FDP Forch­heim for­dert ech­te und nach­hal­ti­ge Perspektiven

Mit den Coro­na-Beschlüs­sen der gest­ri­gen Mini­ster­prä­si­den­ten­kon­fe­renz und heu­ti­gen Kabi­netts­sit­zung der baye­ri­schen Staats­re­gie­rung aus CSU und Frei­en Wäh­lern wird der Lock­down ver­län­gert – nur Fri­seur­sa­lons dür­fen wie­der öffnen.

Tobias Lukoschek

Tobi­as Lukoschek

„Das Fri­seu­re wie­der öff­nen dür­fen ist erfreu­lich, aber nach wie vor fehlt eine über­zeu­gen­de Stra­te­gie für den Frei­staat. Ein guter Haar­schnitt allein reicht nicht, son­dern es bedarf vor allem ech­ter und nach­hal­ti­ger Per­spek­ti­ven.“, stellt Tobi­as Luko­schek, stellv. Vor­sit­zen­der der FDP Forch­heim fest.

Die Libe­ra­len im Land­kreis Forch­heim kri­ti­sie­ren das bis­he­ri­ge Kri­sen­ma­nage­ment der Staats­re­gie­rung. Lock­down-Wirt­schafts­hil­fen kom­men teils zu spät, teils – wie z.B. bei den frän­ki­schen Braue­rei­gast­hö­fen – gar nicht bei den Betrof­fe­nen an und dadurch wer­den immer mehr, ins­be­son­de­re mit­tel­stän­di­sche Betrie­be, vor exi­sten­zi­el­le Her­aus­for­de­run­gen gestellt. Vor allem das Gast­ge­wer­be spielt in Forch­heim und der Frän­ki­schen Schweiz eine bedeu­ten­de Rol­le als Wirt­schafts­kraft und Arbeit­ge­ber vor Ort. Laut DEHO­GA Bay­ern sehen allein im Gast­ge­wer­be 74 Pro­zent ihren Betrieb durch die Coro­na­kri­se in sei­ner Exi­stenz gefähr­det, 24 Pro­zent den­ken über eine Betriebs­auf­ga­be nach.

Der Forch­hei­mer FDP-Stadt­rat Tino Rei­chardt sieht vor dem Hin­ter­grund der fort­dau­ern­den Beschrän­kun­gen aller­dings auch den All­tag der Men­schen vor Ort und in den Gemein­den bedroht:
„Wir kön­nen nicht mehr län­ger zuse­hen wie Gastro­no­mie und Han­del lang­sam ein­ge­hen: Das Leben der Men­schen fin­det u.a. in den Stadt- und Orts­zen­tren statt. Der sta­tio­nä­re Ein­zel- und Fach­han­del dort, muss aller­dings größ­ten­teils geschlos­sen blei­ben, wäh­rend Dis­coun­ter und Super­märk­te alle Arten von Pro­duk­ten in gro­ßem Umfang ver­kau­fen dür­fen und Ver­sand­händ­ler immer neue Umsatz­re­kor­de ver­mel­den. Nach­dem die FFP2-Mas­ken­pflicht im Ein­zel­han­del ein­ge­führt wur­de, wären jetzt auch hier Locke­run­gen mög­lich und nötig.“

Die FDP-Frak­ti­on im Baye­ri­schen Land­tag hat­te eben die­sen Umstand bereits am 27. Janu­ar im Ple­num zur Dis­kus­si­on gestellt. Die Land­tags­frak­tio­nen der CSU und der Frei­en Wäh­ler hat­ten die Initia­ti­ve abge­lehnt. Der Eber­mann­städ­ter FDP/B­FE-Stadt­rat Tho­mas Dorscht ergänzt:
„Wir wür­den es sehr begrü­ßen, wenn klei­ne Ein­zel­händ­ler wie Blumen‑, Bücherei‑, Bekleidungs‑, Par­fü­me­rie- und Haus­halts­wa­ren­ge­schäf­te und auch Gastro­no­mie­be­trie­be, natür­lich unter Ein­hal­tung der Hygie­ne­vor­schrif­ten, bald wie­der öff­nen dürf­ten, denn die­se Geschäf­te sind nicht als Coro­na-Hot­spots bekannt!“

Schu­len und Kin­der­be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen sol­len ab 22. Febru­ar wie­der schritt­wei­se geöff­net wer­den – die Aus­gangs­sper­re in Krei­sen mit einer 7‑Ta­ge-Inzi­denz von unter 100 Neu­in­fek­tio­nen pro 100.000 Ein­woh­ner bereits ab 15. Febru­ar fallen.

Vie­le Selbst­stän­di­ge wer­den nach Mini­ster­prä­si­den­ten­kon­fe­renz und Kabi­nett­sit­zung allein und ohne Pla­nungs­si­cher­hei­ten zurück­ge­las­sen. Die stellv. Kreis­vor­sit­zen­de der FDP im Land­kreis Forch­heim, Fran­ka Struve-Waas­ner räumt mit dem weit ver­brei­te­ten Trug­schluss auf, dass auf­grund der staat­li­chen Mil­li­ar­den­hil­fen auf Kosten kom­men­der Genera­tio­nen schon alle Betrof­fe­nen wirt­schaft­lich bzw. finan­zi­ell gut ver­sorgt sein werden:
„Selbst­stän­dig steht für ’selbst‘ und ’stän­dig‘ arbei­ten – Wenn die den Bach run­ter­ge­hen, schau­en alle betre­ten weg. Der Lock­down ohne Ende mit immer neu­en Begrün­dun­gen ist Gift für jedes wirt­schaft­li­che Handeln.“