Impf­si­tua­ti­on im Kreis Kronach

Symbolbild Impfung

Der Land­kreis Kro­nach liegt mit sei­nen Impf­quo­ten von 7,69 (Erst-) und 4,39 (Zweit­imp­fung) sowohl über dem bay­ern- (6,8/3,3) als auch über dem bun­des­wei­ten Durch­schnitt (6,2/3,02). Dass die Abläu­fe rei­bungs­los funk­tio­nie­ren, liegt unter ande­rem an der her­vor­ra­gen­den Arbeit von Impf­zen­trum­lei­ter Ralf Schmidt und sei­nem Team. Er gibt einen Ein­blick in die Arbeit und in die wei­te­ren Planungen.

Spä­te­stens Anfang April soll es drei Außen­stel­len des Kro­nacher Impf­zen­trums in Nord­hal­ben, Stein­bach und Neu­ken­roth geben. Wie weit sind da die Planungen?

Ralf Schmidt: Wir wer­den am 29. März den Betrieb in der ersten Außen­stel­le auf­neh­men. Geplant ist es, jeweils für Mon­tag bis Sonn­tag Impf­ter­mi­ne anzu­bie­ten. Los geht es in Stein­bach in der Renn­steig­hal­le. Im wöchent­li­chen Wech­sel geht es anschlie­ßend wei­ter in Nord­hal­ben und dann in Neu­ken­roth. Par­al­lel dazu läuft der Betrieb im Kro­nacher Impf­zen­trum wei­ter. Dort imp­fen wir bereits in die­ser Woche an sie­ben Tagen. Das wird dann auch in Zukunft der Stan­dard sein.

Wenn man zusätz­li­che Kapa­zi­tä­ten schafft, benö­tigt man auch mehr Impf­stoff. Sind hier bereits zusätz­li­che Lie­fe­run­gen in Aus­sicht gestellt?

Wir haben bereits in die­ser Woche zusätz­li­chen Impf­stoff zur Ver­fü­gung gestellt bekom­men, erst­mals auch den von Moder­na. Damit wer­den wir täg­lich 400 Imp­fun­gen und damit bis zum näch­sten Diens­tag rund 3000 Imp­fun­gen durch­füh­ren kön­nen. Dar­über hin­aus ist uns gera­de ab April deut­lich mehr Impf­stoff in Aus­sicht gestellt.

Haben sich denn über­haupt aus­rei­chend Men­schen für eine Imp­fung regi­strie­ren las­sen bzw. wer soll­te sich zeit­nah registrieren?

Es haben sich bis­lang rund 13.000 Men­schen regi­striert. Aller­dings kann ich jedem, der sich imp­fen las­sen möch­te, nur raten, dies schnell zu tun. Es wäre ein Feh­ler zu den­ken, dass man von der Impf­rei­hen­fol­ge noch nicht dran ist und des­halb mit der Regi­strie­rung noch war­tet. Wir kön­nen zwar kei­ne Garan­tie für einen zeit­na­hen Ter­min geben, aber das kann dann auch mal ganz schnell gehen. Und dann wäre es fatal, wenn man sich noch nicht regi­striert hat und wir unter Umstän­den Impf­stoff­lie­fe­run­gen absa­gen müssten.

Was gilt es bei der Regi­strie­rung für einen Impf­ter­min zu beachten?

Wer nicht die Mög­lich­keit hat, sich übers Inter­net zu regi­strie­ren, kann dies tele­fo­nisch unter 09261/678666 machen. Aller­dings kann es an der Hot­line aber natür­lich immer wie­der mal zu War­te­zei­ten kom­men. Am ein­fach­sten ist es, sich online über https://​impf​zen​tren​.bay​ern/​c​i​t​i​z​en/ zu regi­strie­ren. Dort kann man in Ruhe sei­ne Daten ein­ge­ben und bekommt dann zu gege­be­ner Zeit einen Terminvorschlag.

Was pas­siert, wenn man einen übers Regi­strie­rungs­sy­stem ange­bo­te­nen Ter­min nicht wahr­neh­men kann?

Das ist aktu­ell tat­säch­lich noch ein Pro­blem. Nor­ma­ler­wei­se bekommt man eine Benach­rich­ti­gung per SMS oder auch per Mail, dass ein Impf­ter­min zur Ver­fü­gung steht. Soll­te man die­sen Vor­schlag im Regi­strie­rungs­sy­stem aller­dings nicht bestä­ti­gen, wird man nicht mehr auto­ma­tisch dar­auf hin­ge­wie­sen. Man muss also danach immer wie­der ins Regi­strie­rungs­por­tal schau­en, über das auto­ma­tisch neue Ter­mi­ne vor­ge­schla­gen wer­den. Macht man dies nicht, wun­dert man sich unter Umstän­den, war­um man kei­nen Ter­min bekommt, obwohl ande­re aus nied­ri­ge­ren Prio­ri­sie­rungs­grup­pen viel­leicht schon geimpft wur­den. Das ist noch eine klei­ne Schwä­che des Systems, die wir aber bereits ans Mini­ste­ri­um gemel­det haben. Des­halb kann ich nur an alle appel­lie­ren, die viel­leicht noch ein­mal ein­ge­la­den wur­den, den Ter­min aber nicht bestä­tigt haben, immer wie­der auf die­ses Regi­strie­rungs­por­tal zu schauen.

Die Alters­grup­pe der Ü80-Jäh­ri­gen genießt ja nach wie vor die höch­ste Prio­ri­tät beim Imp­fen. Wie vie­le die­ser Per­so­nen­grup­pe sind denn bereits geimpft?

Wir haben im Land­kreis über 5000 Men­schen, die die­ser Alters­grup­pe zuzu­ord­nen sind. Wir wis­sen zwar nicht genau, wie vie­le von ihnen sich tat­säch­lich ange­mel­det haben, aber in Bezug auf die rund 5000 Per­so­nen haben wir bereits rund die Hälf­te von ihnen geimpft.

Es ist ja immer wie­der mal von Impf­re­ak­tio­nen zu hören. Muss man sich dar­über Sor­gen machen?

Eine Impf­re­ak­ti­on ist nicht außer­ge­wöhn­lich und auch nichts Schlim­mes. Letzt­lich ist es ein gutes Indiz dafür, dass das Immun­sy­stem auf die Imp­fung reagiert und der Kör­per schnell und inten­siv anfängt, Abwehr­stof­fe auf­zu­bau­en. Bei dem einen kann die Reak­ti­on stär­ker aus­fal­len. Man­cher merkt viel­leicht sogar nichts. Aber grund­sätz­lich muss man sich wegen einer Reak­ti­on im Nor­mal­fall kei­ne Gedan­ken machen. Hat jemand Beden­ken, weil er nach der Imp­fung Sym­pto­me auf­weist, kann er aber natür­lich jeder­zeit sei­nen Haus­arzt aufsuchen.

Wird man vor der eigent­li­chen Imp­fung von einem Arzt aufgeklärt?

Vor jeder Imp­fung fin­det ein Gespräch statt, in dem zum einen über die Imp­fung auf­ge­klärt wird, man zum ande­ren aber auch selbst Fra­gen bei­spiels­wei­se über Vor­er­kran­kun­gen und All­er­gien anspre­chen kann. Außer­dem wer­den dabei grund­sätz­lich, die bei der Impf­re­gi­strie­rung ange­ge­be­nen Daten abge­gli­chen. Erst danach geht es zur Impfung.