Bam­ber­ger Inte­gra­ti­ons­pro­jekt als Anker­punkt für psy­chisch Erkrankte

Dia­ko­nie Bam­berg-Forch­heim ver­wirk­licht preis­ge­krön­tes Kon­zept für psy­chisch erkrank­te Men­schen jetzt auch in Bamberg

Ende 2020 zeich­ne­te die Baye­ri­sche Lan­des­stif­tung das Pro­jekt „Arbeits­reif“ der Dia­ko­nie Bam­berg-Forch­heim mit dem mit 10.000 Euro dotier­ten Sozi­al­preis aus. Ver­wirk­licht wird das Pro­jekt, das jun­ge Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen auf eine Aus­bil­dung und den Arbeits­markt vor­be­rei­tet, vom Zeilber­ger Inte­gra­ti­ons­pro­jekt (ZIP), das die Dia­ko­nie im Land­kreis Haß­ber­ge anbie­tet. Mitt­ler­wei­le hat die Dia­ko­nie Bam­berg-Forch­heim die­ses erfolg­rei­che Kon­zept des ZIP auf Stadt und Land­kreis Bam­berg über­tra­gen und unter­stützt auch hier psy­chisch erkrank­te Men­schen dabei, ihren All­tag zu bewäl­ti­gen und wie­der Fuß zu fas­sen im gesell­schaft­li­chen und beruf­li­chen Leben.

Ori­en­tie­rung im All­tag finden

Sind im ständigen Austausch, um die Klienten des BIP bestmöglich unterstützen zu können: Genesungsbegleiter Michael Hrabal und Annemarie Stadter, die das BIP für die Diakonie Bamberg-Forchheim leitet.

Sind im stän­di­gen Aus­tausch, um die Kli­en­ten des BIP best­mög­lich unter­stüt­zen zu kön­nen: Gene­sungs­be­glei­ter Micha­el Hrabal und Anne­ma­rie Stadter, die das BIP für die Dia­ko­nie Bam­berg-Forch­heim leitet.

Neben dem ambu­lant betreu­ten Woh­nen, bei dem die Dia­ko­nie-Mit­ar­bei­ten­den Kli­en­ten in der eige­nen Häus­lich­keit in der Bam­ber­ger Regi­on beglei­ten, ist das Bam­ber­ger Inte­gra­ti­ons­pro­jekt (BIP) ein wich­ti­ger Grund­pfei­ler des Ange­bots für Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen. „Irgend­wo ist in jedem unse­rer Kli­en­ten ein Anker­punkt, an dem wir für unse­re Arbeit andocken kön­nen“, so Anne­ma­rie Stadter, Lei­te­rin des BIP. „Den gilt es zu fin­den.“ Aktu­ell betreut sie acht Kli­en­ten auf dem Weg, durch Beschäf­ti­gung Struk­tur und Ori­en­tie­rung im All­tag zu fin­den – und die Zahl steigt. „Der Arbeits­be­reich muss für den Kli­en­ten pas­sen und die Aus­wahl ist dabei von vie­len Fak­to­ren abhän­gig“, so Anne­ma­rie Stadter. Eine Rol­le spiel­ten die Art der psy­chi­schen Erkran­kung und die kör­per­li­che Ver­fas­sung. Ein­satz­ge­bie­te fin­den die erkrank­ten Men­schen in Ein­rich­tun­gen und Ange­bo­ten der Dia­ko­nie Bam­berg-Forch­heim: Gar­ten­pfle­ge und wei­te­re Arbei­ten, die im Haus­mei­ster-Pool des Dia­ko­ni­schen Wer­kes ange­sie­delt sind, Ver­wal­tungs­tä­tig­kei­ten u.a. in der Geschäfts­stel­le der Dia­ko­nie, Beschäf­ti­gun­gen im Bereich Haus­wirt­schaft in den Kin­der­ta­ges­stät­ten und im Küchen­be­reich der Pfle­ge­hei­me. „Wich­tig ist, dass wir auch unse­re regu­lä­ren Mit­ar­bei­ten­den und Kol­le­gen vor Ort mit ein­be­zie­hen, Ver­ständ­nis schaf­fen für unse­re Kli­en­ten, aber auch unse­re Kli­en­ten zuver­läs­sig beglei­ten. In die­sem engen Aus­tausch kann Inte­gra­ti­on gelin­gen“, meint Anne­ma­rie Stadter.

Vor Ort ist u.a. Micha­el Hrabar direk­ter Ansprech­part­ner für die psy­chisch erkrank­ten Men­schen im Pro­jekt. Der zer­ti­fi­zier­te Gene­sungs­be­glei­ter lei­tet die BIP-Teil­neh­men­den an und hat vor allem immer ein offe­nes Ohr. Sei­ne beson­de­re Aus­bil­dung resul­tiert aus der eige­nen Erfah­rung, psy­chisch erkrankt gewe­sen zu sein. „Damit hat er einen ganz ande­ren Zugang zu unse­ren Kli­en­ten. Und das ist für unser haupt­amt­li­ches Team und für unse­re Kli­en­ten glei­cher­ma­ßen wert­voll“, erklärt Anne­ma­rie Stadter.

Ver­trau­en als Grundlage

Unter­stützt wird die Pro­jekt­lei­te­rin außer­dem bei ihrer Arbeit von den Kol­le­gen aus dem Ambu­lant betreu­ten Woh­nen: „Wir sind stän­dig im Aus­tausch, arbei­ten eng ver­zahnt. Oft hilft es, den Men­schen wei­ter zu sta­bi­li­sie­ren, wenn er nicht nur einer Beschäf­ti­gung im Rah­men des BIP nach­ge­hen kann, son­dern auch noch dabei unter­stützt wird, zu Hau­se sein Leben zu mei­stern.“ Der erste Schritt sei auf jeden Fall immer, die psy­chisch erkrank­ten Kli­en­ten zu moti­vie­ren, mit ihnen feste Struk­tu­ren zu schaf­fen und sie so Schritt für Schritt am Leben teil­ha­ben zu lass