Kul­tur­stadt Bay­ern-Böh­men ver­an­stal­te­te Webi­nar-Rei­he „Kul­tur­ar­beit – wei­ter­ma­chen und neu starten!“

CeBB-Leiterin Dr. Veronika Hofinger und Kulturstadt-Manager David Bender im improvisierten, aber voll funktionsfähigen Digitalstudio des Centrum Bavaria Bohemia. © CEBB
CeBB-Leiterin Dr. Veronika Hofinger und Kulturstadt-Manager David Bender im improvisierten, aber voll funktionsfähigen Digitalstudio des Centrum Bavaria Bohemia. © CEBB

Wie ist Kul­tur­ar­beit in Zei­ten von geschlos­se­nen Kul­tur­ein­rich­tun­gen und Kon­takt­be­schrän­kun­gen mög­lich? Auf Ein­la­dung des Cen­trum Bava­ria Bohe­mia (CeBB) begeg­ne­ten sich 55 Kul­tur­ak­teu­re im vir­tu­el­len Raum, um sich im Rah­men der drei­tei­li­gen Webi­nar-Rei­he „Kul­tur­ar­beit – wei­ter­ma­chen und neu star­ten!“ aus­zu­tau­schen und wei­ter­zu­bil­den. Das Echo auf das Pilot­pro­jekt war hervorragend.

Gewohn­te Ver­an­stal­tungs­for­ma­te wie Kon­zer­te oder Festi­vals sind abge­sagt, dicht besetz­te Rei­hen vor­läu­fig undenk­bar, der Kul­tur­aus­tausch über die Gren­ze unter­bun­den – die Covid-19-Pan­de­mie stellt Kul­tur­ak­teu­re vor unge­ahn­te Her­aus­for­de­run­gen. Geblie­ben ist jedoch der Hun­ger nach Kul­tur und der Wunsch nach Begeg­nung – was also tun? „Für das Cen­trum Bava­ria Bohe­mia eben­so wie für vie­le ande­re ist die Pan­de­mie eine Zeit des Expe­ri­men­tie­rens und Ler­nens. Wie gin­ge das bes­ser als im Aus­tausch?“ frag­ten sich Vero­ni­ka Hofin­ger und David Ben­der vom CeBB, die die Webi­nar-Tri­lo­gie unter dem Mot­to „Kul­tur­ar­beit – wei­ter­ma­chen und neu star­ten!“ lei­te­ten und moderierten.

Mit ins­ge­samt 55 Anmel­dun­gen über­traf das Pilot­pro­jekt bereits im Vor­feld die Erwar­tun­gen der Ver­an­stal­ter und offen­bar­te das gro­ße Bedürf­nis nach Erfah­rungs­aus­tausch und Zusam­men­ar­beit. Am 21.01.2021 ging es in dem von CeBB-Mit­ar­bei­ter David Ver­eš mit viel Erfin­der­geist ein­ge­rich­te­ten „Digi­tal­stu­dio“ des Cen­trum Bava­ria Bohe­mia ans Werk. Her­aus­for­de­run­gen, Erfah­run­gen und Erwar­tun­gen hat­te die deutsch- und tsche­chisch­spra­chi­ge Teil­neh­mer­grup­pe bereits im Vor­feld der Ver­an­stal­tung auf einer digi­ta­len Pinn­wand fest­ge­hal­ten. In digi­ta­len Klein­grup­pen und im Ple­num dis­ku­tier­ten die Teil­neh­men­den pan­de­mie­ge­rech­te Ver­an­stal­tungs­for­ma­te, bewähr­te Online-Anwen­dun­gen, sowie Unter­stüt­zungs­be­dar­fe. Krea­ti­ve und inno­va­ti­ve Pra­xis­bei­spie­le wur­den von der Initia­ti­ve Kul­tur­Ba­ga­ge aus dem Baye­ri­schen Wald und der Kul­tur- und Krea­tiv­zo­ne DEPO2015 in Pil­sen vorgestellt.

