Vor­sicht Betrü­ger – fal­sche Poli­zei­be­am­te am Telefon

Symbolbild Polizei

Mit­tel­fran­ken (ots) – Seit Diens­tag­mor­gen (02.03.2021) häu­fen sich bei der mit­tel­frän­ki­schen Poli­zei die Mit­tei­lun­gen über Betrugs­ver­su­che am Tele­fon. Die Täter geben sich dabei selbst als Poli­zei­be­am­te aus und ver­su­chen so an das Geld meist lebens­äl­te­rer Geschä­dig­ter zu kommen.

Gestern kurz nach 9 Uhr mel­de­te sich die erste Zeu­gin aus dem Nürn­ber­ger Stadt­teil Neu­katzwang beim Not­ruf der Poli­zei: Betrü­ger hät­ten sie ange­ru­fen und sich als Kri­mi­nal­be­am­te aus­ge­ge­ben. Angeb­lich wäre in ihrer Umge­bung ein­ge­bro­chen wor­den. Aller­dings durch­schau­te die cou­ra­gier­te Senio­rin die Masche sofort – schließ­lich hat­te es eine Woche zuvor schon ein ande­rer Täter mit einer ähn­li­chen Geschich­te bei ihr ver­sucht. Dar­auf ange­spro­chen been­de­te der Betrü­ger das Gespräch sofort.

Bis 14 Uhr häuf­ten sich die Not­ru­fe in glei­cher Sache: Ins­ge­samt 30 Geschä­dig­te mel­de­ten sich wegen Betrugs­ver­su­chen durch fal­sche Poli­zei­be­am­te. Der Schwer­punkt der Anru­fe lag hier­bei im Groß­raum Nürn­berg / Fürth. Glück­li­cher­wei­se kam es bis­lang in kei­nem Fall zu einer Geldübergabe.

Auch am heu­ti­gen Mitt­woch­mor­gen rie­fen die Call­cent­er­be­trü­ger bereits bei meh­re­ren meist lebens­äl­te­ren Per­so­nen an. Ein Schwer­punkt ist dabei in Cadolz­burg auszumachen.

Die Poli­zei geht daher davon aus, dass ein Geld­ab­ho­ler der Betrü­ger­ban­de im Groß­raum Nürnberg/​Fürth auf sei­nen Ein­satz war­tet. Denn da die betrü­ge­ri­schen Anru­fer selbst häu­fig aus dem Aus­land agie­ren, brau­chen die Ban­den immer auch Mit­tä­ter in der Nähe des Wohn­or­tes der Betro­ge­nen. Die Abho­ler rei­sen meist eigens für die Taten an und war­ten dar­auf, dass ein betrü­ge­ri­scher Anruf aus Sicht der Kri­mi­nel­len erfolg­reich verläuft.

Das Poli­zei­prä­si­di­um Mit­tel­fran­ken warnt daher aktu­ell vor Straf­tä­tern, die das vor­han­de­ne Ver­trau­en der Bür­ger in die Poli­zei für ihre Betrü­ge­rei­en ausnutzen.

Die Betrugs­ma­sche selbst wird in einem kur­zen Video­clip der Poli­zei­pup­pen­büh­ne erklärt: https://​fb​.watch/​1​Z​K​3​h​M​3​Ygi

Damit die Betrü­ger­ban­de kei­nen Erfolg hat, gibt die Poli­zei fol­gen­de Verhaltenstipps:

  • Spre­chen Sie mit Ange­hö­ri­gen über Gefah­ren durch betrü­ge­ri­sche Telefonanrufe.
  • Las­sen Sie sich am Tele­fon nicht unter Druck set­zen. Legen Sie ein­fach auf.
  • Die Poli­zei wird Sie nie­mals um Geld­be­trä­ge bit­ten oder nach ihren Ver­mö­gens­ver­hält­nis­sen ausfragen.
  • Gehen Sie nicht auf Tele­fo­na­te ein, die Sie unge­wollt erhalten.
  • Geben Sie am Tele­fon kei­ne Details zu Ihren finan­zi­el­len Ver­hält­nis­sen preis.
  • Über­ge­ben Sie nie­mals Geld oder Schmuck an unbe­kann­te Personen.
  • Nut­zen Sie die Mög­lich­kei­ten Ihrer Tele­fon­an­la­ge oder Ihres Tele­fon­an­bie­ters zum Sper­ren unlieb­sa­mer Anru­fe (z.B. Ver­hin­de­rung von Tele­fo­na­ten aus dem Ausland).
  • Wenn Ihre Tele­fon­num­mer nicht in öffent­li­chen Ver­zeich­nis­sen ste­hen soll (z.B. dem Tele­fon­buch), dann las­sen Sie die Num­mer dort löschen.
  • Sei­en Sie auf­merk­sam, wenn in Ihrer Nach­bar­schaft älte­re Men­schen leben. Spre­chen Sie mit ihnen über die­ses Phänomen.
  • Mel­den Sie ver­däch­ti­ge Anru­fe umge­hend der Poli­zei. Scheu­en Sie sich nicht davor, den Poli­zei­not­ruf unter der 110 zu wäh­len, wenn Ihnen etwas ver­däch­tig vorkommt.