Revan­che geglückt – HC Erlan­gen erkämpft sich Aus­wärts­sieg in Balingen

Symbolbild Handball

Dank einer star­ken Abwehr­lei­stung in Ver­bin­dung mit einem aber­mals stark auf­spie­len­den Kle­men Fer­lin im Tor hat es der HC Erlan­gen am Sams­tag­abend geschafft, sich einen ver­dien­ten 24:29-Auswärtssieg beim HBW Balin­gen-Weil­stet­ten zu erar­bei­ten. Trotz gro­ßer Ver­let­zungs­sor­gen kann der HCE nach dem zwei­ten Sieg in einer Woche auf ein aus­ge­gli­che­nes Punk­te­kon­to blicken und klet­tert auf den 8. Tabel­len­platz in der „stärk­sten Liga der Welt“. Bester Wer­fer der Erlan­ger war Simon Jepps­son, der sich sie­ben Mal in die Tor­schüt­zen­li­ste eintrug.

Auch am 22. Spiel­tag rei­ste der HC Erlan­gen mit einem stark dezi­mier­ten Kader zum Aus­wärts­spiel an. Neben Max Jäger (Ober­schen­kel­ver­let­zung), Ham­pus Ols­son (Magen-Darm Infekt) und Sime Ivic (Bauch­mus­kel­ver­let­zung) muss­te der HCE auch auf sei­ne ange­schla­ge­nen Rück­raum­spie­ler Metz­ner und Fäth ver­zich­ten, die zwar ange­schla­gen auf der Bank saßen, jedoch nicht maß­geb­lich am Spiel­ge­sche­hen mit­wir­ken konn­ten. Links­hän­der Anto­nio Metz­ner stand zwar zu Beginn auf der Plat­te, war jedoch nach dem Spiel gegen Essen von Rücken­schmer­zen geplagt und wur­de bereits früh wie­der aus­ge­wech­selt. Für ihn spiel­te Young­ster Dani­el Mos­in­di, der trotz sei­nes jun­gen Alters in der Balin­ger Spar­kas­sen Are­na viel Ver­ant­wor­tung über­nahm. Stef­fen Fäth wur­de, nach­dem er am ver­gan­ge­nen Mitt­woch im Spiel umge­knickt war, von sei­nem Trai­ner geschont. In der Anfangs­pha­se des Spiels agier­ten bei­de Mann­schaf­ten zunächst etwas hek­tisch. Die Haus­her­ren erziel­ten den Tref­fer zur 1:0‑Führung, die sich der HCE in der 7. Minu­te jedoch durch das Tor von Johan­nes Sel­lin zum 2:3 zurück­er­ober­te. Nach Ball­ge­winn von Büdel in der Abwehr mach­te der ange­schla­ge­ne Metz­ner das 2:4 und kurz dar­auf wie­der­hol­te sich das Spiel, als die Fran­ken sich aber­mals den Ball erober­ten und Sel­lin auf die Rei­se zum 2:5 schick­ten. Nach zwei tech­ni­schen Feh­lern von Erlan­gen kam der HBW wie­der zum 5:5‑Ausgleich. Weil die Gäste cle­ver ver­tei­dig­ten, konn­ten die Erlan­ger bis zur 13. Minu­te wie­der auf zwei Tore davon zie­hen. Die „Gal­li­er von der Alb“ lie­ßen sich davon doch nicht beein­drucken und über­nah­men in der 18. Minu­te mit 8:7 wie­der die Füh­rung. Das nahm Trai­ner Micha­el Haaß zum Anlass, um die grü­ne Kar­te zu legen. Für den ange­schla­ge­nen Metz­ner kam Young­ster Dani­el Mos­in­di ins Spiel, der direkt den Sie­ben­me­ter her­aus­hol­te. Von Gruch­al­la ver­wan­del­te von der Linie zum 8:8 und nach eini­gen star­ken Abwehr­ak­tio­nen der Erlan­ger konn­te Büdel aus dem Rück­raum den Füh­rungs­tref­fer zum 10:11 (22.) erzie­len. Der HCE hat­te dar­auf­hin zwei Mal die Mög­lich­keit mit drei Tref­fern davon zuzie­hen, jedoch schei­ter­ten Schäf­fer und von Gruch­al­la zwei Mal hin­ter­ein­an­der an Mike Jen­sen im Tor. Den­noch schaff­te es Johan­nes Sel­lin nach einer Para­de von Fer­lin per Tem­po­ge­gen­stoß auf 10:12 zu erhö­hen. Die Fran­ken erspiel­ten sich gegen Ende des ersten Durch­gangs immer wie­der glas­kla­re Tor­chan­cen, aber schei­ter­ten rei­hen­wei­se am geg­ne­ri­schen Kee­per. Das ver­hin­der­te, dass die Erlan­ger sich ent­schei­dend abset­zen konn­ten. Spiel­ma­cher Büdel hol­te kurz vor Ende des ersten Durch­gangs mit beherz­ten 1:1‑Aktionen zwei Mal hin­ter­ein­an­der die Zeit­stra­fe her­aus, sodass Erlan­gen in dop­pel­ter Über­zahl auf 11:14 (28.) erhö­hen konn­te. Weil Link und Firn­ha­ber kurz dar­auf auch die Zeit­stra­fen in Kauf neh­men muss­ten, agier­te der HCE in der letz­ten Minu­te eben­falls in dop­pel­ter Unter­zahl. Die Mann­schaft von Trai­ner Micha­el Haaß ließ jedoch nur einen ein­zi­gen Tref­fer zu, sodass die Fran­ken mit einer 12:14-Führung in die Pau­se gehen konnten.