Die Bedar­fe zeich­ne­ten sich rasch ab: Tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten und ihre Finan­zie­rung stan­den im Mit­tel­punkt der bei­den fol­gen­den Webi­na­ren, aber auch dem Wunsch nach Ver­net­zung konn­te nach­ge­kom­men wer­den. Bei­trä­ge von Gästen und Infor­ma­ti­ons­an­ge­bo­te des CeBB wech­sel­ten ab mit Dis­kus­sio­nen in Klein­grup­pen. Der Initia­tor des Pro­jekts „Digi­ta­ler Werk­zeug­kof­fer“, Eric Klausch, refe­rier­te über tech­ni­sche Lösun­gen für das Ver­eins- und Kul­tur­le­ben auf Distanz. Mari­an Mure und Susan­ne Prechtl von der OTH Amberg-Wei­den stell­ten Koope­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten mit Hoch­schu­len vor und gaben so eine Ant­wort auf die Fra­ge: „Wie las­sen sich neue digi­ta­le For­ma­te pro­fes­sio­nell und kosten­gün­stig umsetzen?“

„Neue Zei­ten? Neue Wege!“ war das Mot­to des Deutsch-Tsche­chi­schen Zukunfts­fonds in der Pan­de­mie – und der Titel eines neu­en För­der­pro­gram­me für die grenz­über­schrei­ten­de Zusam­men­ar­beit. Jacob Venuss zeig­te auf, wie sich der Zukunfts­fonds rasch und unbü­ro­kra­tisch auf die neu­en Her­aus­for­de­run­gen ein­stell­te. David Ben­der gab Tipps zu wei­te­ren Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten. Wie das Publi­kum zum Geld­ge­ber wird zeig­te das Folk­lo­re­en­sem­ble aus Chrást bei Pil­sen, das mit Hil­fe einer Crowd­fun­ding-Platt­form das Musik­pro­jekt „Wed­dings & Fun­e­rals“ finanzierte.

Eine „Platt­form für Kul­tur- und Krea­tiv­schaf­fen­de“ bau­te Sabi­ne Goll­ner, Netz­werk­ma­na­ge­rin und 1. Vor­sit­zen­de der Künst­ler­ko­lo­nie Fich­tel­ge­bir­ge e.V., auf. Netz­wer­ken ist für sie dabei das A und O. Die Tipps zur zur digi­ta­len und ana­lo­gen Netz­werk­ar­beit nah­men die Teil­neh­men­den in das abschlie­ßen­de inter­ak­ti­ve Ver­net­zungs­tref­fen auf der Platt­form won​der​.me mit. „Das Webi­nar hat uns viel gebracht – macht wei­ter so!“ lau­te­te die Rück­mel­dung der Teil­neh­men­den, die im CeBB auf frucht­ba­ren Boden fällt.

Die drei­tei­li­ge Webi­nar-Rei­he war Teil des Pro­jekts „Kul­tur­stadt Bay­ern-Böh­men“, das vom Baye­ri­schen Staats­mi­ni­ste­ri­um der Finan­zen und für Hei­mat, Land­kreis und Stadt Schwan­dorf und der Kul­tur­stif­tung Bava­ria Bohe­mia geför­dert wird und für mehr Sicht­bar­keit und Ver­net­zung des Kul­tur­le­bens der baye­ri­schen und tsche­chi­schen Nach­bar­re­gio­nen sorgt. Das Cen­trum Bava­ria Bohe­mia steht auch über die Webi­nar-Rei­he hin­aus im Rah­men der Koor­di­nie­rungs­stel­le für die baye­risch – tsche­chi­sche kul­tu­rel­le Zusam­men­ar­beit für die Kon­takt­auf­nah­me zu poten­ti­el­len Koope­ra­ti­ons­part­nern auf baye­ri­scher und tsche­chi­scher Sei­te zur Ver­fü­gung. Die zwei­spra­chi­ge Kul­tur­da­ten­bank bbkult​.net bie­tet dar­über hin­aus die Mög­lich­keit sich über Kul­tur­ak­teu­re aus den sechs Nach­bar­re­gio­nen zu infor­mie­ren und neue Koope­ra­tio­nen anzubahnen.