Stadt Bam­berg ver­gibt Kunst­sti­pen­di­um an Johan­na Knefelkamp-Storath

Johanna Knefelkamp. Foto: Theresa Friedrich
Johanna Knefelkamp. Foto: Theresa Friedrich

Stadt­rat folgt ein­stim­mi­ger Jury-Entscheidung

Johan­na Kne­fel­kamp-Sto­rath erhält 2021 das von Stadt und Land­kreis Bam­berg aus­ge­lob­te Kunst­sti­pen­di­um 2021. Der Bam­ber­ger Stadt­rat folg­te damit in sei­ner Sit­zung am 24. Febru­ar 2021 der Emp­feh­lung der Jury unter Vor­sitz von Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Siebenhaar.

Das Kunst­sti­pen­di­um Bam­berg, im jähr­li­chen Wech­sel zwi­schen Stadt und Land­kreis aus­ge­schrie­ben, wird 2021 zum sieb­ten Mal ver­ge­ben und ist mit ins­ge­samt 9.000 € dotiert. Es soll in der Regi­on wohn­haf­ten Künst­le­rin­nen und Künst­lern ermög­li­chen, sich eini­ge Mona­te lang auf die künst­le­ri­sche Arbeit zu kon­zen­trie­ren, um ein Pro­jekt zu begin­nen, fort­zu­set­zen oder fer­tig­zu­stel­len. Für das Sti­pen­di­um 2021 hat­ten sich drei­zehn Kunst­schaf­fen­de jeden Alters und aller Kunst­spar­ten bewor­ben. „Die Kraft und der Esprit der Bewer­bung von Johan­na Kne­fel­kamp-Sto­rath hat uns sofort begei­stert. Sie ist eine Sti­pen­dia­tin die ganz neu­es Ter­rain betritt und Außer­ge­wöhn­li­ches wagt. Ich freue mich über das ein­stim­mi­ge Votum der Jury und auf die Prä­sen­ta­ti­on der Künst­le­rin am Ende des Sti­pen­di­ums“, beton­te Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Siebenhaar.

Die Jury – bestehend aus Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Sie­ben­haar, Land­rat Johann Kalb, Olga See­ha­fer (Kunst­sti­pen­dia­tin Bam­berg 2020), Vie­ra Janá­rče­ko­vá (E.T.A.-Hoffmann-Preisträgerin 2020) und Nina Lorenz (Ver­tre­te­rin des amtie­ren­den Kul­tur­för­der­preis­trä­gers TiG – Thea­ter im Gärt­ner­vier­tel) – ent­schied sich ein­stim­mig für die Bewer­bung von Johan­na Kne­fel­kamp-Sto­rath (Dar­stel­len­de Kunst | zeit­ge­nös­si­scher Tanz). Johan­na Kne­fel­kamp-Sto­rath zeig­te sich nach der Ent­schei­dung überglücklich:

„Oh Wow, ich bin begei­stert und füh­le mich geehrt und gestärkt, dass mei­ne Hei­mat­stadt sich hin­ter mei­ne Kunst­form stellt. Als Kunst­dis­zi­plin hat Tanz bis­her wenig Raum in Bam­berg gefun­den. Ein­fach toll, dass es jetzt soweit ist! Das fühlt sich rich­tig gut an.“

Die Jury begrün­de­te die Ent­schei­dung wie folgt:

„Zeit­ge­nös­si­scher Tanz ist in Bam­berg eine unter­re­prä­sen­tier­te Kunst­form. Johan­na Kne­fel­kamp-Sto­rath setzt sich mit ihrem inter­na­tio­na­len Netz­werk und ihren eige­nen Pro­jekt­an­sät­zen für die Eta­blie­rung einer neu­en Tanz­sze­ne in Bam­berg ein.

Mit Hil­fe des Kunst­sti­pen­di­ums möch­te Johan­na Kne­fel­kamp-Sto­rath ihr explo­ra­ti­ves Vor­ha­ben ver­wirk­li­chen, in dem sie die Dis­zi­pli­nen Tanz, Thea­ter und Musik mit den Medi­en Film und Video ver­eint, ohne dass die Dar­stel­lung zu sehr ent­frem­det wirkt. Die­ses Vor­ha­ben möch­te die Künst­le­rin in zwei unter­schied­li­chen Pro­jek­ten aus­pro­bie­ren und erfor­schen, die von der Jury als sehr gute, viel­ver­spre­chen­de Vor­ha­ben gewer­tet wer­den und bei die­ser gro­ße Neu­gier geweckt haben:

- In „our heri­ta­ge“ geht es um die tän­ze­ri­sche Begeg­nung zwi­schen Bam­ber­ger Jugend­li­chen und nie­der­län­di­schen Zeit­zeu­gen des Zwei­ten Welt­krie­ges. Die aktu­el­len Coro­na-beding­ten Rege­lun­gen und Auf­la­gen ver­lan­gen viel Umden­ken in der Erar­bei­tung einer gemein­sa­men Tanz­vor­stel­lung. Dadurch, dass die Betei­lig­ten sich erst­mal nicht per­sön­lich begeg­nen dür­fen, möch­te die Künst­le­rin inner­halb die­ses Pro­jek­tes umsich­tig und krea­tiv auf das Ele­ment der Medi­en und des Inter­nets zurück­grei­fen. ln Zusam­men­ar­beit mit einem Fil­me­ma­cher soll pro­biert wer­den, meh­re­re klei­ne­re Bewe­gungs-und Tanz­fil­me zu schaf­fen, die ein Ken­nen­ler­nen der jeweils ande­ren Genera­ti­on und deren Geschich­te ermöglichen.

- Wäh­rend der Ent­wick­lung einer Solo­vor­stel­lung möch­te die Künst­le­rin das Medi­um Film/​Video unter­su­chen. Inwie­weit kann ein Video die Dar­stel­len­de Kunst auf der Büh­ne unter­stüt­zen, ohne zu stö­ren oder gar die Auf­merk­sam­keit des Zuschau­ers zu beein­träch­ti­gen? Inwie­weit könn­te über das Video eine Art tan­zen­der Gegen­part ent­ste­hen? Inwie­weit kann man als Per­for­mer impro­vi­sie­rend auf das Video reagie­ren, ohne dass der Kon­text ver­lo­ren geht? Das Solo soll das The­ma Iden­ti­tät und Weib­lich­keit bear­bei­ten und steht in Ver­bin­dung mit der Hei­mat der Künst­le­rin, der Stadt Bam­berg. Die Kon­zept­idee beruht dar­auf das Solo an unter­schied­li­chen Orten zei­gen zu kön­nen, zum Bei­spiel öffent­li­chen Plät­zen wie dem Hain, das P+R Hein­richs­damm, auf der Alten­burg, am Hexen­mahn­mahl. Je nach Geneh­mi­gung und Ausarbeitung.“