Nach dem Sei­ten­wech­sel agier­te der HCE noch eine Minu­te lang in Unter­zahl, was die Haus­her­ren nutz­ten, um auf 13:14 zu ver­kür­zen. In Gleich­zahl hol­te Over­by den Sie­ben­me­ter her­aus, den Simon Jepps­son sicher zum 13:15 ver­wan­deln konn­te. Es war das erwar­te­te kampf­be­ton­te Spiel. Bei­de Mann­schaf­ten ver­tei­dig­ten robust und schenk­ten sich nichts. Auch wenn Balin­gen immer wie­der tref­fen konn­te, blieb der HCE bis zur 35. Minu­te immer mit einem oder zwei Toren in Füh­rung. Beim Spiel­stand von 14:16 sah Johan­nes Sel­lin die Zeit­stra­fe und auch Fabi­an Wie­der­stein vom HBW muss­te nach sei­ner drit­ten Zeit­stra­fe mit Rot vom Feld. Im 5 gegen 5 tank­te sich Jepps­son zum 14:17 durch und weil der HCE in der Abwehr cle­ver ver­tei­dig­te, konn­ten sich die Fran­ken den Ball erobern und durch das Tor von Flo­ri­an von Gruch­al­la auf 14:18 erhö­hen. In der 40. Minu­te leg­te Bürk­le die Aus­zeit und stell­te sein Team noch ein­mal neu auf die Crunch-Time ein. In sei­ner Anspra­che wies der HBW Trai­ner sein Team dar­auf hin, dass der HCE „sei­ne Pha­se noch nicht gehabt hat und sie die­se irgend­wann krie­gen wer­den“. Die Schwä­che­pha­se der Erlan­ger blieb jedoch aus, denn die Fran­ken hat­ten sich vor­ge­nom­men, aus ihren Feh­lern zu ler­nen und bis zum Ende kon­zen­triert zu Wer­ke zu gehen. So kam es, dass sich der HCE nach Wie­der­an­pfiff den Ball schnapp­te und Bis­sel auf die Rei­se zum 14:19 schick­te. In der 43. Minu­te sah Abwehr­chef Over­by die Zeit­stra­fe, sodass Noth­durft zum 16:19 tref­fen konn­te. Nach einem ast­rei­nen Zuspiel von Jepps­son auf Bis­sel konn­te der Links­au­ßen auf 16:20 erhö­hen. In der frän­ki­schen Defen­si­ve über­zeug­te der Mit­tel­block um Kapi­tän Niko­lai Link. Auch sei­ne Neben­män­ner waren schnell auf den Bei­nen und leg­ten damit den Grund­stein für das, was kom­men soll­te. 16 Minu­ten waren noch auf der Uhr, als Büdel den Sie­ben­me­ter her­aus­hol­te, den Jepps­son sicher zum 17:21 ver­wan­del­te. Balin­gen kam über den Kreis zum Tref­fer und stell­te auf ein offen­si­ves 5:1 um. Der HCE fand eben­falls die Lösung über den Kreis, als Firn­ha­ber sich sehens­wert durch­setz­te und auf 18:22 erhöh­te (46.). Kle­men Fer­lin mach­te wie so häu­fig in die­ser Sai­son ein star­kes Spiel und parier­te ein ums ande­re Mal. Mit ins­ge­samt 14 Para­den und einer Quo­te von 37 Pro­zent gehal­te­ner Bäl­le war Fer­lin am 22. Spiel­tag für sei­ne Mann­schaft ein siche­rer Rück­halt zwi­schen den Pfo­sten. In Unter­zahl muss­ten die Fran­ken zwar das Gegen­tor zum 20:23 hin­neh­men, schaff­ten es aber auch mit einem Mann weni­ger im Angriff über Firn­ha­ber zum Tor­er­folg zu kom­men (53.). Trotz der weni­gen Wech­sel-Optio­nen spiel­ten die Erlan­ger das Aus­wärts­spiel in Balin­gen sicher zu Ende, und lie­ßen sich auch nicht aus dem Kon­zept brin­gen, als der HBW in den Schluss­mi­nu­ten auf eine offen­si­ve Mann­deckung umstell­te. Am Ende bewies der HC Erlan­gen, dass er aus sei­nen Feh­lern ler­nen kann und gewann sou­ve­rän mit 24:29.

