Kulm­ba­cher Lese­men­to­ren wer­den digital!

Das Orga-Team der Leseregion Kulmbach: Lesebeauftragte Simone Zimmerer, Mentor-Koordinatorin Birgitt Glaß, Schulrätin Kerstin Zapf, Bildungskoordinatorin Nicole Neuber und Ehrenamtsbeauftragte Heike Söllner.
Das Orga-Team der Leseregion Kulmbach: Lesebeauftragte Simone Zimmerer, Mentor-Koordinatorin Birgitt Glaß, Schulrätin Kerstin Zapf, Bildungskoordinatorin Nicole Neuber und Ehrenamtsbeauftragte Heike Söllner.

Eine gan­ze Rei­he Lese­men­to­rin­nen und ‑men­to­ren, die sich im Rah­men des Pro­jekts: “MEN­TOR – Die Leselern­hel­fer – Lese­re­gi­on Kulm­bach” ehren­amt­lich für Lese­för­de­rung an den Schu­len ein­set­zen, beweist gera­de Mut zu neu­en Wegen. Sie haben coro­nabe­dingt ihr Enga­ge­ment in den digi­ta­len Raum ver­la­gert und ver­ab­re­den sich ein­mal wöchent­lich mit ihren Lese­kin­dern vir­tu­ell zum gemein­sa­men Lesen. Es ist im Moment der ein­zig mach­ba­re Weg, die so wert­vol­le För­de­rung auf­recht zu erhal­ten und Kin­der mit För­der­be­darf bei der Lese­kom­pe­tenz wei­ter zu unterstützen.

“Men­to­ren sind ein Glücks­fall für jedes Kind” – davon war das Orga­ni­sa­ti­ons­team am Land­rats­amt über­zeugt, als im Herbst letz­ten Jah­res die Lese­för­de­rung als Ehren­amts­pro­jekt an ins­ge­samt neun Pilot­schu­len im Land­kreis gestar­tet wur­de. Im Vor­feld wur­den in Klein­grup­pen schon die ersten 24 Inter­es­sier­te in Ein­füh­rungs­se­mi­na­ren auf ein Enga­ge­ment als Lesementor*in vor­be­rei­tet und erhiel­ten vie­le hilf­rei­che Tipps und Informationen.

Das Beson­de­re am MEN­TOR-Kon­zept ist das soge­nann­te 1:1‑Prinzip, d.h. ein Lese­men­tor arbei­tet mit einem Lese­kind. Bil­dung durch Bin­dung und jede Men­ge Spaß und Freu­de ste­hen im Vor­der­grund der För­der­phi­lo­so­phie. Nor­ma­ler­wei­se tref­fen sich Men­tor und Lese­kind ein­mal wöchent­lich eine Stun­de lang in der Schu­le zum gemein­sa­men Lesen und Erzäh­len. Mit die­ser geziel­ten För­de­rung und mit viel Humor und Geduld wird ganz viel bewirkt. Dabei han­delt es sich kei­nes­falls um Nach­hil­fe und jeg­li­cher Lei­stungs­druck ist aus­ge­schlos­sen. In erster Linie wird Spaß am Lesen ver­mit­telt, dann stel­len sich Erfol­ge meist wie von selbst ein – ganz nach dem Mot­to: „Gemein­sa­mes Lesen öff­net Türen“. Die Lese­kin­der machen erfah­rungs­ge­mäß gro­ße schu­li­sche Fort­schrit­te und sind noch dazu sehr stolz auf ihre Lese­men­to­ren, die ihnen unein­ge­schränkt Zeit und Auf­merk­sam­keit widmen.

Das Orga­ni­sa­tion­team um die MEN­TOR-Schul­ko­or­di­na­to­rin Bir­git Glaß, Hei­ke Söll­ner und Nico­le Neu­ber vom Land­rats­amt, Schul­rä­tin Ker­stin Zapf und der Lese­be­auf­trag­ten für die Grund- und Mit­tel­schu­len, Simo­ne Zim­me­rer, hat­te es zu Schul­jah­res­be­ginn im Herbst noch geschafft, alle Lesemento­ren mit ihren Lese­kin­dern zusam­men­zu­brin­gen und den Ein­stieg in die Lese­för­de­rung an den Schu­len zu ermög­li­chen – dann kam im Dezem­ber das Aus für den Prä­senz­un­ter­richt und damit lei­der auch für die MEN­TOR-Lese­stun­den an den Schulen.

