Bro­se Bam­berg ist in Frank­furt gefordert

symbolbild basketball

„Posi­ti­ves mitnehmen“

Der Spiel­plan kennt kein Erbar­men. Kei­ne 48 Stun­den nach dem Auf­ein­an­der­tref­fen mit dem FC Bay­ern Mün­chen Bas­ket­ball ist Bro­se Bam­berg am 17. Spiel­tag und damit dem Abschluss der Vor­run­de der easy­Credit Bas­ket­ball Bun­des­li­ga bei den FRA­PORT SKY­LI­NERS gefor­dert. Tip-Off zum Duell der Tabel­len­nach­barn ist am Diens­tag um 19 Uhr. Magen­t­aS­port über­trägt die Par­tie wie gewohnt live und exklu­siv auf sei­nen Kanä­len. Kom­men­ta­tor ist Ste­fan Koch.

Die FRA­PORT SKY­LI­NERS haben sich gefan­gen. Nach­dem die Hes­sen mit drei Nie­der­la­gen in die Sai­son gestar­tet waren, haben sie sich mitt­ler­wei­le gefun­den und ste­hen aktu­ell mit sie­ben Sie­gen aus 16 Spie­len auf Tabel­len­platz acht, also dem letz­ten Play­off­platz und damit einen Rang vor Bro­se Bam­berg. In den letz­ten Wochen wech­sel­ten sich bei den Frank­fur­tern Sie­ge und Nie­der­la­ge kon­ti­nu­ier­lich ab. Zuletzt gab es einen siche­ren 96:72-Erfolg bei RASTA Vech­ta. Den hat­ten die Man­nen von Seba­sti­an Gleim einem star­ken ersten (29:19) und einem star­ken letz­ten (30:17) Vier­tel zu ver­dan­ken. Und einem bestens auf­ge­leg­ten Matt Mob­ley, der zum drit­ten Mal in die­ser Sai­son 30 oder mehr Punk­te erziel­te und sei­ne Mann­schaft damit auf die Sie­ger­stra­ße brach­te. Behilf­lich dabei waren sechs erfolg­rei­che Drei­er des Ame­ri­ka­ners. Apro­pos Drei­er: die fie­len gegen Vech­ta zahl­reich. 15 Stück ver­senk­ten die Frank­fur­ter und damit bei 28 Ver­su­chen mehr als jeden zwei­ten. Über­haupt gehö­ren die Sky­li­ners mit im Schnitt 38,4 Pro­zent getrof­fe­ner Distanz­wür­fe zu den Top5 der BBL. Die Quo­te lässt auch etwas dar­über hin­weg­se­hen, dass die Hes­sen mit bis­lang durch­schnitt­lich erziel­ten 79,3 Zäh­lern den zweit­schwäch­sten Angriff der Liga haben. Und den­noch oder gera­de des­halb: heiß lau­fen las­sen darf man sie in kei­nem Fall, wie eben kürz­lich Vech­ta hat schmerz­voll erle­ben müs­sen. Dau­er­bren­ner der Hes­sen ist nach wie vor Quan­tez Robert­son. Der Mann ist mitt­ler­wei­le 36, hat 401 Bun­des­li­ga­spie­le in sei­nem Kör­per, ist aber mit im Schnitt bis­lang knapp 33 Minu­ten pro Spiel nach wie vor und aber­mals der Duracell-Hase der Sky­li­ners. Eben­falls über durch­schnitt­lich 30 Minu­ten ste­hen Matt Mob­ley und Jon Axel Gud­munds­son auf dem Par­kett. Bei­de sind auch Frank­furts beste Wer­fer mit 20,7 (Mob­ley) und 13,9 (Gud­munds­son) Punk­ten im Schnitt. Bester tea­min­ter­nen Reboun­der ist Micha­el Kes­sens (5,9), beste Assist­ge­ber sind Robin­son und Gud­munds­son mit jeweils 3,8. Ver­zich­ten muss­ten die Frank­fur­ter zuletzt – neben dem Lang­zeit­ver­letz­ten Richard Freu­den­berg – auf Kon­stan­tin Kon­ga. Der Guard, der vor der Sai­son aus Lud­wigs­burg kam, muss­te die letz­ten bei­den Par­tie gegen Ulm und Vech­ta pau­sie­ren. Rasheed Moo­re, der eben­falls kürz­lich ver­let­zungs­be­dingt pas­sen muss­te, mel­de­te sich hin­ge­gen gegen Vech­ta wie­der gesund zurück.

