Gesund­heits­re­gi­on­Plus Forch­heim infor­miert: Elek­tro­smog kann Säug­lin­ge schädigen

Symbol-Bild Tipps & Tricks

Bes­ser kein Smart­pho­ne im Maxi-Cosi ablegen

Alles was für Erwach­se­ne gilt – wie Han­dy-Tele­fo­na­te bes­ser mit dem Head-Set füh­ren – ist für Säug­lin­ge und Kin­der von noch grö­ße­rer Bedeu­tung. Kin­der befin­den sich noch in der Ent­wick­lung und kön­nen des­halb gesund­heit­lich emp­find­li­cher reagie­ren. Doch beim Trans­port der Klei­nen im Maxi-Cosi kann es schnell pas­sie­ren, dass ein ein­ge­schal­te­tes Smart­pho­ne direkt neben dem Kopf oder am Kör­per des Säug­lings abge­legt wird. War­um bes­ser nicht?

Han­dys & Smart­pho­nes bau­en hoch­fre­quen­te elek­tro­ma­gne­ti­sche Fel­der auf, um Spra­che, Bil­der oder Daten zu über­tra­gen. Egal ob GSM, UMTS, LTE, 5G oder zukünf­tig 6G, für die Ver­bin­dung zur Mobil­funk­ba­sis­sta­ti­on strah­len Han­dy­an­ten­nen die benö­tig­te Lei­stung ab. Alles was sich in direk­ter Nähe befin­det (Kopf, Kör­per) nimmt die­se Strah­lung auf, die zusätz­lich das betrof­fe­ne Gewe­be erhitzt.

Säug­lin­ge haben zudem eine Fon­ta­nel­le (Schä­del­öff­nung), die sich erst bis zum Alter von 2 Jah­ren voll­stän­dig schließt. Die Dicke ihrer Kopf­haut beträgt dann 1,2 mm, bei Erwach­se­nen ist sie 2mm dick. Die Schä­del­dicke beim Säug­ling beträgt nur 1,4 mm und ver­dickt sich auf 6,8 mm bei 12 –Jäh­ri­gen. Das Gehirn wächst bei Kin­dern noch bis zum 20.Lebensjahr.

Mess-Stu­di­en an ver­schie­de­nen Model­len von Kin­der­köp­fen haben gezeigt, dass vor allem bei jün­ge­ren Kin­dern bestimm­te Gewe­be und Hirn­area­le beim Tele­fo­nie­ren ver­gleichs­wei­se stär­ker gefähr­det sind als bei Erwachsenen.

Die auf­ge­nom­me­ne Strah­lung erwärmt den Kopf bzw. Kör­per und stört elek­tri­sche Vor­gän­ge auf Zell- und Ner­ven­ebe­ne. Inwie­fern die bio­lo­gi­sche Reak­ti­on einen schäd­li­chen Effekt auf die Gesund­heit hat, ist umstrit­ten, weil 15 Jah­re Nut­zung und For­schung noch nicht aus­rei­chen. Man­che Erkran­kun­gen benö­ti­gen eine län­ge­re Zeit bis sich ein Scha­den entwickelt.

Des­halb gibt es zum Schutz der Nut­zer inter­na­tio­na­le Grenz­wer­te für die Lei­stungs­auf­nah­me in Kopf und Kör­per: Spe­zi­fi­sche Absorp­ti­ons­ra­te = SAR-Wert, gemes­sen in Watt pro Kilo­gramm Körpergewicht.

Was kön­ne Kin­der, Jugend­lich und Erwach­se­ne tun?

38 Pro­zent der aktu­ell erhält­li­chen Han­dys und Smart­pho­nes kön­nen für den Anwen­dungs­fall „Han­dy am Kopf“ als „strah­lungs­arm“ (SAR-Wert von 0,5 Watt pro Kilo­gramm) ein­ge­stuft wer­den. Eine Aus­zeich­nung mit dem Umwelt­zei­chen „Blau­er Engel“ (aus strah­len­hy­gie­ni­scher Sicht) kann aber nicht statt­fin­den, da das neue zwei­te Strah­len­schutz­kri­te­ri­um „SAR-Wert ≤ 1,0 W/​kg in 0 mm Abstand gemes­sen“ für den Anwen­dungs­fall „Betrieb des Han­dys am Kör­per“ erfüllt sein müsste.

Spe­zi­el­le Vor­sor­ge­mög­lich­kei­ten mit Kleinkindern:

  • auf strah­len­des Spiel­zeug für Klein­kin­der verzichten
  • statt Funk-Baby­pho­ne strah­lungs­ar­mes Baby­pho­ne nutzen
  • „Daten­ver­bin­dun­gen über Mobil­funk“ deak­ti­vie­ren: tele­fo­nisch erreich­bar und off­line spie­len ist möglich
  • Online-Spie­le auf dem Smart­pho­ne oder Tablet bes­ser zuhau­se mit­tels WLAN-Ver­bin­dung nut­zen und die Spiel­dau­er nicht nur aus Grün­den des Strah­len­schut­zes in Gren­zen halten

Gene­rell mög­li­che Lösun­gen zur Vorsorge:

  • beim Kauf auf ein strah­lungs­ar­mes Mobil­te­le­fon ach­ten (nied­ri­ger SAR-Wert)

bei der Nutzung:

  • wäh­rend des Ver­bin­dungs­auf­baus Smart­pho­ne vom Kör­per ent­fernt halten
  • Apps deak­ti­vie­ren (hohe Strah­lungs­in­ten­si­tä­ten in ersten Minu­ten nach Einschalten)
  • durch Kopfhörer/​Headsets Abstand zum Kopf ver­grö­ßern; ohne Head­set mind. 2 cm Abstand vom Ohr und öfter das Ohr wechseln
  • Nach­rich­ten schrei­ben statt tele­fo­nie­ren und Nut­zungs­zeit reduzieren

Zu Hau­se:

  • kein Rou­ter im Kinderzimmer
  • kein Handy/​Tablet/​Laptop im Schlaf­zim­mer (Kopf­nä­he), in der Hosentasche/​auf den Knien (Risi­ko der Keim­zell­schä­di­gung: Sperma/​Eizellen)
  • Kabel statt WLAN
  • Han­dys /WLAN so oft wie mög­lich in Flug­mo­dus bzw. ausschalten