Imker im Land­kreis Forch­heim besorgt: Die Zucker­rü­ben­aus­sat steht an – Gefahr durch Neo­ni­ko­tino­ide im Saatgut

Tote Biene Symbolbild

Hil­fe! Und wer ret­tet unse­re Bienen?

Das Aus­brin­gen von Zucker­rü­ben­saat­gut im Land­kreis Forch­heim steht an. Eine Mög­lich­keit ist, dass Saat­gut mit Neo­ni­ko­tino­ide zu behan­deln. Neo­ni­ko­tino­ide sind hoch­wirk­sa­me Insek­ti­zi­de, Ner­ven­gif­te, hoch toxisch. Auf EU-Ebe­ne wur­den Neo­ni­ko­tino­ide ver­bo­ten. Das Bun­des­amt für Lebens­mit­tel­si­cher­heit und Ver­brau­cher­schutz (BVL) hat dies in Deutsch­land umge­setzt. Nun aber über einer Not­fall­zu­las­sung wie­der geneh­migt – mit Auf­la­gen. Es wer­den die Bun­des­län­der ermäch­tigt, recht­lich ver­bind­li­che Maß­nah­men über eine All­ge­mein­ver­fü­gung fest­zu­le­gen. Die Baye­ri­sche Lan­des­an­stalt für Land­wirt­schaft (LFL) hat dies getan und im Bay. Staats­an­zei­ger veröffentlicht.

In der All­ge­mein­ver­fü­gung steht, dass das Insti­tut für Bie­nen­kun­de und Imke­rei, die regio­na­len Imker­ver­ei­ne und die Bie­nen­sach­ver­stän­di­ge vom Mono­po­list Süd­zucker, der das Saat­gut ver­kauft, zu infor­mie­ren sind. Und das die aus­brin­gen­den Land­wir­te ver­pflich­tet sind, das Amt für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Forst­wirt­schaft (AELF) zu informieren.

So schön – so praxisfern!

Eine Nach­fra­ge von uns ergab, dass von sechs Imker­ver­ei­nen und einem Bie­nen­sach­ver­stän­di­gen ledig­lich zwei Imker­ver­ei­ne infor­miert wor­den sind. Die­se zwei Imker­ver­ei­ne reprä­sen­tie­ren 15% der Imker im Land­kreis Forchheim.

Eben­falls eine Nach­fra­ge von uns an AELF Bay­reuth ergab, dass Infor­ma­tio­nen von den mel­den­den Land­wir­ten vor­lie­gen, das aber aus Grün­den des Daten­schut­zes eine Her­aus­ga­be der Daten (Land­wirt, Flur-Nr.) nicht erfol­gen kann.

Was fällt hier auf?

Die Geset­zes­auf­la­gen zum Schut­ze der Bie­nen schei­nen von allen in die Pflicht genom­me­nen Akteu­ren erfüllt wor­den zu sein. Von Süd­zucker, wenn auch lücken­haft, und die Land­wir­te haben gemel­det, die Infor­ma­ti­on liegt im AELF vor. Der prak­ti­zie­ren­de Imker mit sei­nen Bie­nen­völ­kern ist außen vor.

Es fehlt eine all­ge­mein­ver­ständ­li­che, sach­li­che Infor­ma­ti­on, die man/​frau ver­ste­hen kann und die Nen­nung der in Fra­ge kom­men­den Land­wir­te mit betrof­fe­ner Flur-Nr. an die Imker. Nur so kann der Imker ver­ant­wort­lich ent­schei­den, ob Maß­nah­men zum Schutz der Bie­nen erfor­der­lich sind und sich mit den Land­wir­ten austauschen.

Jeden Imker zuzu­mu­ten, sich bezüg­lich der Gesetz­ge­bung und der Auf­la­gen selbst sach­kun­dig zu machen und die Land­wir­te und Flur­stücke her­aus­zu­be­kom­men ist nicht praxisgerecht.

Eine direk­te Infor­ma­ti­on an die betrof­fe­nen Imker ist mach­bar. Die Daten lie­gen vor. Man muss es nur tun.

Wir bit­ten um Kom­men­ta­re, Hin­wei­se und/​oder ande­re Vorschläge.

Die obi­gen Aus­füh­run­gen die­nen aus­schließ­lich dem Zwecke, auf­zu­zei­gen, dass die vor­ge­ge­be­nen Auf­la­gen zum Schut­ze der Bie­nen aus unse­rer Sicht so nicht prak­ti­ka­bel sind und ins Lee­re lau­fen. Die Fragwürdigkeit/​Notwendigkeit bzw. die lau­fen­de Dis­kus­si­on von Sinn /​Unsinn des Ein­sat­zes hoch­gif­ti­ger Sub­stan­zen in der Umwelt bleibt hier außen vor. Der vor­lie­gen­de Sach­stand bezieht sich auf den Land­kreis Forchheim.

Der vor­lie­gen­de Auf­ruf ist an unse­re Imker, betrof­fe­ne Ver­ein, Ver­bän­de, Ein­rich­tun­gen und an Freun­de in Poli­tik und im Land­kreis gerich­tet. Die ört­li­che Pres­se haben wir gebe­ten ent­spre­chend zu berichten.

Wolf-Diet­rich Schröber
Vor­sit­zen­der des Kreis­ver­ban­des Imker Forch­heim e.V. 
https://​www​.info​im​ker​.de