Forch­heim: Darm­krebs­mo­nat März 2021 – Früh­erken­nung ist lebensrettend

Forch­heim, 5.03.2021 – Aus­ge­ru­fen von der 2001 gegrün­de­ten Felix Bur­da Stif­tung, der Stif­tung Lebens­Blicke und dem Netz­werk gegen Darm­krebs e.V., enga­gie­ren sich in die­sem Monat Medi­en, Gesund­heits­or­ga­ni­sa­tio­nen, Unter­neh­men, Städ­te, Kli­ni­ken und Pri­vat­per­so­nen für die Darm­krebs­vor­sor­ge. Felix Bur­da, der Namens­ge­ber der Stif­tung, und Sohn von Dr. Chri­sta Maar und Ver­le­ger Prof. Dr. Hubert Bur­da, starb im Alter von 33 Jah­ren 2001 an Darm­krebs. Nach Pro­sta­ta- bzw. Brust­krebs sind bös­ar­ti­ge Neu­bil­dun­gen des Dick­darms und des Mast­darms die zweit­häu­fig­ste Krebs­er­kran­kung laut dem Zen­trum für Krebs­re­gi­ster­da­ten am Robert Koch Institut.

Deutsch­land­weit erkran­ken jähr­lich 73.000 Men­schen an dem kolo­rek­ta­len Kar­zi­nom, das im Colon (Dick­darm) und/​oder im Mast­darm ent­steht und 95 Pro­zent aller bös­ar­ti­gen Darm­tu­mo­re aus­macht. Noch beun­ru­hi­gen­der ist, dass Darm­krebs auch die zweit­häu­fig­ste Krebsto­des­ur­sa­che dar­stellt. Prof. Dr. Jür­gen Gschoss­mann, ärzt­li­cher Direk­tor in Forch­heim und Chef­arzt der Kli­nik für Inne­re Medi­zin am Kli­ni­kum, erklärt war­um: „Bei vie­len wird das kolo­rek­ta­le Kar­zi­nom erst dia­gno­sti­ziert, wenn es sich schon in fort­ge­schrit­te­nen Sta­di­en (III und IV) befin­det. Lei­der gibt es kei­ne cha­rak­te­ri­sti­schen Sym­pto­me – Pati­en­ten kla­gen über all­ge­mei­ne abdo­mi­nel­le Beschwer­den oder Ände­rung der Stuhl­ge­wohn­hei­ten – so dass vie­le sich zu spät unter­su­chen las­sen. Eini­ge lei­den auch an Fie­ber, Nacht­schweiß, Gewichts­ver­lust, Müdig­keit oder all­ge­mei­ner Lei­stungs­min­de­rung.“ Im Wachs­tums­sta­di­um III und IV liegt die Wahr­schein­lich­keit des Pati­en­ten die näch­sten fünf Jah­re zu über­le­ben bei rund 60 Pro­zent bezie­hungs­wei­se acht Prozent.

Früh­erken­nung durch Darm­spie­ge­lung Kar­zi­no­me ent­wickeln sich fast immer aus Wuche­run­gen, die sich in der Schleim­haut des Dick­darms bil­den, soge­nann­ten Darm­po­ly­pen. Aber nicht alle Poly­pen ent­wickeln sich zu einem Krebs – und wenn, dau­ert es vie­le Jah­re. Eine Mög­lich­keit zur Vor­beu­gung ist die Darm­spie­ge­lung (Kolo­sko­pie), bei der Poly­pen ent­fernt wer­den kön­nen. Die Darm­spie­ge­lung stellt die wich­tig­ste Metho­de zur Früh­erken­nung von Darm­krebs dar. In der Regel kann die Darm­spie­ge­lung als ambu­lan­te Unter­su­chung durch­ge­führt wer­den. Gastro­en­te­ro­lo­ge (Magen‑, Darm­spe­zia­list) Prof. Gschoss­mann unter­sucht dabei den Darm mit Hil­fe eines schlauch­ar­ti­gen Instru­ments, dem Endo­skop. Wäh­rend der Unter­su­chung kön­nen die Poly­pen ent­fernt wer­den und so die Ent­ste­hung des Kolon­kar­zi­noms dra­stisch redu­ziert wer­den. Obwohl die Unter­su­chung selbst nur 20 bis 30 Minu­ten dau­ert, soll­te man sich zwei Tage Zeit neh­men, weil vor­her der Darm mit­tels einer Abfuhr­lö­sung gerei­nigt wer­den muss und hin­ter­her benö­tigt man Ruhe.

„Die Vor­sor­ge­ko­lo­sko­pie ist der Gold­stan­dard der Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen“, erklärt Prof. Gschoss­mann und emp­fiehlt die­se rou­ti­ne­mä­ßig gemäß der Vor­sor­ge­emp­feh­lun­gen durch­füh­ren zu las­sen. Wenn die­se vom Pati­en­ten abge­lehnt wird, blei­ben als 2. Wahl alter­na­ti­ve Unter­su­chungs­ver­fah­ren wie der fäka­le Blut­test (Test auf ver­steck­tes Blut im Stuhl). Risi­ko­fak­to­ren Sabi­ne Lam­precht, Ernäh­rungs­be­ra­te­rin des Kli­ni­kums sagt: „Ungün­sti­ge Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten erhö­hen das Darm­krebs­ri­si­ko, wie z.B. zu fett­rei­che und faser­ar­me Kost. Eben­so in der Dis­kus­si­on befin­den sich stark gesal­ze­nes, gepö­kel­tes oder geräu­cher­tes als mög­li­chen Aus­lö­ser für Darm­krebs. Rau­chen und Bewe­gungs­ar­mut sind eben­falls nega­ti­ve Fak­to­ren.“ Prä­ven­ti­on Ein gesun­der Lebens­stil mit nor­ma­lem Kör­per­ge­wicht und regel­mä­ßi­ger kör­per­li­cher Akti­vi­tät gilt als opti­ma­le pri­mä­re Vor­sor­ge. In einer Stu­die mit 150.000 unter­such­ten Per­so­nen hat sich ein um 40 Pro­zent redu­zier­tes Erkran­kungs­ri­si­ko erge­ben, wenn die Pro­ban­den pro Woche sie­ben Stun­den zügig spa­zie­ren gegan­gen sind.