Die Grü­nen for­dern eine Kli­ma­son­der­sit­zung des Bam­ber­ger Kreistags

Wie kom­men wir im Land­kreis Bam­berg beim Kli­ma­schutz vor­an? Ein Stand­punkt der grü­nen Kreistagsfraktion.

„Erst der Kom­mu­nal­wahl­kampf, dann die Coro­na­pan­de­mie – Das Jahr 2020 darf man kli­ma­po­li­tisch als ein ver­ta­nes Jahr im Land­kreis Bam­berg wer­ten. Daher ist es 2021 umso wich­ti­ger, das The­ma „Kli­ma“ end­lich mit der nöti­gen Auf­merk­sam­keit zu behan­deln und bei Maß­nah­men zum enga­gier­ten Kli­ma­schutz die 7‑Meilen Stie­fel anzu­le­gen“, stellt der Vor­sit­zen­de der grü­nen Kreis­tags­frak­ti­on Bernd Fricke fest.

Kreis­rat Tho­mas Ochs ergänzt: „Die von Prof. Tho­mas Foken aus­ge­wer­te­ten Kli­ma­da­ten für unse­re Regi­on ver­deut­li­chen eine deut­li­che Erwär­mung, einen mas­si­ven Rück­gang der Nie­der­schlä­ge und zei­gen den drin­gen­den Hand­lungs­be­darf in unse­rer Regi­on.“ Da im Land­kreis aktu­ell drei hoch­ran­gi­ge Stel­len im Bereich Kli­ma besetzt wer­den, ist jetzt end­lich die per­so­nel­le Struk­tur geschaf­fen, dass die ehr­gei­zi­gen Zie­le des Land­krei­ses auch in die Tat umge­setzt werden.

Die grü­ne Kreis­tags­frak­ti­on for­dert daher in einem Antrag, dass der Kreis­tag zu einer Son­der­sit­zung zusam­men­tritt, in der aus­führ­lich über wich­ti­ge Aspek­te der kom­mu­na­len Kli­ma­po­li­tik ver­han­delt wird. Dies wür­de sowohl eine drin­gend not­wen­di­ge öffent­li­che Dis­kus­si­on ermög­li­chen, als auch der Trag­wei­te und Rele­vanz der Zukunfts­the­men Kli­ma­an­pas­sung und Kli­ma­schutz Rech­nung tragen.

Kreis­rat Albert Deml erklärt: „Wich­tig ist aus unse­rer Sicht, mög­lichst vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ein­zu­bin­den. Wir dür­fen nicht län­ger Zeit ver­lie­ren, son­dern die Maß­nah­men müs­sen mit Leben gefüllt wer­den. Seit Über­ga­be der Peti­ti­on des Bam­ber­ger Kli­ma­schutz­bünd­nis­ses im Okto­ber 2020 an Land­rat Johann Kalb, wer­den wir auf unse­re Nach­fra­gen hin ver­trö­stet.“ Dabei ist aber eine Dis­kus­si­on über die For­de­run­gen die­ser Peti­ti­on drin­gend nötig: Tim Luca Rosen­hei­mer, Spre­cher des Kreis­ver­ban­des Grü­ne Bam­berg-Land und selbst in der Kli­ma­schutz­be­we­gung aktiv, nennt Kern­punk­te die­ser Peti­ti­on: „Ein gemein­sa­mer Kli­ma­schutz­bei­rat soll für die Stadt und den Land­kreis Bam­berg ein­ge­setzt wer­den, um die Kli­ma­po­li­tik kri­tisch-kon­struk­tiv zu beglei­ten. Hier­bei soll auf die Exper­ti­se aus Wis­sen­schaft, Kli­ma­schutz­be­we­gung, Wirt­schaft und wei­te­rer gesell­schaft­li­cher Akteu­re gesetzt wer­den. Ganz beson­der­s­wich­tig ist uns aber, dass der Kreis­tag sich mit der Kli­mare­le­vanz von kom­mu­na­len Ent­schei­dun­gen befasst und einen Kli­ma­vor­be­halt beschließt.“

Bereits 2019 hat die grü­ne Kreis­tags­frak­ti­on ein­ge­for­dert, eine vali­de CO2-Bilanz vor­zu­le­gen, bei der neben der Ener­gie­er­zeu­gung auch die Wär­me­er­zeu­gung und der Ver­kehrs­sek­tor betrach­tet wer­den. „Erst mit die­ser Bilanz, die im Som­mer 2020 beauf­tragt wur­de, kann man fest­stel­len, wo wir aktu­ell ste­hen und wo die näch­sten Schwer­punk­te zu set­zen sind“, erläu­tert Kreis­rä­tin Hel­ga Bieberstein.

Seit Dezem­ber 2020 haben Stadt und Land­kreis Bam­berg ein Kli­ma­an­pas­sungs­kon­zept. Die­ses scheint gut auf­ge­baut und deckt bei der Ana­ly­se die The­men­fel­der gut ab, aller­dings fehlt bis­her eine Vor­stel­lung und Dis­kus­si­on in den zustän­di­gen Gremien.

Durch die auf­ge­führ­ten Maß­nah­men hat der Land­kreis die Chan­ce dem Kli­ma­wan­del etwas ent­ge­gen zu set­zen. Vor­aus­ge­setzt, es wird im Kreis­tag beschlos­sen und die Maß­nah­men wer­den dann tat­säch­lich umge­setzt. Tho­mas Ochs stellt abschlie­ßend fest: „Der Bam­ber­ger Stadt­rat und vie­le ande­re Kom­mu­nen in ganz Deutsch­land haben bereits Son­der­sit­zun­gen zum The­ma „Kli­ma“ abge­hal­ten. Wir fin­den, dass auch der Land­kreis Bam­berg sei­ner Ver­ant­wor­tung zur Errei­chung der Kli­ma­zie­le des Pari­ser Abkom­mens deut­lich ambi­tio­nier­ter als bis­her nach­kom­men muss, sonst wer­den wir die dar­in ver­ein­bar­ten Zie­le nicht errei­chen. Eine Son­der­sit­zung des Kreis­ta­ges mit kon­kre­ten Beschlüs­sen und Maß­nah­men ist für uns eine wich­ti­ge Etap­pe. Den Wor­ten müs­sen end­lich Taten folgen!“