Arten­schutz vor der Haus­tür: Wild­bie­nen jetzt unterstützen

Wildbiene im Anflug auf ein "Insektenhotel"

Insek­ten­ho­tel ganz ein­fach selbst bau­en – LBV-Umwelt­bil­dungs­pro­jekt „Natur­schwär­mer” gibt Tipps für insek­ten­freund­li­chen Garten

Der Früh­ling regt sich in den baye­ri­schen Gar­ten: die Vögel zwit­schern, die Bau­märk­te sind wie­der geöff­net und vie­le Gartenbesitzer*innen machen erste Plä­ne für die neue Sai­son. Jetzt ist die idea­le Gele­gen­heit, den Gar­ten insek­ten­freund­li­cher zu gestal­ten und damit etwas für die Arten­viel­falt vor der eige­nen Haus­tür zu tun. Des­halb gibt das digi­ta­le LBV-Umwelt­bil­dungs­pro­jekt „Natur­schwär­mer” vie­le Tipps, wie man Insek­ten im Gar­ten unter­stüt­zen kann. „Der eige­ne Gar­ten oder Bal­kon ist der per­fek­te Ort, um direkt vor der Haus­tür mit dem Arten­schutz anzu­fan­gen. Die Umwelt­bil­dungs­ein­rich­tun­gen und Umwelt­sta­tio­nen des LBV möch­ten mit den Tipps der Natur­schwär­mer wiss­be­gie­ri­ge und natur­ver­lieb­te Welt­ver­bes­se­rer aller Genera­tio­nen errei­chen,” berich­tet Sabi­ne Micha­el, LBV-Umwelt­bil­dungs­re­fe­ren­tin. „Egal ob man sich über Arten wie Strei­fen­wan­ze, Mai­kä­fer oder Tag­pfau­en­au­ge infor­miert, ein Insek­ten­ho­tel baut oder flie­gen­de Wild­bie­nen beob­ach­tet: ein Insek­ten­gar­ten bedeu­tet Spaß für Groß und Klein”, sagt Sabi­ne Micha­el. Inter­es­sier­te fin­den Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen, Anlei­tun­gen und wei­te­re krea­ti­ve Gestal­tungs­ideen rund um die Insek­ten­welt online unter www​.natur​schwa​er​mer​.lbv​.de.

Auch wenn es an man­chen Tagen noch recht kühl ist, sind bereits im März die ersten Wild­bie­nen in Bay­ern unter­wegs. Mit einer geeig­ne­ten Nist­hil­fe kann man eini­ge die­ser Wild­bie­nen­ar­ten dabei unter­stüt­zen, ihre Eier abzu­le­gen. „Die mei­sten Insek­ten­ho­tels aus Bau­märk­ten sind lei­der eher deko­ra­tiv als art­ge­recht und wer­den von den Insek­ten nicht ange­nom­men”, sagt Sabi­ne Micha­el. Des­halb baut man am besten selbst ein Insek­ten­ho­tel und stellt es im eige­nen Gar­ten auf. Als Brut­röh­ren für Wild­bie­nen kön­nen zum Bei­spiel Stau­den­knö­te­rich oder im Bau­markt erhält­li­cher Bam­bus die­nen. „Die­se Röh­ren wer­den auf eine Län­ge von 10 bis 15 cm gekürzt. Dabei soll­ten die vor­kom­men­den Kno­ten das Ende der Röhr­chen von hin­ten ver­schlie­ßen, damit die Brut­kam­mern nach hin­ten hin bereits sicher ver­schlos­sen sind”, erklärt Micha­el weiter.

Auch Hart­holz ist als Mate­ri­al für ein Wild­bie­nen­ho­tel gut geeig­net. Die Brut­gän­ge soll­ten hier­bei immer in Längs­rich­tung gebohrt wer­den, um Ris­se und das Auf­quel­len von Splin­ten zu ver­mei­den. „Die Boh­run­gen müs­sen abso­lut sau­ber und sehr sorg­fäl­tig geglät­tet sein. Wild­bie­nen neh­men sie sonst nicht an, weil sie sich ihre Flü­gel ver­let­zen wür­den”, sagt Sabi­ne Micha­el. Unter­schied­lich brei­te Löcher wer­den von ver­schie­de­nen Wild­bie­nen­ar­ten ange­nom­men. Das fer­ti­ge Wild­bie­nen­ho­tel soll­te an einen son­ni­gen, wet­ter­ge­schütz­ten Platz auf­ge­stellt wer­den, an dem man auch den Ein­zug der ersten Wild­bie­nen mit­er­le­ben kann. „Beson­ders span­nend ist es, die ein­zeln leben­den Bie­nen bei ihrer Arbeit zu beob­ach­ten. Das ist gefahr­los mög­lich, denn Wild­bie­nen ste­chen nicht”, erklärt die Umweltbildungsreferentin.

Der­ar­ti­ge Insek­ten­ho­tels bie­ten aller­dings nur rund 30 der über 550 in Deutsch­land vor­kom­men­den Arten einen Platz für die Brut. Der Groß­teil der Wild­bie­nen brü­tet in unbe­wach­se­ne Sand­flä­chen. „Mit offe­nen Sand­stel­len oder einer klei­nen Sand­ki­ste im Gar­ten schafft man auch für die­se Arten einen wert­vol­len Lebens­raum”, sagt Sabi­ne Micha­el. Auch eine regel­mä­ßig gerei­nig­te Was­ser­quel­le im eige­nen Gar­ten unter­stützt die klei­nen Sechs­bei­ner. „Auf­grund der Kli­ma­kri­se hat­ten wir eini­ge sehr trocke­ne und hei­ße Som­mer und auch die Insek­ten haben unter dem Was­ser­man­gel gelit­ten”, berich­tet Sabi­ne Micha­el. Eine fla­che Scha­le mit täg­lich fri­schem Was­ser sowie Stei­nen, lee­ren Schnecken­häu­sern oder Moos, auf dem die Insek­ten lan­den kön­nen, kann hier Abhil­fe schaffen.

Chal­len­ge Insektengarten

Die LBV „Natur­schwär­mer” rufen alle Gartenbesitzer*innen dazu auf, ihre insek­ten­freund­li­che Gar­ten­ge­stal­tung im Rah­men einer Chal­len­ge mit ande­ren zu tei­len. „Alle Inter­es­sier­ten kön­nen Fotos ihres Insek­ten­gar­ten machen und die­se auf unse­rer Web­sei­te oder auf Insta­gram unter #insek­ten­gar­ten ver­öf­fent­li­chen. So wer­den ande­re inspi­riert, eben­falls aktiv zu wer­den”, sagt die Umweltbildungsreferentin.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu „Natur­schwär­mer”

An dem Pro­jekt „Natur­schwär­mer” arbei­ten 13 Umwelt­bil­dungs­ein­rich­tun­gen und Umwelt­sta­tio­nen des LBV zusam­men. Das digi­ta­le Mit­ma­ch­an­ge­bot unter www​.natur​schwa​er​mer​.lbv​.de rückt jeden Monat ein ande­res The­ma aus dem Bereich Natur und Nach­hal­tig­keit in den Fokus. Mehr­mals wöchent­lich wird mit Vide­os, Pod­casts, Bau- und Bastel­an­lei­tun­gen sowie All­tags­tipps zum Mit­ma­chen ein­ge­la­den. Fami­li­en, die nichts ver­pas­sen möch­ten, kön­nen dort auch einen Fami­li­en-News­let­ter abon­nie­ren. Das Pro­jekt wird geför­dert vom Baye­ri­sche Staats­mi­ni­ste­ri­um für Umwelt und Verbraucherschutz.