Volks­be­geh­ren Arten­viel­falt – Trä­ger­kreis zieht nach zwei Jah­ren Bilanz

Symbolbild Blumenwiese

Die Men­schen sind schon wei­ter als die Regie­rung – Inhal­te des Volks­be­geh­rens auf gesell­schaft­li­chem Erfolgskurs

Zum zwei­ten Jah­res­tag des erfolg­rei­chen Volks­be­geh­rens Arten­viel­falt – „Ret­tet die Bie­nen!” am 13. Febru­ar for­dert der Trä­ger­kreis aus ÖDP, LBV, Bünd­nis 90/​Die Grü­nen und Gre­gor Loui­so­der Umwelt­stif­tung die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung auf, den Erwar­tun­gen der Men­schen in Bay­ern gerecht zu wer­den und die neue Gesetz­ge­bung kon­se­quent umzu­set­zen. Zwei Jah­re nach dem Ende der 14-tägi­gen Ein­tra­gungs­pha­se, bei der über 1,7 Mil­lio­nen Wahl­be­rech­tig­ten für das erfolg­reich­ste Volks­be­geh­ren der baye­ri­schen Geschich­te unter­schrie­ben haben, zeigt sich, dass die Inhal­te des Volks­be­geh­rens von der Bevöl­ke­rung im Frei­staat bereits ange­nom­men wer­den. So sind stei­gen­de Umsatz- und Absatz­zah­len der Beweis, dass die Men­schen ger­ne immer häu­fi­ger zu Bio-Lebens­mit­teln grei­fen. Auch der Wunsch nach Bewe­gung in einer intak­ten Natur vor Ort, die für vie­le gera­de in Zei­ten der Coro­na-Pan­de­mie Lebens­qua­li­tät durch Bio­lo­gi­sche Viel­falt bedeu­tet, ist deut­lich zu erken­nen. Dar­über hin­aus haben mitt­ler­wei­le eini­ge ande­re Bun­des­län­der nach­ge­zo­gen und durch ihre Initia­ti­ven nach dem Vor­bild des baye­ri­schen Volks­be­geh­rens Arten­viel­falt den dor­ti­gen Arten­schutz eben­falls vor­an­ge­bracht. Dies zeigt, dass mit den Geset­zen infol­ge des Volks­be­geh­rens letzt­lich der Wunsch von über 1,7 Mil­lio­nen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern nach bes­se­rem Natur­schutz in Bay­ern umge­setzt wur­de: Poli­tik von und für die Men­schen statt Ver­ord­nun­gen von oben.

Agnes Becker, Beauf­trag­te des Volks­be­geh­rens und stell­ver­tre­ten­de ÖDP-Lan­des­vor­sit­zen­de freut sich: „Die baye­ri­schen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern sind viel wei­ter als die Poli­tik. Schon beim Volks­be­geh­ren haben die Men­schen die Staats­re­gie­rung zum Han­deln beim Arten­schutz zwin­gen müs­sen. Und jetzt in der Coro­na-Kri­se zei­gen sie erneut, dass sie mehr Bio aus Bay­ern wol­len und auch bereit sind, mehr dafür zu zah­len. Coro­na wirkt als Trend­be­schleu­ni­ger für eine Ent­wick­lung, die schon seit Jah­ren anhält. Die pri­va­te Nach­fra­ge nach Bio­pro­duk­ten boomt, die öffent­li­che Nach­fra­ge hinkt hin­ter­her. Die Staats­re­gie­rung muss end­lich kla­re Vor­ga­ben für mehr regio­na­le Bio­le­bens­mit­tel in staat­li­chen und kom­mu­na­len Kan­ti­nen machen. Das Aus­bau­ziel 30 Pro­zent Öko­land­bau bis 2030 ist fest­ge­schrie­ben, die Men­schen wol­len es und die Regie­rung muss handeln.”

Nor­bert Schäf­fer, Vor­sit­zen­der des LBV, über Ent­wick­lun­gen außer­halb von Bay­ern: „Unser Volks­be­geh­ren Arten­viel­falt ist ein ech­ter Export­schla­ger. In vie­len Bun­des­län­dern haben sich nach dem baye­ri­schen Vor­bild brei­te Gesell­schafts­bünd­nis­se gebil­det, um Volks­be­geh­ren oder Volks­in­itia­ti­ven für Arten­viel­falt auf den Weg zu brin­gen. In Baden-Würt­tem­berg und Nie­der­sach­sen haben die Regie­run­gen schnell ein­ge­lenkt und umfang­rei­che Pake­te für den Natur­schutz und die Land­wirt­schaft beschlos­sen. Zen­tra­le Bestand­tei­le des baye­ri­schen Volks­be­geh­rens haben die­se Woche auch Ein­gang in den Insek­ten­schutz auf Bun­des­ebe­ne gefun­den und auch das inter­na­tio­na­le Medi­en­echo hält wei­ter­hin an. Es sind also vie­le Augen auf Bay­ern gerich­tet, jetzt müs­sen die neu­en Geset­ze auch kon­se­quent umge­setzt werden.”

Lud­wig Hart­mann, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der von Bünd­nis 90/​Die Grü­nen im baye­ri­schen Land­tag über die Bedeu­tung der Land­schaft: „Es war eines der gro­ßen Zie­le des Volks­be­geh­rens, quer über Bay­ern einen Bio­top­ver­bund unter­schied­lich­ster Lebens­räu­me zu schaf­fen und so unse­re Tier- und Pflan­zen­welt in ihrer gan­zen Viel­falt und Schön­heit zu schüt­zen. Dass bis heu­te noch nicht ein­mal ein Bericht hier­zu vor­liegt und gleich­zei­tig – wie in Wei­den – Staats­wäl­der inmit­ten geschütz­ter Land­schafts­ge­bie­te für neue Gewer­be­ge­bie­te ver­kauft wer­den sol­len, ist eine kras­se Miss­ach­tung des Wil­lens von über 1,7 Mil­lio­nen Baye­rin­nen und Bay­ern. Das Volks­be­geh­ren muss umge­setzt wer­den – ohne Wenn und Aber!”

Claus Ober­mei­er, Vor­stand der Gre­gor Loui­so­der Umwelt­stif­tung, kom­men­tiert die Ent­wick­lun­gen im Wald­na­tur­schutz im Nach­gang des Volks­be­geh­rens: „Das Volks­be­geh­ren Arten­viel­falt hat auch im Wald­na­tur­schutz eine enor­me posi­ti­ve Dyna­mik in Gang gesetzt. So wur­den bis­her ins­ge­samt 58.000 Hekt­ar Staats­wald als nut­zungs­freie Natur­wäl­der gemäß Wald­ge­setz unter Schutz gestellt. Der Ver­trags­na­tur­schutz im Pri­vat- und Kör­per­schaft­wald soll laut Staats­re­gie­rung 2021 auf sechs Pro­zent der Flä­che (100.000 Hekt­ar) aus­ge­dehnt wer­den. Bei­des ist sehr zu begrü­ßen und setzt auch bun­des­weit Maß­stä­be. Schmerz­li­che Lücken klaf­fen aber noch im Stei­ger­wald und im Spes­sart, wo wir gro­ße zusam­men­hän­gen­de Schutz­ge­bie­te auf Staats­grund fordern.”.