HWK Ober­fran­ken: Coro­na-Hil­fen nun auch für Brauereigaststätten

Sind glücklich über den Zugang von Brauereigasthöfen zur außerordentlichen Wirtschaftshilfe des Bundes: Der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner, Gisela Hansen, Meinel-Bräu, Christof Pilarzyk, Brauereigasthof Grosch und Dr. Bernd Sauer, Handwerkskammer für Oberfranken, vom Vorstand des Vereins Bierland Oberfranken e.V..Foto: Bierland Oberfranken
Sind glücklich über den Zugang von Brauereigasthöfen zur außerordentlichen Wirtschaftshilfe des Bundes: Der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner, Gisela Hansen, Meinel-Bräu, Christof Pilarzyk, Brauereigasthof Grosch und Dr. Bernd Sauer, Handwerkskammer für Oberfranken, vom Vorstand des Vereins Bierland Oberfranken e.V..Foto: Bierland Oberfranken

Braue­rei­gast­hö­fe wer­den bei Novem­ber- und Dezem­ber­hil­fen als eigen­stän­di­ge Unter­neh­men behan­delt – Zuschüs­se von bis zu 75 Pro­zent des Umsat­zes aus dem Vor­jah­res­zeit­raum möglich

Auf­at­men bei den ober­frän­ki­schen Braue­rei­en, den Ver­ant­wort­li­chen des Ver­eins Bier­land Ober­fran­ken e.V., dem Ver­band der Pri­va­ten Braue­rei­en Bay­ern und dem Baye­ri­schen Brau­er­bund. Wie die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung heu­te bekannt­gab, wird der Zugang zu den außer­or­dent­li­chen Wirt­schafts­hil­fen für den Monat Novem­ber und Dezem­ber jetzt auch für Braue­rei­en mit ange­schlos­se­ner Gast­stät­te ver­bes­sert und ver­ein­facht. Künf­tig ist der Gast­stät­ten­an­teil unab­hän­gig von den Umsät­zen des rest­li­chen Unter­neh­mens antragsberechtigt.

Dafür hat­ten sich die Braue­rei­en mit der Unter­stüt­zung der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, des Ver­eins Bier­land Ober­fran­ken e.V. und der Brau­er­ver­bän­de sowie zahl­rei­che Abge­ord­ne­te aus der Regi­on geschlos­sen und enga­giert eingesetzt.

Dank die­ser Anpas­sung wer­den die Braue­rei­gast­stät­ten nun den Bäcke­rei­en und Metz­ge­rei­en mit Café­be­trieb bzw. ange­glie­der­tem Imbiss gleich­ge­stellt und die Gast­stät­te unab­hän­gig von der Braue­rei bewertet.

Damit wird die Gast­stät­te eines Braue­rei­gast­hofs bei der Antrags­stel­lung für die Novem­ber- und Dezem­ber­hil­fe so behan­delt, als han­de­le es sich um ein eigen­stän­di­ges Unter­neh­men. Der Gast­stät­ten­teil ist unab­hän­gig vom rest­li­chen Unter­neh­men und damit eben­so wie ande­re Gast­stät­ten antragsberechtigt.

Mit der Novem­ber- und Dezem­ber­hil­fe kön­nen Unter­neh­men Zuschüs­se in Höhe von bis zu 75 Pro­zent des Umsat­zes aus dem Vor­jah­res­zeit­raum erhal­ten. Die Antrag­stel­lung für die­se Wirt­schafts­hil­fen ist bis zum 30.04.2021 möglich.

