Herolds­bach gegen eine Groß­flä­chen-Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge in unmit­tel­ba­rer Nähe des Orts­teils Poppendorf

Symbolbild Solarkraftwerk
Ein Solarkraftwerk prägt die Umgebung (Symbolbild)

Die Gemein­de Herolds­bach hat sich gegen eine Groß­flä­chen-Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge in unmit­tel­ba­rer Nähe des Orts­teils Pop­pen­dorf aus­ge­spro­chen. Dies teil­te sie der anfra­gen­den Nach­bar­ge­mein­de Hem­ho­fen in einem Ant­wort­schrei­ben vom 28.01.2021, die nach einer Stel­lung­nah­me gebe­ten hat­te, mit.

Die Gemein­de Herolds­bach hebt posi­tiv die Koope­ra­ti­ons­be­reit­schaft der Nach­bar­ge­mein­de und deren Anfra­ge weit vor etwaig wer­den­den kon­kre­ten Bau­leit­pla­nun­gen äußerst posi­tiv her­vor und bedankt sich hier­für ausdrücklich.

Die­se The­ma­tik wur­de in Herolds­bach im Krei­se aller poli­tisch gewähl­ten Mit­glie­der des Gemein­de­rats besprochen.

Ein­ver­nehm­lich steht man dem Ein­satz von Tech­nik zur Erzeu­gung rege­ne­ra­ti­ver Ener­gien grund­sätz­lich sehr auf­ge­schlos­sen gegen­über und davon über­zeugt, damit einen maß­geb­li­chen Bei­trag zugun­sten unse­rer Umwelt lei­sten zu können.

Einig sind alle Betei­lig­ten jedoch auch dar­über gewor­den, dass eine Groß­flä­chen-Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge, wel­che die unmit­tel­ba­re Umge­bung –das Orts­bild – maß­geb­lich ver­än­dert, einer ganz beson­de­ren Betrachtung,gerade hin­sicht­lich des Stand­orts, bedarf. Das zur Debat­te ste­hen­de und gera­de noch inner­halb der Gemar­kung Hem­ho­fen lie­gen­de Grund­stück liegt unmit­tel­bar am süd-west­li­chen Orts­ein­gang des Orts­teils und direkt dem Wahr­zei­chen Pop­pen­dorfs: Die roma­ni­sche Kir­che St. Georg in Pop­pen­dorf zählt zu den älte­sten Kir­chen, die im 9. oder 10. Jahr­hun­dert an ger­ma­ni­schen Kult­plät­zen errich­tet wur­den. Der jet­zi­ge, kunst­hi­sto­risch sehr bedeut­sa­me Bau, stammt in sei­nem Lang­haus noch aus dem hohen Mit­tel­al­ter (um 1300).

Das Grund­stück liegt umge­ben von grü­nen Wie­sen, Wäl­dern und Wei­hern und dient sowohl der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung, aber mit Sicher­heit auch den Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­nern der Gemein­de Hem­ho­fen, als unmit­tel­bar vor der Haus­tür lie­gen­des Nah­erho­lungs­ge­biet. Nicht nur in die­sen Zei­ten, son­dern bereits auch zuvor und in Zukunft wird dies wei­ter­hin ein wich­ti­ges Gebiet zum Spa­zie­ren­ge­hen, Sport­trei­ben, Angeln, Erho­len und Erkun­den sein. Nicht zuletzt ver­läuft auch hier der Kul­tur­hi­sto­ri­sche Wan­der­weg der Gemein­de Heroldsbach.

Bereits im Jahr 2009 hat­ten man sich bereits mit einem sol­chen Vor­ha­ben umfas­send beschäf­tigt. Die orts­an­säs­si­ge Bevöl­ke­rung hat­te damals inner­halb kür­ze­ster Zeit rund 180 Unter­schrif­ten gegen eine Groß­flä­chen-Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge in unmit­tel­ba­rer Nähe des Orts­teils Pop­pen­dorf aus­ge­spro­chen. Hier­an hat sich bis­wei­len auch nichts geän­dert. Eine Akzep­tanz, gera­de an dem in Betracht gezo­ge­nen Stand­ort, ist durch­weg nicht vorhanden.

Ganz wesent­lich ist in die Betrach­tung auch ein­ge­flos­sen, dass es sich bei dem betrof­fe­nen Grund­stück um eine land­wirt­schaft­li­che Nutz­flä­che mit ertrag­rei­chem Boden han­delt und die­se dem­nach zum Anbau von Lebens­mit­teln dient. Sol­che wich­ti­gen Flä­chen soll­ten mög­lichst erhal­ten blei­ben und nicht zu gewerb­li­chen Pho­to­vol­ta­ik-Groß­flä­chen­an­la­gen ent­wickelt wer­den. Der­ar­ti­ge Frei­flä­chen­an­la­gen ste­hen in Kon­kur­renz zum Nah­rungs­mit­tel­an­bau, wel­cher vorgeht.

Nach Abwä­gung aller Umstän­de ist man ein­ver­nehm­lich wie­der dazu gelangt, die Gemein­de Hem­ho­fen zu bit­ten, von etwai­gen (Bau­leit-) Pla­nun­gen einer Groß­flä­chen-Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge in die­sem Gebiet abzu­se­hen. Einig­keit besteht abschlie­ßend dar­über, dass sich hier­für ein deut­lich gün­sti­ger gele­ge­ne­res und die Orts­be­völ­ke­rung bei­der Gemein­den weni­ger beein­träch­ti­gen­des Grund­stück fin­den lässt.