Davon ließ man sich jedoch nicht ent­mu­ti­gen und fass­te den Ent­schluss ins digi­ta­le Lesen ein­zu­stei­gen – doch wie so oft steck­te auch hier die Tücke im Detail. Es wur­de nach Lösun­gen gesucht, wel­che digi­ta­len Räu­me genutzt wer­den kön­nen, die Bereit­schaft bei den Lese­men­to­ren wur­de abge­fragt und es erfolg­te eine Ein­wei­sung in die ver­schie­de­nen Tools und in die Beson­der­hei­ten des digi­ta­len Lesens. Dann waren natür­lich auch die Lese­kin­der und deren Eltern ein­zu­be­zie­hen und zu guter Letzt wur­de ein neu­er, pas­sen­der Ter­min für die Lese­stun­den vereinbart.

Mitt­ler­wei­le sind die digi­ta­len Lese­stun­den erfreu­lich gut gestar­tet und die ersten Erfah­run­gen sind durch­weg posi­tiv. „Auf die­se Wei­se kön­nen wir die Zeit über­brücken, bis sich wie­der ein nor­ma­ler Schul­be­trieb ein­stellt und die Lese­men­to­ren für die Lese­stun­den wie­der in ihre Schu­len zurück­keh­ren kön­nen“ sagt Hei­ke Söll­ner vom Koor­di­nie­rungs­zen­trum Bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment am Land­rats­amt dazu. „Wir als Orga­ni­sa­ti­ons­team sind sehr glück­lich, dass sich vie­le unse­rer ehren­amt­li­chen Lese­men­to­ren auf das Expe­ri­ment des digi­ta­len Lesens ein­ge­las­sen haben – so kann die Lese­för­de­rung für die Kin­der wei­ter­lau­fen. Sie ste­hen ja im Mit­tel­punkt all unse­rer Bemü­hun­gen.“ Bil­dungs­ko­or­di­na­to­rin Nico­le Neu­ber vom Land­rats­amt dankt den aktu­ell neun Koope­ra­ti­ons­schu­len für die Unter­stüt­zung. „Die Schu­len stel­len dankenswerter­weise ihre digi­ta­len Räu­me zur Ver­fü­gung; die Lese­kin­der ken­nen sich auf die­sen Platt­for­men sowie­so bestens aus. Für vie­le unse­re Men­to­ren ist das digi­ta­le Lesen jetzt viel­fach zwar eine ganz neue, span­nen­de Erfah­rung, aber sie sind offen dafür, weil es ihnen allen sehr am Her­zen liegt, den Kon­takt zu den Lese­kin­dern auf­recht zu erhal­ten“. Schul­rä­tin Ker­stin Zapf dankt allen Men­to­rin­nen und Men­to­ren sowie dem Orga­ni­sa­ti­ons­team von Her­zen. „Die­se tat­kräf­ti­ge Unter­stüt­zung ist unglaub­lich wert­voll und trägt zur nach­hal­ti­gen Stär­kung der Lese­kom­pe­tenz unse­rer Schü­le­rin­nen und Schü­ler im Schul­amts­be­zirk Kulm­bach bei“.

„Jeder­zeit sind neue Lese­men­to­rin­nen und –men­to­ren will­kom­men“ ergänzt Hei­ke Söll­ner noch. „Wir wol­len noch mehr Lese­kin­dern einen Men­tor oder eine Men­to­rin an die Sei­te stel­len. Der Unter­stüt­zungs­be­darf ist groß und durch die Coro­na-Pan­de­mie hat sich das noch­mal ver­stärkt. Des­halb bie­ten wir regel­mä­ßig Ein­füh­rungs­se­mi­na­re an. Wer Inter­es­se an einem Enga­ge­ment als Lese­men­tor hat, kann sich jetzt bereits vor­mer­ken las­sen für das näch­ste Ein­füh­rungs­se­mi­nar, das im Som­mer statt­fin­den soll“. Für ein Enga­ge­ment als Lesementor*in sind kei­ne beson­de­ren päd­ago­gi­schen Kennt­nis­se erfor­der­lich. Vor­aus­set­zung ist ledig­lich, dass man Spaß am Lesen, Erzäh­len und Spie­len sowie Freu­de am Umgang mit jun­gen Men­schen mit­bringt. Und man soll­te eine Stun­de Zeit in der Woche erüb­ri­gen kön­nen. Für nähe­re Aus­künf­te steht das Koor­di­nie­rungs­zen­trum Bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment am Land­rats­amt Kulm­bach unter der Tele­fon­num­mer 09221/707–150 oder 149 ger­ne zur Ver­fü­gung. Tele­fo­nisch oder per Mail an mentor@​landkreis-​kulmbach.​de kann man sich auch für das näch­ste Ein­füh­rungs­se­mi­nar schon vor­mer­ken lassen.

Auf der Home­page des Land­rats­am­tes Kulm­bach unter www​.land​kreis​-kulm​bach​.de/​m​e​n​tor fin­den sich wei­te­re Informationen.