Buben­reu­ther Grü­ne zu der Erwei­te­rung der Park & Ride Park­plät­ze in Bubenreuth

Stel­lung­nah­me der Orts­ver­bands der Grü­nen Buben­reuth zum Park­haus in Bruck­wie­sen II:

Wir befür­wor­ten das Park­haus am S‑Bahn-Halt, wenn es für ein Gewer­be­ge­biet Hof­feld errich­tet wird, nicht jedoch für zusätz­li­che P&R‑Parkplätze.

Fol­gen­de Nut­zungs­ar­ten gibt es für ein Park­platz­an­ge­bot auf der Flä­che Bruck­wie­sen II:

1. Die Boul­d­er­hal­le benö­tigt für das Betrei­ben ihrer Klet­ter­hal­le ab Mitte/​Ende 2021 60 Park­plät­ze. Die­se kön­nen zeit­nah und kosten­gün­stig eben­erdig geschot­tert ein­ge­rich­tet werden.

2. Ein bar­rie­re­frei­er Park­platz für die Bahn kann eben­so hier (neben den 60 Ppl) ein­ge­rich­tet werden.

3. Wenn das Gewer­be­ge­biet Hof­feld zukunfts­fä­hig ent­wickelt wer­den soll (d.h. mit hoher Arbeits­platz­dich­te und attrak­ti­vem Umfeld mit hoher Auf­ent­halts­qua­li­tät), brau­chen wir außer­halb oder am Rand des Gebie­tes Park­flä­chen, die von den ange­sie­del­ten Unter­neh­men ange­mie­tet oder abge­kauft wer­den kön­nen. In die­sem Fall wäre die Errich­tung des Park­hau­ses vor­teil­haft, um die Flä­chen­ver­sie­ge­lung für Park­plät­ze auf dem Gebiet Hof­feld in Gren­zen zu hal­ten. Der Weg von den Park­plät­zen zum Arbeits­platz soll­te län­ger sein als der Weg von der S‑Bahn zum Arbeits­platz, um den Umstieg auf den ÖPNV attrak­ti­ver zu gestal­ten. Hilf­reich wären hier noch beglei­ten­de Maß­nah­men der Unter­neh­men wie Job­tickets, Dienst­rä­der o.ä.

Von der Ent­wick­lung von Hof­feld hängt dann die benö­tig­te Stell­platz­flä­che ab, die Stell­plät­ze im Hof­feld müss­ten im Gegen­zug redu­ziert werden.

4. Park & Ride: Auf den ersten Blick erscheint es logisch, dass mit dem P&R‑Konzept Ver­kehr ver­mie­den und damit auch Kli­ma­schutz betrie­ben wird. Bei genaue­rer Betrach­tung bestä­tigt sich das jedoch nicht.

Ech­ter Kli­ma­schutz wird nur gelin­gen, wenn wir den ÖPNV, den Fuß- und den Rad­ver­kehr för­dern und die Nut­zung attrak­tiv gestal­ten. Wei­te­re Mil­lio­nen Inve­sti­tio­nen in die Infra­struk­tur des moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs (MIV) durch Schaf­fung von wei­te­ren Auto-Park­plät­zen sind kon­tra­pro­duk­tiv und schwä­chen die mitt­ler­wei­le gut getak­te­ten Zubrin­ger­bus­li­ni­en aus Buben­reuth und den umlie­gen­den Gemein­den zur S‑Bahn.

Bei­spiels­wei­se dau­ert die Fahrt mor­gens um 7:28 von Möh­ren­dorf Mit­te nach Nürn­berg Hbf in der Kom­bi­na­ti­on Bus/​S‑Bahn 41 min. Das sind 11 min län­ger als die rei­ne Fahrt­zeit vom S‑Bahn-Halt in Buben­reuth nach Nürn­berg Hbf.

Es dürf­te also wenn über­haupt nur unwe­sent­lich schnel­ler sein, zunächst mit dem Auto nach Buben­reuth in ein Park­haus zu fah­ren und dort zur S‑Bahn zu wech­seln. Dies gilt für alle Nach­bar­ge­mein­den, für die Buben­reuth der nächst­ge­le­ge­ne S‑Bahn-Halt dar­stellt (sie­he Tabel­le unten).

Für die All­tags­we­ge von Pendler*innen gibt es also bereits ein attrak­ti­ves Alter­na­tiv­an­ge­bot zum eige­nen Auto. Für Aus­nah­me­fahr­ten wie „mit 3 Kin­dern zum Arzt“ oder „Ein­kaufs­bum­mel in der Stadt“ kön­nen die 30 vor­han­de­nen P&R‑Parkplätze, das Car­sha­ring- oder das eige­ne Auto genutzt wer­den. Ohne­hin bringt man die PKW-Nutzer*innen nicht durch ein P&R‑Angebot zum Umstieg, denn bzgl. Kom­fort wird das eige­ne Auto unschlag­bar blei­ben, gera­de dann, wenn man zu Beginn des Weges schon dar­in sitzt. Eine Moti­va­ti­on zum Umstieg gelingt nur durch die Ver­knap­pung der Park­plät­ze am Ziel­ort, die Ver­teue­rung der PKW-Fahrt (z.B. durch CO2-Steu­er) oder den Kom­fort­ver­lust durch bspw. Stau. Ist das gege­ben und die Pendler*innen sind bereit, die S‑Bahn zu nut­zen, ist es nur ein klei­ner Schritt, für den Weg bis zum S‑Bahn-Halt eine ja durch­aus vor­han­de­ne Bus­ver­bin­dung zu nutzen.