Offe­ner Brief und Brauereigipfel

Die­ser Ent­schei­dung vor­aus­ge­gan­gen war eine gan­ze Rei­he von Maß­nah­men wie Video­bot­schaf­ten von Braue­rei­en, Auf­ru­fe in den Sozia­len Medi­en, ver­schie­den­ste Gesprä­che mit Abge­ord­ne­ten auf Lan­des- und Bun­des­ebe­ne, und vor allem auch Infor­ma­tio­nen dar­über, was eine Braue­rei­gast­stät­te eigent­lich ist, wor­aus sich die­se wirk­lich finan­ziert und in wel­cher beson­de­ren Situa­ti­on sich die Braue­rei­en auch in den näch­sten Mona­ten befin­den. Mit aus­schlag­ge­bend war ein Offe­ner Brief deut­scher Braue­rei­en vom 22. Febru­ar 2021, den 300 Betrie­be unter­zeich­net hat­ten. Auch die­se Akti­on war vom Ver­ein Bier­land Ober­fran­ken e.V. aktiv unter­stützt und ver­brei­tet wor­den. Dar­in wur­de unter ande­rem bemän­gelt, dass Braue­rei­en, die Gast­stät­ten selbst betrei­ben (Braue­rei­gast­hö­fe), die­se Wirt­schafts­hil­fen bis­lang nicht bean­tra­gen konn­ten. Denn Misch­be­trie­be, die im Zuge des Lock­downs von teil­wei­sen Schlie­ßun­gen ihres Geschäfts­be­triebs betrof­fen sind, konn­ten Hil­fen nur bean­tra­gen, wenn sie hin­sicht­lich ihrer Umsät­ze 2019 ins­ge­samt zu min­de­stens 80 Pro­zent als direkt, indi­rekt oder indi­rekt über Drit­te betrof­fen waren. Folg­lich waren nur ganz­Sei­te 2 weni­ge Betrie­be anspruchs­be­rech­tigt. Der Groß­teil fiel durch das För­der­ra­ster der Novem­ber- und Dezemberhilfen.

Gefor­dert wur­de in die­sem Offe­nen Brief, Braue­rei­gast­stät­ten als Gastro­no­mie­be­trie­be anzu­er­ken­nen und somit wie Bäcke­rei­en und Kon­di­to­rei­en mit ange­schlos­se­nen Cafés oder auch wie Metz­ge­rei­en mit ange­schlos­se­nem Imbiss zu behan­deln. Ende Febru­ar fand im Baye­ri­schen Wirt­schafts­mi­ni­ste­ri­um zu die­sem The­ma ein Braue­rei­gip­fel statt, bei dem die betrof­fe­nen Betrie­be ihre schwie­ri­ge Lage an die Poli­tik adressierten.

„Das ist ein wich­ti­ger Erfolg für die baye­ri­schen Braue­rei­gast­stät­ten! Gemein­sam mit dem Bund haben wir die­se Lösung auf den Weg gebracht“, äußer­te sich der Baye­ri­sche Mini­ster­prä­si­dent Mar­kus Söder zu die­ser neu­en Rege­lung. „Die Braue­rei­gast­stät­ten ste­hen für unser Lebens­ge­fühl und prä­gen Bay­erns Kul­tur­land­schaft! Der jetzt erleich­ter­te Zugang zur Novem­ber- und Dezem­ber­hil­fe wird ihnen hel­fen, die schwe­re Bela­stung durch die Coro­na-Pan­de­mie zu lin­dern.“ Eben­so erfreut zeig­te sich Bay­erns Wirt­schafts­mi­ni­ster Hubert Aiwan­ger: „Und sie bewegt sich doch – die Bun­des­re­gie­rung erhört den Hil­fe­ruf der Braue­rei­gast­stät­ten und lässt end­lich den Zugang zu den Hilfs­pro­gram­men zu. Das ist für vie­le die Exi­stenz­ret­tung in schwie­ri­gen Zeiten.

Jetzt muss die schritt­wei­se Öff­nung der Gastro­no­mie erfol­gen, damit die­se Tra­di­ti­ons­be­trie­be ihr Geld wie­der am Markt ver­die­nen kön­nen und nicht auf Dau­er am Tropf des Steu­er­zah­lers hän­gen müs­sen.“ Auch Bun­des­wirt­schafts­mi­ni­ster Peter Alt­mai­er sieht in die­ser Ände­rung „ein wich­ti­ges Signal, da vie­le Braue­rei­gast­stät­ten oder Vino­the­ken wei­ter stark unter den aktu­el­len Coro­na-Beschrän­kun­gen leiden.“