„Ich fin­de, wir haben heu­te auch im Angriff gut gespielt, aller­dings vor allem in der ersten Halb­zeit ganz schön vie­le freie Wür­fe nicht rein gemacht. In der Defen­si­ve hat­ten wir uns vor­ge­nom­men, offen­siv auf die Rück­raum­spie­ler raus­zu­ge­hen, um deren unfass­ba­re Tor­ge­fahr aus­zu­schal­ten. Das ist uns heu­te gelun­gen und auf unse­ren Tor­hü­ter Kle­men Fer­lin war auch heu­te wie­der Ver­lass. Ich fin­de, wir gehen heu­te ver­dient als Sie­ger vom Feld. Mit einem aus­ge­gli­che­nem Punk­te­kon­to sind wir auf einem guten Weg, unse­re Zie­le für die­se Sai­son zu errei­chen und dar­auf wol­len wir jetzt auf­bau­en“, sag­te HCE Kapi­tän Niko­lai Link nach dem Spiel.

Für den HC Erlan­gen geht es näch­ste Woche Sams­tag mit dem Heim­spiel gegen den Ber­gi­schen HC wei­ter. Das Spiel gegen den Tabel­len­sieb­ten wird um 20:30 Uhr in der ARE­NA NÜRN­BER­GER Ver­si­che­rung ange­pfif­fen und auf SKY SPORT übertragen.

STA­TI­STIK

HBW BALIN­GEN-WEIL­STET­TEN
Tor: Rumin­sky, Jen­sen, Bozic
Zobel, Lipo­vina (3), Kir­ve­lia­vi­ci­us, Tho­mann, Noth­durft (11), Wie­der­stein, Gre­tars­son (1), Beci­ri (3), Scho­ch, Zin­tel (1), Scott (4), Sauer­es­sig (1), Strosack

HC ERLAN­GEN
Tor: Zie­mer, Ferlin
Sel­lin (6), Over­by (2), Mar­schall, Fäth, Kell­ner, Firn­ha­ber (4), Büdel (1), Bis­sel (3), Mos­in­di (1), Schäf­fer (1), Metz­ner (1), Link, von Gruch­al­la (1/2), Jepps­son (4/3)