Leser­brief zum The­ma „Kern­we­ge in der Frän­ki­schen Schweiz“

Künftig geteert und befestigt? Das Ende eines Idylls? Foto: Alex Dittrich
Künftig geteert und befestigt? Das Ende eines Idylls? Foto: Alex Dittrich

Leser­brief zum Arti­kel vom 28.01.2021 im
Frän­ki­scher Tag „Neue Wege für Land­wir­te“ und
Nord­baye­ri­sche Nach­rich­ten „Erhitz­te Gemü­ter nach dem Vor­trag

Kern­we­ge sind die Vor­aus­set­zung für den Ein­satz der hoch­lei­stungs­fä­hi­gen Zug­ma­schi­nen mit Anhän­ger (Gesamt­ge­wicht ca. 40 T) durch Lohn­un­ter­neh­men und den Maschinenring.

Der Ein­satz die­ser teu­ren Unge­tü­me muss natür­lich mög­lichst rund um die Uhr auch an Sonn-und Fei­er­ta­gen erfol­gen, manch­mal die gan­ze Nacht durch – Lärm und auf den Stra­ßen Dreck hinterlassend.

Grund­stücks­gren­zen, Rai­ne, Hecken, Obst­bäu­me und Wege stö­ren hier nur.

Der Land­wirt, der die­se Land­schaft bis­her erhal­ten hat, kann nicht mehr mit­hal­ten und muss auf­ge­ben – somit ver­schwin­den die reiz­vol­len Struk­tu­ren, die unse­re Frän­ki­sche bei den Gästen so beliebt macht.

Was geschieht? Durch den Aus­bau des soge­nann­ten Kern­we­ge­net­zes wird der Weg für eine indu­stri­el­le Land­wirt­schaft zur Ener­gie­ge­win­nung in der Regi­on wei­ter vor­an­ge­trie­ben und das Ster­ben unse­rer letz­ten bäu­er­li­chen Betrie­be besiegelt.

Es ent­ste­hen brei­te, asphal­tier­te Stra­ßen und Mono­kul­tu­ren, die Land­schaft wird aus­ge­räumt , ein­tö­nig, somit reiz­los. Umsonst die müh­sam erwor­be­nen Zer­ti­fi­ka­te, mit denen in Hoch­glanz­bro­schü­ren für die Regi­on gewor­ben wird.

Auf­ga­be aller Akteu­re muss sein, sich beson­ders für den Erhalt der Neben­er­werbs- und Bio­be­trie­be ein­zu­set­zen, die schließ­lich die­se Land­schaft bis­her und bes­ser erhal­ten haben. Wel­che Unter­stüt­zung, wel­che Gel­der, wel­che Zukunft bekom­men sie?

Kur­ze Erin­ne­rung an die SABS: Die­se Sat­zung schaff­te man ab und lässt damit Städ­te und Gemein­den mit der Finan­zie­rung ihrer maro­den Stra­ßen allei­ne und drau­ßen in unse­rer Natur will man Mon­ster­stra­ßen für Mon­s­ter­ma­schi­nen schaf­fen. Wer zahlt das eigentlich?

Was für eine ver­kehr­te Welt! In unse­rer Regi­on wol­len vie­le Poli­ti­ker für die „Öko­mo­dell-Regi­on Frän­ki­sche Schweiz“ sein und gleich­zei­tig eine wei­te­re Erschlie­ßung der Land­schaft für Ener­gie­wirt­schaft mit allen nega­ti­ven Fol­gen unter­stüt­zen. Dass Wan­de­rer und Rad­fah­rer die Wege nut­zen dür­fen, ist nur ein „Zuckerl“.

Hans Thiem
Bres­lau­er Str.9
91320 Eber­mann­stadt