Ange­sichts der stei­gen­den Ver­kaufs­zah­len von E‑Bikes wird auch die Ent­fer­nung zur näch­sten öffent­li­chen Hal­te­stel­le an Bedeu­tung ver­lie­ren. Wich­tig sind hier eher die Qua­li­tät und Sicher­heit der Fahrradabstellanlagen.

Das Argu­ment, dass es bes­ser sei, die Autos wür­den nur bis Buben­reuth gefah­ren wer­den anstatt z.B. bis nach Nürn­berg, greift lang­fri­stig nicht, da vie­le Groß­städ­te bereits ein­schnei­den­de Maß­nah­men umset­zen und wei­te­re pla­nen, um die Autos aus der Innen­stadt fern­zu­hal­ten und um die Men­schen zu moti­vie­ren, auf den ÖPNV oder das Rad umzu­stei­gen. Wir wür­den mit dem Aus­bau von P&R in Buben­reuth also die not­wen­di­ge Mobi­li­täts­wen­de hin­aus­zö­gern. Denn anstatt kom­plett mit Bus / Fahr­rad und S‑Bahn zu fah­ren, zie­hen wir wei­te­ren moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehr nach Buben­reuth und brem­sen damit sogar eine Ver­bes­se­rung des Bus-Net­zes aus bzw. gefähr­den das Bus­ver­bin­dungs­an­ge­bot durch das Alter­na­tiv­an­ge­bot Park&Ride. Wenn der moto­ri­sier­te Indi­vi­du­al­ver­kehr durch die Maß­nah­men von den Städ­ten stark redu­ziert wird, soll­ten wir die­sen nicht zu uns verlagern.

Für die längst über­fäl­li­ge Ver­kehrs­wen­de brau­chen wir immer­hin eine Redu­zie­rung der Pkw- Ver­kehrs um 50% (https://​www​.wup​per​inst​.org/​p​/​w​i​/​p​/​s​/​p​d​/​924).

Des­we­gen sind wir gegen den Bau wei­te­rer P&R‑Parkplätze und schla­gen vor, statt­des­sen mit der Deut­schen Bahn Gesprä­che zu füh­ren, dass die vor­han­de­nen 30 P&R‑Plätze von der DB bewirt­schaf­tet wer­den oder wir sie als Gemein­de mie­ten oder abkau­fen und selbst Park­ge­büh­ren ein­füh­ren. So ste­hen die Park­plät­ze eher den­je­ni­gen zur Ver­fü­gung, die wirk­lich dar­auf ange­wie­sen sind und wer­den nicht von Pendler*innen blockiert. Mit sol­chen Maß­nah­men kön­nen vor einer Ent­schei­dung zum Park­haus­bau erste Erfah­run­gen gesam­melt werden.

Soll­te ein Park­haus zu einem spä­te­ren Zeit­punkt für Hof­feld gebaut wer­den, sehen wir ein Park­haus in Bruck­wie­sen als schlüs­si­gen Bestand­teil der Gewer­be­an­sied­lung. Selbst­ver­ständ­lich soll­te es res­sour­cen­spa­rend gebaut und anschlie­ßend begrünt werden.

Bus­ver­bin­dun­gen bei­spiel­haft für die Nach­bar­ge­mein­den, ermit­telt mit vgn​.de für den 04.01.2021. In der Spal­te Fahrt­zeit ist die Fahrt­zeit mit Bus und S‑Bahn geli­stet. Es wird klar, dass sich durch die PKW-Fahrt zum S‑Bahn-Halt Buben­reuth, das Par­ken im Park­haus, das Gehen zum Bahn­steig und die Wei­ter­fahrt mit der S‑Bahn nur ein mini­ma­ler Zeit­vor­teil gegen­über der kli­ma­scho­nen­den Bus/­Bahn-Kom­bi­na­ti­on ergibt.

Hal­te­stel­leAbfahrtAnkunft N‑HbfFahrt­zeit
Buben­reuthS‑Bahn07:3908:0900:30
Buben­reuthS‑Bahn08:1508:4800:33
Buben­reuthMari­en­platz07:2608:0900:43
Buben­reuthMari­en­platz07:5708:4800:51
Möh­ren­dorfMit­te07:2808:0900:41
Möh­ren­dorfMit­te07:5808:4800:50
Klein­see­bachMit­te07:2008:0900:49
Klein­see­bachMit­te07:5008:4800:58
Igels­dorfFeu­er­wehr07:1108:0900:58
Igels­dorfFeu­er­wehr07:5108:4800:57
Bräu­nings­hofDorf­brun­nen07:1608:0900:53
Bräu­nings­hofDorf­brun­nen07:5608:4800:52
Lan­gen­sen­del­bachKirch­weg07:1208:0900:57
Lan­gen­sen­del­bachKirch­weg07:3908:3600:57
AtzelsbergAtzelsberg07:1808:0900:51
AtzelsbergAtzelsberg07:5808:4800:50
Raths­bergSchloß­weg07:2208:0900:47
Raths­bergSchloß­weg08:0208:4800:46
Mar­loff­steinFeu­er­wehr­haus07:0808:0901:01
Mar­loff­steinFeu­er­wehr­haus07:4308:3600:53
Röt­ten­bachHauptstr./Ringstr.07:1508:0900:54
Röt­ten­bachHauptstr./Ringstr.07:4508:3600:51