Blick über den Zaun: Kri­mi­nal­po­li­zei hob mut­maß­li­che Schleu­ser­ban­de aus

Symbolbild Polizei

Vier Tat­ver­däch­ti­ge festgenommen

Mit­tel­fran­ken (ots) – Nach mona­te­lan­gen inten­si­ven Ermitt­lun­gen hat die Nürn­ber­ger Kri­mi­nal­po­li­zei eine mut­maß­li­che Schleu­ser­ban­de aus­ge­ho­ben. Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag (11.02.2020) nah­men Ein­satz­kräf­te in Mit­tel­fran­ken vier jun­ge Män­ner fest. Sie ste­hen in Ver­dacht, den Trans­port syri­scher Flücht­lin­ge nach Deutsch­land orga­ni­siert zu haben.

Bereits im Novem­ber 2020 hat­ten sich für das Nürn­ber­ger Fach­kom­mis­sa­ri­at ers­te Hin­wei­se auf eine Schleu­ser­ban­de erge­ben, die von Mit­tel­fran­ken aus die ille­ga­le Ein­rei­se syri­scher Flücht­lin­ge von Öster­reich nach Deutsch­land koor­di­niert und teil­wei­se durch­ge­führt haben soll­te. Im Zuge umfang­rei­cher ope­ra­ti­ver Maß­nah­men und in enger Zusam­men­ar­beit mit der Bun­des­po­li­zei­in­spek­ti­on Pas­sau sowie dem Lan­des­kri­mi­nal­amt Ober­ös­ter­reich gelang es den Ermitt­lern schließ­lich, vier Haupt­ver­däch­ti­ge im Alter von 19 – 23 Jah­ren zu iden­ti­fi­zie­ren. Auf­grund meh­re­rer Aus­sa­gen bereits fest­ge­nom­me­ner Schleu­ser ver­dich­te­te sich die Beweis­la­ge gegen die Tat­ver­däch­ti­gen zuletzt der­art, dass vom Amts­ge­richt Ans­bach Durch­su­chungs­be­schlüs­se für deren Woh­nun­gen erlas­sen wurden.

Als der Kri­mi­nal­po­li­zei dar­über hin­aus kon­kre­te Hin­wei­se dafür vor­la­gen, dass am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag (11.02.2021) erneut eine Schleu­sung durch­ge­führt wer­den soll­te, reagier­ten die Ermitt­ler und voll­streck­ten die vor­lie­gen­den Beschlüs­se. Mit Ein­satz­kräf­ten des Unter­stüt­zungs­kom­man­dos der Baye­ri­schen Bereit­schafts­po­li­zei durch­such­ten sie ins­ge­samt vier Woh­nun­gen in Nürn­berg und im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen. In einem etwa 40 m² gro­ßen Appar­te­ment in Nürn­berg fan­den die Beam­ten ins­ge­samt 11 Per­so­nen vor. Bei einer die­ser Per­so­nen stell­te sich bei der ers­ten Über­prü­fung her­aus, dass sie tat­säch­lich ille­gal nach Deutsch­land geschleust wor­den war. Gegen alle Anwe­sen­den erstat­te­te die Poli­zei außer­dem Anzei­gen wegen Ver­stö­ßen gegen das Infektionsschutzgesetz.

Die vier Haupt­tat­ver­däch­ti­gen konn­ten im Rah­men der Durch­su­chun­gen eben­falls fest­ge­nom­men wer­den. Die Ein­satz­kräf­te stell­ten umfang­rei­ches Beweis­ma­te­ri­al wie Daten­trä­ger und Mobil­te­le­fo­ne sicher. Einen BMW X6 nah­men die Beam­ten zur Vor­be­rei­tung der Ein­zie­hung eben­falls in Verwahrung.

Ein Ermitt­lungs­rich­ter beim Amts­ge­richt Ans­bach erließ bei der Vor­füh­rung am Frei­tag (12.02.2021) Unter­su­chungs­haft­be­feh­le gegen alle vier Fest­ge­nom­me­nen. Sie befin­den sich der­zeit in ver­schie­de­nen baye­ri­schen Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten. Der­weil lau­fen die Ermitt­lun­gen der Nürn­ber­ger Kri­mi­nal­po­li­zei gegen die Schleu­ser­ban­de weiter.