuch, Sum­mers) PP1, 2:0 (33.) Ewanyk (Lemay, Gams), 3:0 (41.) Lemay (Oll­eff, Scalzo)

Alex­an­der Vögel