Stark gespielt, unglück­lich ver­lo­ren. So kann man die letz­te Par­tie Bro­se Bam­bergs gegen Mün­chen vom Sonn­tag zusam­men­fas­sen. Zwei strit­ti­ge Schieds­rich­ter­ent­schei­dun­gen in den letz­ten 15 Sekun­den waren dar­an nicht unbe­tei­ligt. Zum einen über­sa­hen die Unpar­tei­ischen eine Über­schrei­tung der 8‑Se­kun­den-Regel, zum ande­ren war die letz­te Akti­on des Spiels zumin­dest foul­pfiff­fä­hig. Aber sei’s drum. Was bleibt sind zwar kei­ne zwei Punk­te, aber die Erkennt­nis, dass Bro­se Bam­berg – auch ohne vier Spie­ler, da Lar­son, Lock­hart, Ruoff und Fie­ler ver­let­zungs­be­dingt fehl­ten – mit den besten Teams mit­hal­ten kann. Zumin­dest, wenn die Bam­ber­ger Tugen­den – Kampf, Ein­satz, Lei­den­schaft, Hust­le Plays – über 40 Minu­ten gezeigt wer­den. Daher ist die Ent­täu­schung über die Nie­der­la­ge zwar da, aber das Posi­ti­ve über­wiegt. Und das soll und muss jetzt in die kom­men­den Par­tien mit­ge­nom­men wer­den. Vor allem für das Spiel in Frank­furt bleibt wenig Vor­be­rei­tungs­zeit. Am Mon­tag gibt es eine rege­ne­ra­ti­ve Abschluss­ein­heit, am Diens­tag­vor­mit­tag den Shoot Around. Gegen Mün­chen war es eine star­ke Kol­lek­tiv­lei­stung, aus der jedoch Devon Hall mit 20 Punk­ten (fünf Drei­er) und vor allem David Kra­vish mit 29 Zäh­lern und einem Effek­ti­vi­täts­wert von 35(!) her­aus­sta­chen. Bei­de sind auch über die bis­he­ri­ge Sai­son gese­hen Bro­ses beste Wer­fer mit 15,0 (Kra­vish) und 14,5 (Hall) Punk­ten im Schnitt pro Spiel. Bester Reboun­der ist eben­falls David Kra­vish (8,2), wäh­rend Ben­net Hundt die mei­sten Assists (4,1) verteilt.

Devon Hall: „Wir haben gegen Mün­chen end­lich auch ein­mal in der BBL gezeigt, was wir kön­nen. Das ist posi­tiv und dar­auf müs­sen wir auf­bau­en. Was uns nicht pas­sie­ren darf: wir dür­fen nicht nach Frank­furt fah­ren und den­ken, das wird schon. Wir müs­sen dort, wie gegen Mün­chen, über 40 Minu­ten kon­stant phy­sisch und men­tal voll da sein. Sie haben vie­le gute Spie­ler, die alle indi­vi­du­ell ein Spiel ent­schei­den kön­nen. Für uns ist wich­tig, dass wir ihnen unser Spiel auf­zwin­gen und dass wir mit den Tugen­den auf­tre­ten, die Bam­ber­ger Bas­ket­ball aus­ma­chen: Ein­satz und Leidenschaft.“

Nach der Rück­kehr aus Frank­furt Diens­tag­nacht steht am Mitt­woch eine Rege­ne­ra­ti­ons­ein­heit auf dem Pro­gramm, ehe nach dem Abschluss­trai­ning am Don­ners­tag­nach­mit­tag die Rei­se nach Chem­nitz ansteht. Dort geht es am Frei­tag um 19 Uhr zum Rück­run­den­auf­takt gegen die NINERS Chem­nitz um wei­te­re wich­ti­ge Punk­te im Kampf um die Playoffs.